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Aus dem Superscreen kann ein Hyperscreen werden

Diese erstrecken sich über eine Breite von 99,3 Zentimetern (39,1 Zoll). Der sogenannte Superscreen besteht aus einem großen Kombiinstrument von 10,3 Zoll, einem Zentraldisplay von 14 Zoll und einem ebenfalls 14 Zoll großen Beifahrerdisplay. Serienmäßig lassen sich auf dem Beifahrerdisplay aber nur statische Bilder anzeigen.

Damit Beifahrer weitere Inhalte auf dem Bildschirm sehen können, ist das Advanced-Plus-Paket mit digitalen Extras erforderlich. Dieses kostet zusätzliche 3.570 Euro. Wem das noch nicht genügt, der kann aus dem Superscreen für zusätzliche 1.487,50 Euro noch einen Hyperscreen machen. Dieser vereinigt die drei Bildschirme nahtlos unter einer gemeinsamen Glasfläche.

Während der Fahrt können Beifahrer sogar bewegte Inhalte wie Youtube-Videos anschauen. Allerdings nur so lange, wie der Fahrer keinen Blick auf den Bildschirm wirft. Dies wird von Infrarotkameras überwacht, die sich in einer separaten Einheit oberhalb des Zentralbildschirms befinden. Beim CLA waren die Kameras noch in das Zentraldisplay integriert, so dass die eigentliche Anzeige nach unten versetzt war. Anders als beim Test des iX3 gab es beim GLC keine Fehlerkennungen bei der Aufmerksamkeitsüberwachung.

Gute Integration von KI-Diensten

Bei der Bedienung ließen sich keine Unterschiede zum CLA-Test feststellen. Je nach Kontext setzt das Infotainmentsystem MBUX unterschiedliche KI-Dienste ein. So nutzt der Sprachassistent auf Basis von OpenAI ChatGPT-4o und der Suchmaschine Bing von Microsoft aktuelle Informationen aus dem Internet. Bei Fragen rund um die Navigationsziele kommt hingegen Google Gemini zum Einsatz.

Im Vergleich mit dem iX3 ist die Integration der KI-Dienste beim GLC schon weiter fortgeschritten. Inzwischen hat BMW allerdings Amazons Alexa+ in sein System integriert . Wie das funktioniert, konnten wir bislang noch nicht testen.

Ist die neue BMW-Infoleiste Panoramic Vision besser als das Anzeigekonzept von Mercedes? Das ist sicher eine Geschmacksfrage. Das Fahrerdisplay von Mercedes ermöglicht ebenfalls die Darstellung unterschiedlicher Inhalte, wobei die Infoleiste von BMW freier konfigurierbar ist und besser im Sichtfeld des Fahrers liegt.

Wippe und Drehwalze sind zurück

Die Rückkehr zu haptischen Bedienelementen wie der Wippe für den Tempomaten und der Drehwalze für die Lautstärke dürfte bei den Mercedes-Kunden sicher gut ankommen. Die Einstellung des Fahrerdisplays über eine kapazitive Bedienfläche ist hingegen immer noch etwas fummelig.

Zu guter Letzt stellt sich noch die Frage, wie sich der GLC bei der praktischen Nutzung im Alltag schlägt. Das Kofferraumvolumen von 570 Litern übertrifft das des iX3 um 40 Liter. Zudem ist beim Mercedes der Stauraum unter der Fronthaube mit bis zu 128 Litern recht groß. Beim iX3 sind es nur 58 Liter. Bei umgeklappten Rücksitzen ist der Stauraum von 1.740 Litern beim GLC hingegen 10 Liter kleiner als beim iX3. Bei der Anhängelast punktet der GLC mit zusätzlichen 400 kg, bei der Stützlast sind es mit 100 kg zusätzliche 20 kg gegenüber dem iX3.

