GS-Version nicht wesentlich teurer
Zum Vergleich: Die günstigste Verbrennerversion kostet derzeit 28.810 Euro. Damit wäre die Elektroversion um mehr als die Hälfte teurer. Jedoch lassen sich diese Versionen kaum vergleichen, da der elektrische Astra bislang nur in der Ausstattungslinie GS angeboten wird. Diese kostet als Verbrenner mit 6-Gang-Getriebe 31.730 Euro, mit Automatikgetriebe 34.130 Euro.
Nach Abzug der Kaufprämie in Höhe von aktuell 6.750 Euro und der Steuerersparnis kostet der Astra Electric somit 37.882,50 Euro. Das wären nur noch 3.500 Euro mehr als die GS-Version mit Automatikgetriebe. Allerdings können von September 2023 nur noch Privatpersonen von der Kaufprämie profitieren (g+). Zudem ist die Gesamtsumme in diesem Jahr gedeckelt und die Höhe der Prämie wird im kommenden Jahr sinken.
Preis für Sport Tourer steht noch nicht fest
Zwar hat Opel die Preise für den Astra Kombi noch nicht genannt, doch analog zur Verbrennerversion dürfte dieser knapp 1.000 Euro teurer werden. Da es bislang nicht viele Elektrokombis auf dem Markt gibt, könnte Opel damit Käufer gewinnen. Allerdings ist der chinesische MG5 mit einem Einstiegspreis von 32.812,50 Euro deutlich günstiger.
Es bleibt daher abzuwarten, wann Opel eine günstigere Basisversion zu welchem Preis nachschiebt. Ein Einstiegspreis von 40.000 Euro könnte dann möglich sein.
Opel hält an Verbrennerausstieg fest
Trotz des Verzichts auf eine reine Elektroplattform will Opel bis 2028 komplett aus der Verbrennerproduktion aussteigen. Diesen Zeitplan bekräftigte Huettl bei der Astra-Präsentation. "Wir sehen die Transformation nicht nur als Pflicht, sondern als große Chance", sagte der Opel-Chef und verwies darauf, dass der Anteil am europäischen Markt für vollelektrische Autos mit 4,8 Prozent über dem gesamten Opel-Anteil liege.
Künftig setzt Opel jedoch auf die STLA-Plattform des Stellantis-Konzerns. Diese sieht derzeit vier Versionen mit Reichweiten von 500 bis 800 km sowie eine Allradfähigkeit vor. Die Motorleistungen variieren dabei zwischen 70 kW in der Kleinwagenversion und 330 kW beim Allradantrieb. Der größere STLA-Antrieb könnte auch ein 800-Volt-System verwenden. Was die Zellchemie betrifft, so setzt Stellantis künftig auf LFP-Akkus sowie kobaltfreie Kathoden mit Nickel, Mangan und Aluminium.
Keine Over-the-Air-Updates
Bislang ist die elektrische Opel-Strategie vor allem deswegen aufgegangen, weil im Segment des Corsa und Mokka die Konkurrenz überschaubar war. Das ist in der Kompaktklasse jedoch anders. So ist die Software des ID.3 nicht nur besser, sondern sie kann durch Online-Updates sogar noch kontinuierlich verbessert werden. Zudem stehen den Kunden zwei Akkugrößen und verschiedene Motorisierungen zur Auswahl. Bei Opel kann jedoch derzeit nur das Kartenmaterial aus der Ferne aktualisiert werden, nicht jedoch die eigentliche Routenplanung.
Für den Astra sprechen eine bessere Rundumsicht und ein besseres Bedienkonzept im Innenraum. Zudem hat Opel auf die Effizienz des Fahrzeugs einen recht großen Wert gelegt. Gut möglich, dass mancher Käufer auch darauf wartet, seinen Verbrennerkombi durch eine vollelektrische Variante zu ersetzen. Für viele andere dürfte jedoch gelten: So lange die Butter so teuer ist, streichen wir lieber Margarine aufs Brot.
Offenlegung: Golem.de hat auf Einladung von Opel an einer eintägigen Veranstaltung in Berlin und am Flughafen BER teilgenommen. Die Kosten für die Übernachtung wurden von Opel übernommen. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben seitens Dritter.