Sicheres Verhalten beim Einfädeln
Besonders heikel im Stau ist das Einfädeln anderer Fahrzeuge in die eigene Spur. Dabei muss das System den Einfädelwunsch erkennen und entsprechend abbremsen. Auf der Probefahrt funktionierte das in der Regel problemlos. Nur in einem Fall, als ein anderes Fahrzeug sehr eng einscherte, bremste der BMW zur Sicherheit ab. Das führte jedoch nicht zu einer Übernahmeaufforderung.
Problemlos meisterte der BMW zudem die eher seltene Situation, dass ein Gegenstand auf der Fahrbahn liegt. Das Fahrzeug bremste schnell genug ab und vermied damit eine Kollision. Kurioserweise gab es auch in diesem Fall keine Aufforderung, wieder das Lenkrad zu übernehmen. Offenbar wollte das System abwarten, bis das Hindernis beseitigt würde.
Streamingangebote auf dem Infotainment
Der Nutzen eines Staupiloten hängt unter anderem davon ab, ob der Fahrer die freigewordene Zeit für andere Dinge sinnvoll verwenden kann. Hierzu bietet BMW auf dem Zentraldisplay unter anderem die Möglichkeit, sich Videos anzuschauen. Ein Internetbrowser ist auf dem Infotainment noch nicht installiert, soll aber folgen. BMW wirbt damit, dass das Streamingangebot zur Fußballbundesliga während der Fahrt genutzt werden kann.
Neben dem Namen sind auch weitere Details zum Staupiloten noch offen. Das betrifft beispielsweise den genauen Start des Angebots sowie dessen Preis. Eine Nachrüstung bereits ausgelieferter Fahrzeuge ist nicht möglich. Die eigentliche Produktankündigung soll im Herbst erfolgen.
Level 4 wird auch in Sokolov getestet
Ohnehin ist fraglich, ob sich die Anschaffung eines Staupiloten lohnt. Denn schon jetzt können BMW-Fahrer mit bis 130 km/h auf der Autobahn unterwegs sein, ohne die Hände am Lenkrad halten zu müssen. Eine solche Funktion könnte in der Praxis sogar angenehmer als ein Staupilot sein, der ständig an seine Systemgrenzen stößt. Das lässt sich allerdings nur bei einem ausführlichen Test herausfinden.
Doch ebenso wie bei anderen Herstellern soll bei BMW der Staupilot nur der erste Schritt auf dem Weg zum autonomen Fahren sein. Schließlich gibt es in Sokolov auch ein Areal für Landstraßen sowie den Stadtverkehr für das Testen nach Stufe 4. Solche Fahrzeuge könnten dann weitergehende Fahraufgaben übernehmen.
300 Millionen Euro investiert
In das Testgelände will BMW immerhin 300 Millionen Euro investieren. 100 Mitarbeiter sollen dort dauerhaft beschäftigt sein. Die Entwickler können dann nach Bedarf aus dem 280 km entfernten München anreisen. Damit dauert die Anfahrt zwar länger als von Stuttgart nach Immendingen, ist jedoch in zwei bis drei Stunden zu bewältigen.
Laut BMW war es gar nicht so einfach, im Umkreis von München ein entsprechend großes Gelände zu finden. Zumal es sich bei dem Areal oberhalb der Tagebaustadt Sokolov um eine Art Industriebrache handelt, so dass kein zusätzlicher Flächenverbrauch zu Buche schlägt. Auf eine staatliche Förderung für die Ansiedlung hat BMW nach eigenen Angaben verzichtet.
Wann die ersten Level-4-Fahrzeuge von BMW auf den Markt kommen, ist bislang unklar. Es gebe bei Privatkunden aus geschäftlicher Perspektive noch keinen sinnvollen Einsatz der Technik, der die Kosten rechtfertige, sagte Entwicklungsleiter Nicolai Martin im März 2022 zu dem Thema. Doch das könnte sich in ein paar Jahren ändern, wenn Sensoren und Rechenleistung günstiger werden sollten. Bis dahin dürften die Entwickler aber noch etliche Runden auf dem Gelände in Sokolov drehen.
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