Probefahrt mit BMW i4 M50: Für mehr Freude am Fahren

Der neue BMW i4 M50 bringt seine 400 kW Motorleistung sehr souverän auf die Straße. Und das auf einer Verbrennerplattform.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Der vollelelektrische BMW i4 M50 bietet viel Fahrspaß bei akzeptabler Reichweite.
Der vollelelektrische BMW i4 M50 bietet viel Fahrspaß bei akzeptabler Reichweite. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Umgebaute Verbrennerautos überzeugen häufig nicht in ihrer Elektrovariante. Entweder ist nicht viel Platz für einen großen Akku, wie beim E-Golf, oder die Batterie reduziert die Bodenfreiheit erheblich, wie beim Mercedes EQC. Beim BMW i4 ist dem Münchner Hersteller hingegen das Kunststück gelungen, auf der Plattform des 4er Coupé ein Elektroauto aufzusetzen, das sehr viel Fahrspaß bietet. Die Kombination von großem Akku und hoher Ladeleistung machen den i4 zudem langstreckentauglich.

Der i4 ist 4,78 m lang, 1,85 m breit und 1,45 m hoch. Der Radstand beträgt knapp 2,9 m. Der i4 kommt in der Basisvariante eDrive40 mit Heckmotor und Allradvariante M50 auf den Markt. Das Leergewicht des eDrive40 liegt bei 2.050 kg, der M50 ist fast 200 kg schwerer. Bei einem Drehmoment von 430 Newtonmetern (Nm) beschleunigt der eDrive40 in 5,7 Sekunden von null auf 100 km/h. Der M50 schafft das mit einem Drehmoment von 795 Nm in 3,9 Sekunden. Während der eDrive40 bei 190 km/h abgeregelt wird, kann der M50 mit 225 km/h etwas schneller unterwegs sein.

Viele Gemeinsamkeiten mit iX

Der BMW i4 hat technisch sehr viele Gemeinsamkeiten mit dem neuen Elektro-SUV iX, das ebenfalls im November auf den Markt kommen soll. Dazu gehört neben dem elektrischen Antrieb auch das neue Bediensystem iDrive auf Basis des BMW Operating System 8. Ebenso wie der iX verfügt auch der i4 über ein 12,3 Zoll und ein 14,9 Zoll großes Display, die zu einer zum Fahrer gerichteten, gebogenen Anzeigeneinheit verbunden sind.

Die größten Unterschiede gibt es bei der Batterietechnik. Denn anders als beim iX, der auf einer eigenständigen Plattform basiert, mussten die Entwickler beim i4 den Akku in der Verbrennerplattform unterbringen. Diese wird ebenfalls für das neue 4er Coupé verwendet, soll aber von Beginn an auch für einen rein elektrischen Antrieb konzipiert worden sein. Nach "intensiven Struktur- und Umbaumaßnahmen" wird der i4 nun ebenso wie das Verbrennermodell im Münchner BMW-Werk gebaut, während der iX in Dingolfing vom Band rollt.

Sehr flache Hochvoltbatterie

Stellenmarkt
  1. Digitalisierungskoordinator (m/w/d)
    Kunstakademie Münster, Münster
  2. IT-Projektmanagement-Officer (w/m/d)
    Salzgitter Mannesmann Handel GmbH, Düsseldorf
Detailsuche

Entwicklungsleiter David Ferrufino Camacho beharrte darauf, im neuen i4 einen Akku mit mindestens 80 Kilowattstunden unterzubringen. Um dies zu ermöglichen, setzt BMW unter anderem eine extrem flache Hochvoltbatterie aus prismatischen Zellen mit einer Höhe von lediglich 110 Millimetern ein. Nicht nur im Fahrzeugboden, auch in der Mittelkonsole sind noch Zellen untergebracht. Somit kommt der i4 auf eine nutzbare Kapazität von 80,7 kWh.

Bei beiden Modellen ist der Akku jedoch gleich groß. Entsprechend unterschiedlich ist die Reichweite. Während der eDrive40 nach WLTP bis zu 590 km weit kommen soll, sind es bei der von uns gefahrenen Leistungsvariante 80 km weniger.

Höhere Ladeleistung als beim iX

Was erstaunlich ist: Obwohl der i4 einen deutlich kleineren Akku als der iX iDrive50 hat, dessen Batterie mit 105 kWh um fast ein Drittel größer ist, lässt sich der i4 dennoch mit einer höheren Leistung laden. Diese erreicht beim i4 maximal 205 kW, während der iX nur mit bis zu 195 kW lädt.

