Keine Abstürze oder Verzögerungen

Unsere Testfahrt Ende November drohte schon alleine dadurch ungemütlich zu werden, dass wir fast daran scheiterten, die Heizung einzuschalten. Während es beim E-Golf noch einen deutlich sichtbaren Drehknopf über der Mittelkonsole gibt, hat Volkswagen die Steuerung der Klimaanlage komplett ins Infotainmentsystem verlegt. Der Trick dabei: Oben links muss die Anlage in der entsprechenden Ansicht erst einmal eingeschaltet werden.

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Sonst kommt eine Fehlermeldung, dass die Klimaanlage nicht verfügbar ist. Angesichts der vielen Softwareprobleme muss man beim ID.3 derzeit noch mit allem rechnen.

Besonders intuitiv ist das System nicht zu bedienen. Das kleine blaue Rechteck oder blaue Kreuz in der Mitte der linken Spalte ist eine Art Home Button wie beim Smartphone. "Wer ein modernes Telefon besitzt, wird auch im ID.3 zurechtkommen", urteilte die Auto Bild. Auf dem Startbildschirm finden sich die Kacheln zu den einzelnen Menüs wie Fahrzeug, Setup, Navigation, Telefon, Klima oder Assistenzsysteme. Ruft man die Assistenzsysteme auf, sieht man jedoch nur eine merkwürdige Verkehrssituation. Erst über einen kleinen Button oben rechts lassen sich dann die einzelnen Funktionen anzeigen.

Immerhin brauchte das Infotainment mit dem 10-Zoll-Touchscreen in dem von uns getesteten ID.3 nicht ungewöhnlich lange, um beim Start hochzufahren. Auch gab es keine Verzögerungen beim Aufruf der Funktionen. Abgestürzt ist das System ebenfalls nicht. Im Grunde ließen sich sämtliche verfügbaren Dienste problemlos nutzen. Was nicht bedeutet, dass sie fehlerfrei funktionieren.

  • Der ID.3 soll für VW den Einstieg in der Massenmarkt für Elektroautos bedeuten. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Mit einem Radstand von 2,77 m und einer Höhe von 1,57 m verfügt der ID.3 über reichlich Platz im Innenraum. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Ungünstig für die Sicht nach hinten ist die breite C-Säule. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Heckfenster ist sehr schmal. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Innen wird der ID.3 sehr aufgeräumt. Es gibt nur wenige Hebel und Schalter. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Wie beim Tesla Model 3 übernimmt der Touchscreen viele Funktionen. Darunter die komplette Klimasteuerung. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Kombiinstrument hinter dem Lenkrad ist zwar schmal, aber dennoch dreigeteilt. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Lenkradtasten sind berührungsempfindlich. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Damit lässt sich unter anderem die Sprachsteuerung aktivieren. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Fahrstufenschalter ist hinter dem Lenkrad versteckt. Damit lässt sich auch eine stärkere Rekuperation einstellen. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die schwarzen Hochglanzflächen sollen sehr kratzempfindlich sein. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Selbst für den Warnblinker gibt es keinen mechanischen Taster, sondern ein berührungsempfindliches Element. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Viele Autohersteller verzichten je nach Ausstattung inzwischen auf klassische USB-Buchsen mit Typ A. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Unterhalb der Kofferraumabdeckung umfasst der Stauraum 315 l. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Mit umgeklappten Sitzen erreicht das Kofferraumvolumen 650 l. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Unter der Fronthaube gibt es keinerlei Stauraum. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • An Schnellladesäulen lädt der ID.3 mit bis zu 100 kW. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Auf unserer Testfahrt konnten wir allerdings nur mit gut 30 kW laden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Viele Funktionen des Entertainmentsystems sind noch nicht verfügbar. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der Ladestand in Prozent wird nur während des Ladevorgangs angezeigt. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der Durchschnittsverbrauch des von uns getesteten Fahrzeug lag bei hohen 25,8 kWh/100 km. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
Das Kombiinstrument hinter dem Lenkrad ist zwar schmal, aber dennoch dreigeteilt. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)

Navi kennt keine Allego-Säulen

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Keine Verbesserung im Vergleich zum E-Golf stellt beispielsweise das Navigationssystem dar. Es ist ein Unding, dass der ID.3 in Berlin Hunderte von Ladesäulen des Netzwerkes Be emobil (Allego) nicht kennt. In seinen FAQ empfiehlt We Share daher, die App des Mobilitätsdienstleisters Plugsurfing zu nutzen. Auch die Ladestationen des Schnellladenetzwerks Ionity kennt das Navi nicht. Auf Anfrage teilte ein VW-Sprecher mit, dass dieses Problem mit dem Software-Update behoben werden solle.

Verwirrt hat uns zudem die Anzeige der Routen. So werden beim E-Golf alternative Routen neben der Karte in einer kleinen Tabelle angezeigt und können anhand der Farbe ausgewählt werden. Beim ID.3 gibt eine solche Liste nicht. Wenn man eine Alternativroute mit dem Finger berührt, wie beispielsweise bei Google Maps üblich, wird diese jedoch nicht ausgewählt. Stattdessen wird die Position in der Karte als neues Ziel erkannt. Um die Alternativroute zu aktivieren, muss die damit verbundene kleine Flagge ausgewählt werden. Das wird nicht einmal in der Bedienungsanleitung erklärt.

Einbindung des Smartphone fehlt noch

Ohnehin sollte man sich auf die Routenführung des ID.3 nicht verlassen. Selbst wochen- und monatelange Straßensperrungen innerhalb Berlins kennt das Navi im Gegensatz zu Google Maps nicht. Dieses Problem dürfte auch das Software-Update nicht beheben. Wer mit We Share fährt, sollte daher möglichst eine aufsteckbare Handyhalterung griffbereit haben. Eine Integration des Handys über Apple Carplay oder Android Auto könnte das auch übernehmen, soll aber erst nach dem Software-Update funktionieren.

Ob es sich lohnt, für jede kurze Fahrt mit einem Mietauto das Smartphone per Bluetooth zu koppeln und eine Software-Verbindung einzurichten, ist eine ganz andere Frage. Schließlich kostet das jedes Mal 29 Cent pro Minute. Immerhin soll das künftig auch per USB-Kabel möglich sein, wie auf Elektroauto-Foren diskutiert wird. Wer sein Handy während der Fahrt aufladen möchte, sollte bedenken, dass der ID.3 von We Share nur über USB-C-Buchsen verfügt.

Ob das Software-Update die Spracherkennung verbessert, darf hingegen bezweifelt werden. Schließlich ist das System über das Internet schon jetzt mit der Cloud verbunden.

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 Probefahrt mit ID.3: Nicht so schlecht wie sein RufVerkehrszeichenerkennung nicht perfekt 
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Denni 29. Dez 2020

.. eine große Wende bedeuten. Einmal sind dann Kinderkrankheiten gelöst, Software stimmt...

Gunni Lingus 28. Dez 2020

Wie Otto schon in den 70ern anmerkte: In den Modefarben Himmelbleu, Schiefergrö und lilö...

Yawgmoth 28. Dez 2020

Knöpfe spart so gut wie jeder Hersteller leider ein. Billig wirken die neuen VWs nicht...



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