Sehr praktisch ist dabei die Möglichkeit, die Fronthaube durch eine Berührung des Mercedes-Emblems zu öffnen. Auf der IAA klappte das zwar nicht(öffnet im neuen Fenster) , als Mercedes-Chef Ola Källenius die Funktion Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vorführen wollte. Doch bei unserem Test gab es damit keine Probleme.

Fast 100.000 Euro mit allen Extras

Allerdings haben die vielen Extras beim GLC am Ende auch ihren Preis, was die Basisversion von 67.716,95 Euro deutlich teurer macht. So kostet die von uns getestete Version 97.859,65 Euro. Zur Sonderausstattung gehörten unter anderem neben der Hinterachslenkung und der Luftfederung noch der Hyperscreen, der MB.Drive Assist, der Parking Assist 360 (690,20 Euro), das Winterpaket mit Lenkradheizung und beheizten Scheibenwischern (309,40 Euro), das einstellbare Panoramadach (1.249,50 Euro), das Head-up-Display (1.249,50 Euro), die zusätzlichen Lader für 400 Volt und 22 kW sowie das Premium-Paket mit digitalen Extras für 7.497 Euro.

Letzteres umfasst unter anderem das Digitallicht mit adaptivem Fernlichtassistenten, eine zweite induktive Lademöglichkeit für Smartphones, Keyless-Go und ein Burmester 3D-Soundsystem. Die nicht am Testauto angebrachte Anhängevorrichtung kostet weitere 1.279,25 Euro.

Günstigere Modelle sollen folgen

Zweifellos sind viele dieser Extras verzichtbar, so dass sich auch für einen Preis um die 70.000 bis 75.000 Euro ein brauchbarer GLC konfigurieren lässt. Zudem werden als günstigere Einstiegsvarianten der GLC 250 und der GLC 300 von Mitte 2026 an bestellbar sein. Allerdings liegen die entsprechenden Preise und technischen Spezifikationen bislang nicht vor. Der Verzicht auf den Allradantrieb dürfte allerdings eine zusätzliche Reichweite ermöglichen.

Die Produktion des GLC erfolgt zunächst im Mercedes-Werk in Bremen. Weitere Fahrzeuge des Segments sollen künftig im ungarischen Kecskemét und bei der Beijing Benz Automotive Co. vom Band laufen. In den Fabriken sollen erstmals humanoide Roboter eingesetzt werden. Laut Onlineforen(öffnet im neuen Fenster) werden erste Fahrzeuge bereits im März 2026 ausgeliefert. Bei aktuellen Bestellungen liegt die Lieferfrist bei etwa sechs bis sieben Monaten.

Schafft der GLC die Trendwende?

Insgesamt ist der GLC ein praxistaugliches SUV akzeptabler Reichweite und hoher Ladeleistung. Der Einstiegspreis von knapp 68.000 Euro liegt etwas niedriger als beim iX3. Allerdings können viele Extras den Preis auf fast 100.000 Euro treiben. Zudem übertrifft der iX3 den GLC bei Reichweite deutlich.

Daher stellt sich die Frage, ob der GLC tatsächlich die von Mercedes gewünschte Trendwende bei den Elektromodellen der oberen Mittelklasse herbeiführen kann. Denn die hohe Effizienz des CLA hat Mercedes zugunsten des Designs und des Fahrzeugtyps nicht beibehalten können. Zudem wird der höhere Verbrauch bei Weitem nicht durch die zusätzliche Akkukapazität kompensiert.

Die Konkurrenz in dem Segment ist groß(öffnet im neuen Fenster) und kommt dabei sogar aus dem eigenen Haus. Denn der GLB steht dem GLC in fast nichts nach und ist mit akzeptabler Reichweite schon ab 59.000 Euro bestellbar. Es ist daher nicht ausgeschlossen, dass bei den SUV eher der GLB der Verkaufsschlager werden wird.

Offenlegung: Die Kosten für die Reise nach Portugal hat Mercedes-Benz übernommen. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben seitens Dritter.


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