Probefahrt mit BMW-Roller CE 04: Beam me up, BMW

Mit futuristischem Design und elektrischem Antrieb hat BMW ein völlig neues Fahrzeug für den urbanen Bereich entwickelt.

Ein Bericht von Peter Ilg veröffentlicht am
BMW hat den CE 04 speziell für den urbanen Verkehr entwickelt.
BMW hat den CE 04 speziell für den urbanen Verkehr entwickelt. (Bild: BMW)

Manchmal braucht es zwei Versuche, um den großen Wurf zu landen. Dieser ist BMW mit dem elektrischen Mittelklasseroller CE 04 gelungen. Die Ziffer 4 steht für eine vergleichbare Leistungsklasse bei Verbrennern mit einem Hubraum von 400 ccm3. Ihren ersten elektrischen Roller in diesem Segment brachten die Münchner 2014 auf den Markt: 275 kg schwer, 14.000 Euro teuer, mit dem Namen C Evolution.

Inhalt:
  1. Probefahrt mit BMW-Roller CE 04: Beam me up, BMW
  2. BMW-Roller CE 04 nutzt bewährte Autotechnik

Dem Anspruch wurde der Roller jedoch nicht gerecht, nur 8.000 Stück davon wurden weltweit bis 2020 verkauft. Das Fahrzeug hat zu viel Gewicht, ist daher unhandlich, und der Preis ist für knapp 100 km Reichweite viel zu hoch. BMW hat die Produktion eingestellt und für seinen ersten Versuch in dieser elektrischen Fahrzeugklasse Lehrgeld bezahlt, aber auch Wissen für den nächsten gesammelt.

Eine neue Fahrzeugklasse für die Stadt

Etwa die Hälfte aller C Evolution rollt im Großraum Paris. Die französische Metropole gehört mit Rom und Barcelona zu den Rollerhauptstädten Europas. Dort nutzen Menschen die Fahrzeuge, um den überfüllten Metros zu entkommen und sich im dichten Verkehr auf den Straßen durchzuschlängeln.

Roller eignen sich als Zweiradfahrzeuge dafür am besten: Sie haben einen Stauraum fürs Gepäck und eine Verkleidung als Regenschutz. Deshalb haben die Designer und Entwickler bei BMW ihren nächsten elektrischen Roller konsequent auf den urbanen Raum ausgerichtet. Herausgekommen ist ein optisch völlig neues Fahrzeugkonzept: BMW hat mit dem CE 04 eine neue Fahrzeugklasse für die individuelle Mobilität in Zentren geschaffen.

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BMW wird für solche Regionen keine neuen Verbrenner mehr anbieten. "Bis 2025 werden wir nun mindestens alle 18 bis 24 Monate ein neues elektrisches Fahrzeug für den urbanen Verkehr auf den Markt bringen", kündigte Walter Schramm, Leiter von BMW-Motorrad, bei der Vorstellung des CE 04 in Barcelona an. Der Ort passt bestens zum Einsatzzweck des Gefährts, das den Anfang der Elektrifizierungsstrategie von BMW für urbane Räume macht. Ab Frühjahr wird das Fahrzeug in 38 Ländern angeboten.

Ungewöhnlich lang, außergewöhnliche Optik

Das Design ist spektakulär. Die Designer haben alle Freiheiten beim Zeichnen genutzt, die der Elektroantrieb bietet. Roller mit Verbrennern bündeln ihre Masse am Hinterrad, weil dort der Motor sitzt und das Rad antreibt. Das BMW-Hinterrad ist frei von Ballast und wird über einen Zahnriemen angetrieben.

Elektromobilität: Grundlagen und Praxis

Der Motor sitzt deutlich vor dem Hinterrad, daneben die Elektronik und davor die Akkuzellen. 40 Stück hintereinander, deshalb ist das Fahrzeug mit etwa 2,3 Metern ziemlich lang geraten. Diese ungewöhnliche Länge fällt als erstes auf. Der CE 04 ist um fast einen halben Meter länger als eine Vespa. Über den Batterien befindet sich ein Staufach, in das neben dem Helm auch Haushaltseinkäufe passen. Das ist praktisch für den Alltag.

  • BMWs neuer elektrischer Roller CE 04 (Quelle: BMW)
  • Es ist ein Mittelklasseroller, der mit zwei Motorvarianten angeboten wird: mit 23 kW und 31 kW Maximalleistung. (Quelle: BMW)
  • Beide fahren aber 120 km/h und kosten auch gleich viel. Der Unterschied liegt in der benötigten Fahrerlaubnis. (Quelle: BMW)
  • Der Akku hat eine Kapazität von 8,9 kWh. Die Reichweite gibt BMW mit 130 km an. (Quelle: BMW)
  • Die Ladezeit beträgt knapp 4,5 Stunden mit dem normalen Ladegerät und 1,5 Stunden mit dem optionalen Schnellladegerät. (Quelle: BMW)
  • Der Roller kostet in der Basisversion knapp 12.000 Euro. (Quelle: BMW)
BMWs neuer elektrischer Roller CE 04 (Quelle: BMW)

Neben der Länge ist die Form des Fahrzeuges außergewöhnlich. Es hat die Grundform einer langen, schmalen und rechteckigen Kiste, die tief auf zwei voneinander entfernten Rädern sitzt. Darüber ist ein Sattel in Form eines schmalen Bretts, das scheinbar wie ein fliegender Teppich über dem Unterbau schwebt. Das macht den Roller luftig.

Wie bei Rollern üblich, hat der CE 04 keinen Durchstieg für die Beine beim Aufstieg. Diese müssen über die niedrige Sitzbank geschwungen werden. Das geht ganz leicht. Die Räder haben mit 15 Zoll einen für Roller unüblich großen Durchmesser, was optisch Stabilität suggeriert, die sich im Fahrbetrieb bestätigt.

Der Schwerpunkt an Material liegt ebenfalls untypisch für Roller im Vorbau. Dort sitzt die Verkleidung, die beim Sitzen auf dem gut gepolsterten Brett nur bis zu den Hüften reicht und deshalb nur abwärts Schutz vor Regen bietet. Beine und Füße dürften bei Regen trocken bleiben, obwohl die Beinverkleidung schmal ausfällt. Völlig bedeutungslos für den Schutz vor schlechtem Wetter ist das winzige Windschild.

Einen praktischen Nutzen hat es nicht, aber es sieht cool aus, wie das gesamte Fahrzeug überhaupt. Ein Roller ist der CE 04 nicht mehr. Er wird aber selbst von BMW in diese Klasse einsortiert, weil er der am nächsten kommt und es für solche Fahrzeuge noch keine Modellbezeichnung gibt.

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BMW-Roller CE 04 nutzt bewährte Autotechnik 
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Mnt 24. Jan 2022

Aha, interessante Aussage denn eben letzteres hat dieses Ding und die allermeisten...

Mnt 24. Jan 2022

Life Hack Pro Tip: wenn ein Extremstbeispiel das Einzige ist, das man anbringen kann...

Mnt 24. Jan 2022

Offenbar einen Trip nach Barcelona, um mal dem Dauergrau zu entkommen. Hätte ich auch...

Mnt 24. Jan 2022

Ich suche auch noch nach dem Etwas, das dieses Teil NICHT zu einem Roller machen würde...



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