Mems-Lidar mit hoher Auflösung

Ebenso wie Mercedes braucht auch BMW eine präzise Ortung durch Satelliten-Positionierung, um sich auf Basis hochgenauer Karten in der Umgebung zurechtzufinden. Zudem setzen beide Hersteller – im Gegensatz zu Tesla – auf redundante Sensorsysteme, bestehend aus Lidar, Radar und Kameras. Dabei bauen die Münchner einen sogenannten Mems-Lidar ein. Ein solches mikro-elektromechanisches System (Mems) arbeitet mit Mini-Spiegeln, die den Laserstrahl auf das Sichtfeld projizieren.

Laut BMW verfügt der Lidar über eine Reichweite von bis zu 250 Metern. Das Sichtfeld beträgt horizontal 120 Grad und vertikal 15 Grad. Die Auflösung beträgt jeweils 0,1 Grad, so dass sich horizontal 1.200 und vertikal 150 Punkte ergeben. Diese enthalten allerdings mehr Daten als ein Kamerapixel, da sich über die Laufzeitmessung die genaue Entfernung des Objektes ermitteln lässt.

4D-Radar und 8-Megapixel-Kamera

Bei der Radartechnik setzt BMW schon seit der Markteinführung des iX auf sogenannte 4D-Radare. Solche Radarsysteme sind in der Lage, Objekte nicht nur auf einer zweidimensionalen Ebene, sondern auch im dreidimensionalen Raum zu lokalisieren. Laut BMW kann das Radar mit einer Reichweite von bis zu 300 Metern auch stehende von beweglichen Objekten unterscheiden.

Ebenso wie Nio setzt auch BMW Kameras mit einer Auflösung von 8 Megapixeln ein. Obwohl die Münchner beim autonomen Fahren inzwischen mit Qualcomm kooperieren (g+), basiert der Staupilot noch auf der bisherigen Zusammenarbeit mit der Intel-Tochter Mobileye. Die Qualcomm-Systeme sollen erst bei der neuen Klasse zum Einsatz kommen.

Mehrstufige Übergabe des Lenkrads

Wie hilfreich der neue Staupilot in der Praxis sein wird, lässt sich auf einem Testgelände bei gutem Wetter nicht herausfinden. Ein mehrtägiger Test des Drive Pilot in und um Berlin hat gezeigt, dass das System viele Gründe kennt, um sich nicht aktivieren zu lassen oder sich wieder abzuschalten. Die Liste der Systemgrenzen ist aus Sicherheitsgründen noch sehr lang.

Was uns bei BMW jedoch schon besser gefallen hat: Wenn das System die Fahraufgabe wieder an den Fahrer zurückgibt, blinkt nicht gleich alles rot. In einer ersten Phase, die zehn Sekunden dauert, erhält der Fahrer zunächst den gelben Hinweis: "Jetzt selbst fahren." Danach kommt die rote Warnung: "Sofort selbst fahren." Reagiert der Fahrer innerhalb von zehn Sekunden nicht, überführt das System das Fahrzeug in den sogenannten risikominimierten Zustand. Das heißt, es bleibt mit aktiviertem Warnblinker auf seiner Fahrspur stehen.

  • Auf seinem neuen Testgelände im tschechischen Sokolov testet BMW das autonome Fahren. (Foto: BMW)
  • Der bislang namenlose Staupilot lässt sich mit einer Taste im linken Bedienfeld des Lenkrads aktivieren. (Foto: BMW)
  • Im hochautomatisierten Modus kann der Fahrer sich Videos ansehen. (Foto: BMW)
  • BMW setzt sowohl einen Lidar als auch Radare ein, um die Umgebung zu scannen. (Foto: BMW)
  • Die Kameras verfügen über eine Auflösung von 8 Megapixel. (Foto: BMW)
  • Den rückwärtigen Verkehr beobachtet das Fahrzeug mit einer Kamera in der Heckklappe. (Foto: BMW)
  • Die genaue Ortung per GPS ist wichtig, damit sich das Auto auf der Karte lokalisieren kann. (Foto: BMW)
  • Das System muss in der Lage sein, ein Objekt auf der Fahrbahn zu erkennen und davor zum Stillstand zu kommen. (Foto: BMW)
  • Als Testfahrzeug dient ein 7er Plug-in-Hybrid. (Foto: BMW)
  • BMW testet den Staupiloten sowohl real als auch in der Simulation. (Grafik: BMW)
  • Für die Erkennung der Umgebung kommen sowohl Radarsensoren als auch ein Lidar und Kameras zum Einsatz. (Grafik: BMW)
Für die Erkennung der Umgebung kommen sowohl Radarsensoren als auch ein Lidar und Kameras zum Einsatz. (Grafik: BMW)

Darüber hinaus gibt es sogar noch eine blaue Übergabephase. Diese tritt jedoch laut BMW nur selten auf, wenn die Übernahme nicht zeitkritisch ist. Dies ist beispielsweise bei niedrigen Temperaturen oder Regen der Fall. Allerdings macht das deutlich, dass auch BMW dem System noch enge Grenzen für dessen Aktivierung setzt.

Auf dem Testoval ließen sich zumindest einige Standardsituationen simulieren.

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 Probefahrt mit Level 3: BMW startet den türkisen ModusSicheres Verhalten beim Einfädeln 
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hurzpfurz 07. Aug 2023

Ich durfte am Wochenende als Beifahrer in einem getarnten 7er Testfahrzeug mitfahren. Auf...

hb121280 31. Jul 2023

Dann verstehe ich nicht, wo jetzt hier die Besonderheiten liegen. Der Tesla Autopilot...

Brian Kernighan 27. Jul 2023

Ich bin den aktuellen 5er schon mit der Vorstufe davon gefahren. Da musste man selbst...

drvsouth 27. Jul 2023

Ganz sicher nicht. Da wird es nachfragebasierte Tarife geben. Wenn du das Auto brauchen...



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