  • Der BMW i4 ist ein vollelektrisches Gran Coupé, das auf einer gemeinsamen Verbrennerplattform basiert. (Foto: BMW)
  • Der i4 kommt in den Versionen eDrive40 und M50 auf den Markt. (Foto: BMW)
  • Die vergrößerte BMW-Niere ist auch beim i4 zu sehen. (Foto: Friedhelm Greis)
  • Verglichen mit dem iX wirkt die Niere beim i4 allerdings nicht so dominant. (Foto: BMW)
  • Der i4 M50 verfügt mit seinem Allradantrieb über eine Motorleistung von bis zu 400 kW (544 PS). (Foto: Friedhelm Greis)
  • Das Fahrzeuginnere ähnelt stark der Verbrennerversion. (Foto: BMW)
  • Ebenso wie der iX verfügt auch der i4 über ein 12,3 Zoll und ein 14,9 Zoll großes Display, die zu einer zum Fahrer gerichteten, gebogenen Anzeigeneinheit verbunden sind. (Foto: BMW)
  • In der Mittelkonsole gibt es den iDrive-Controller sowie einen klassischen Hebel für die Schaltstufen.(Foto: BMW)
  • Bei einem Radstand von 2,85 ist das Platzangebot auf der Rückbank ausreichend. (Foto: BMW)
  • Der Kofferraum hat ein Ladevolumen von 470 Litern. (Foto: BMW)
  • Bei umgeklappten Sitzen fasst die Ladefläche 1.290 Liter. (Foto: BMW)
  • Unter der Kofferraumabdeckung befindet sich noch zusätzlicher Stauraum, wo je nach Ausstattung der Verstärker für das Soundsystem untergebracht ist. (Foto: Friedhelm Greis)
  • Die maximale Ladeleistung an Schnellladern soll bei 205 Kilowatt liegen. (Foto: BMW)
  • Die Ladekurve bricht beim i4 aber recht schnell wieder ab. (Grafik: BMW)
  • Beim iX wird hingegen die hohe Ladeleistung länger aufrecht erhalten. (Grafik: BMW)
  • Der Verbrauch des Testautos seit Auslieferung war mit 26,6 kWh/100 km recht hoch, dürfte bei einem normalen Gebrauch aber niedriger liegen. (Foto: Friedhelm Greis)
  • Die abgerufene Leistung lässt sich im Display visualisieren. (Foto: Friedhelm Greis)
  • Der BMW i4 kann seine Geschwindigkeit den erkannten Ampelphasen anpassen. (Foto: Friedhelm Greis)
  • Der i4 M50 erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h, der eDrive40 wird bei 190 km/h abgeregelt. (Foto: Friedhelm Greis)
  • Das neue iDrive-System basiert auf dem BMW Operating System 8.0. (Foto: Friedhelm Greis)
Der BMW i4 ist ein vollelektrisches Gran Coupé, das auf einer gemeinsamen Verbrennerplattform basiert. (Foto: BMW)

Allerdings zeigt ein Vergleich der Ladekurven, dass der iX die maximale Ladeleistung deutlich später erreicht, während die Kurve beim i4 früher abbricht. Die eigentliche Ladegeschwindigkeit von 10 bis 80 Prozent der Akkukapazität liegt beim i4 dennoch mit 31 Minuten etwas niedriger beim iX. Auf der Probefahrt war es mangels Schnelllader nicht möglich, die Ladeleistung des i4 selbst zu testen. Per Wechselstrom laden die beiden Modelle dreiphasig mit bis zu 11 kW, einphasig mit bis zu 7,4 kW.

Was die Fahrleistung betrifft, so hängt der sportlichere i4 M50 den großen iX ebenfalls ab.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Von null auf 100 in 3,9 Sekunden 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6.  


FrankKnarf 21. Okt 2021 / Themenstart

Nach Logik der Teslafans, weil die Produktion ausverkauft ist, immer.

Trollversteher 18. Okt 2021 / Themenstart

"Tempomat" ;-) Hab ich erst gestern bei einer 420 km Fahrt ebenfalls wieder genossen...

dasbinich 15. Okt 2021 / Themenstart

Ich möchte keine Kunstledersitze. Entweder Stoff (hat einige Vorteile) oder Echtleder...

berritorre 15. Okt 2021 / Themenstart

Da stellt sich halt die Frage, was diese Förderung bewirken soll. Geringverdiener zu...

berritorre 14. Okt 2021 / Themenstart

Es ist halt bei einem kurzen Test, bei dem man das Fahrzeug nicht über mehrere Tage zur...

Kommentieren



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Arduino und Python
Bastler nimmt Audiokassette als Speichermedium für Retro-PC

Die Kassette kann nicht nur Lieder speichern, sondern auch Bitmuster. Ein Bastler baut dafür eine Schnittstelle mit 1,5 KBit/s Datenrate.

Arduino und Python: Bastler nimmt Audiokassette als Speichermedium für Retro-PC
Artikel
  1. Truth Social: Trumps soziales Netz bekommt Probleme mit Hackern und Lizenz
    Truth Social
    Trumps soziales Netz bekommt Probleme mit Hackern und Lizenz

    Hacker starten in Trumps-Netzwerk einen "Online-Krieg gegen Hass" mit Memes. Der Code scheint illegal von Mastodon übernommen worden zu sein.

  2. Bis Ende 2022: VW-Manager müssen wegen Chipkrise Verbrenner fahren
    Bis Ende 2022
    VW-Manager müssen wegen Chipkrise Verbrenner fahren

    2022 werden VWs Manager den Kurs des Unternehmenschefs Herbert Diess nicht fahren können - Elektroautos und Hybride können als Dienstwagen nicht bestellt werden.

  3. Alexa, Siri, Google: Bericht listet von Sprachassistenten gesammelte Daten auf
    Alexa, Siri, Google
    Bericht listet von Sprachassistenten gesammelte Daten auf

    Fünf Sprachassistenten reagieren auf menschliche Kommandos, sammeln aber auch viele Daten über Personen und Geräte - etwa Browserverläufe.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • AOC CQ32G2SE/BK 285,70€ • Dell Alienware AW2521H 360 Hz 499€ • Corsair Vengeance RGB PRO SL 64-GB-Kit 3600 253,64€ • DeepCool Castle 360EX 109,90€ • Phanteks Glacier One 240MP 105,89€ • Seagate SSDs & HDDs günstiger • Alternate (u. a. Thermaltake Core P3 TG Snow Ed. 121,89€) [Werbung]
    •  /