Probefahrt mit Citroën Ami: Das Palindrom auf vier Rädern

Wie fährt sich ein Elektroauto, das von vorne und hinten gleich aussieht und nur 7.000 Euro kostet?

Ein Hands-on von veröffentlicht am
Unser Video zeigt die Vor- und Nachteile des Citroën Ami. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Den ersten Kontakt mit der Elektromobilität haben Kinder und Jugendliche meist auf dem Autoscooter. Das macht Spaß und ist ziemlich ungefährlich. Demnächst könnte es in einigen Bundesländern 15-Jährigen möglich sein, sich nach dem Jahrmarktbesuch in ihr eigenes Elektroauto zu setzen und weiter Strom zu geben. Der neue Citroën Ami ist flink und fast so wendig wie die Chaise eines Autoscooters und mit dem Mopedführerschein zu fahren. Doch findet es mit seinen vielen Einschränkungen seine mehr oder weniger jungen Käufer?

Inhalt:
  1. Probefahrt mit Citroën Ami: Das Palindrom auf vier Rädern
  2. Noch spartanischer als der e.Go
  3. Für die Fahrt in die Berufsschule

Zunächst zu den Vorteilen des knuffigen Flitzers: Citroën bringt in Frankreich die Basisversion des Ami für 6.000 Euro nach Abzug einer Kaufprämie auf den Markt. Die monatliche Leasingrate beträgt dort nur 20 Euro bei einem 48-Monatsvertrag und 2.644 Euro Anfangszahlung. Die Preise für Deutschland werden erst später bekanntgegeben, sollen sich jedoch in einem ähnlichen Rahmen bewegen. Ende des ersten Quartals 2021 sollen die ersten Exemplare bei den Händlern hierzulande ankommen.

Umfassende Verglasung

Obwohl der Ami mit 2,41 m Länge und 1,39 m Breite wirklich ein Kleinstauto ist, hat man innen gar nicht den Eindruck, in einem solchen zu sitzen. Dazu trägt sicherlich die umfassende Verglasung mit Panoramadach bei. Auch die Rundumsicht ist hervorragend. Zwar hat Citroën auf den Innenspiegel verzichtet, doch gerade beim unübersichtlichen Rechtsabbiegen ist es von Vorteil, dass die Heckscheibe direkt hinter dem Fahrersitz liegt und die Sicht nicht durch eine breite C-Säule verdeckt wird.

Anders als beim Renault Twizy sind die beiden Sitze nebeneinander angeordnet. Nur der Fahrersitz lässt sich verschieben. Der Beifahrersitz ist ganz hinten angebracht. Der Akku ist mit 5,5 Kilowattstunden (kWh) für ein Elektroauto geradezu winzig. Im Vergleich dazu scheint die Reichweite mit 75 Kilometern (km) nach WMTC (World Motorcycle Test Cycle) ziemlich groß. Doch diese ist durchaus realistisch. Denn mit einem Motor von 6 kW und einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h ist der Energieverbrauch entsprechend niedrig. Dennoch hat man nicht das Gefühl, im Stadtverkehr von Berlin als Verkehrshindernis unterwegs zu sein.

Stadtautobahn ist tabu

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Der kleine Elektromotor an den Vorderrädern beschleunigt den Ami an Ampeln ausreichend schnell. Selbst auf größeren Verkehrsachsen wie der Straße des 17. Juni schwimmt der Wagen problemlos mit. Klar: Ein Ausflug auf die Stadtautobahn wäre nicht erlaubt. Aber auf den übrigen Straßen der Hauptstadt macht es Spaß, sich mit dem kleinen Racker wie ein richtiger Autofahrer zu fühlen.

  • Der neue Citroen Ami ist mit 2,4 Metern Länge wirklich ein Kleinstwagen. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Immerhin können zwei Personen nebeneinander sitzen. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Für die Fahrwahl gibt es keinen Hebel, sondern drei Tasten am Fahrersitz. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Es gibt kein Infotainment-System, aber gegen Aufpreis einen Handy-Halter. Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Platz für Gepäck gibt es vor allem vor dem Beifahrersitz. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Dort lässt sich auch eine Tasche oder ein Rucksack befestigen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Tür hat keine Griffe, sondern nur Schlaufen zum Öffnen und Schließen. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Lenkrad hat keinen Airbag, ESP gibt es ebenfalls nicht. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Panoramadach und die Fenster ermöglichen eine gute Rundumsicht. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Display im Armaturenbrett zeigt nur wenige Werte an. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Fenster lassen sich wie bei der Ente aufklappen. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Da der Wagen symmetrisch aufgebaut ist, schlägt die Fahrertür nach hinten auf. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Hinter dem Fahrersitz befiinden sich die Behälter für die Scheibenwischanlage und die Bremsflüssigkeit. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Türen lassen sich einzeln mit einem Schlüssel öffnen. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Ein Blick auf die Hinterachse (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • An der Vorderachse ist der 48-Volt-Motor von Valeo zu erkennen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Deutlich kürzer als herkömmliche Elektroautos ist der Ami. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Fast schon ein surrealer Anblick, die Kleinwagenversammlung (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
Der neue Citroen Ami ist mit 2,4 Metern Länge wirklich ein Kleinstwagen. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)

Kleiner Tipp für junge Erstnutzer: Anders als beim Autoscooter muss man zum Rückwärtsfahren nicht das Lenkrad überdrehen, sondern bei den drei Tasten links neben dem Fahrersitz auf das "R" drücken. Die ungewöhnliche Position für die Fahrwahl müsste vermutlich auch die ältere Generation erst einmal suchen. Eine Parkstellung gibt es nicht. Dafür aber einen ungewöhnlich großen Handbremshebel in der Fahrzeugmitte.

Bei dem niedrigen Preis muss man beim Komfort an vielen Punkten Abstriche machen.

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Noch spartanischer als der e.Go 
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nille02 22. Sep 2020

Wer vor 1980 den Autoführerschein gemacht hat, der darf auch A1 also 125ccm fahren. Aber...

stan__lemur 21. Sep 2020

45 km/h + 100 km/h im Gegenverkehr

gadthrawn 20. Sep 2020

Wie kommst du darauf? Ein Euro 4 Kleinkraftrad darf 630 mg/km HC und 170 mg/km NOx...

nille02 19. Sep 2020

Für das Geld bekommst du einen Fabrikneuen C1 in einer der größeren Varianten mit Start...

Manto82 15. Sep 2020

So ein Gefährt könnte ich mir für den individuellen ÖPNV sehr gut vorstellen. Statt jeden...



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