Probefahrt mit BMW iX: Außen pfui, innen hui

Am Design des BMW iX scheiden sich die Geister. Technisch kann das vollelektrische SUV aber in fast jeder Hinsicht mithalten.

Ein Test von veröffentlicht am
Der neue iX iDrive50 ist das erste vollelektrische SUV von BMW.
Der neue iX iDrive50 ist das erste vollelektrische SUV von BMW. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Eine der "Letzten Fragen" der taz lautete einmal: "Was ist besser: In einem schönen Haus zu wohnen und auf ein häßliches zu gucken oder in einem häßlichen Haus zu wohnen und auf ein schönes zu gucken?" Diese Frage, übertragen auf Autos, drängt sich beim Anblick des nicht besonders hübsch geratenen BMW iX mit der protzigen Doppelniere und den markanten Lufteinlässen auf. Nach einer ersten Probefahrt lässt sich zumindest sagen: Das Fahren im neuen vollelektrischen SUV ist durchaus ein schönes Erlebnis.

Der Münchner Autohersteller steigt mit dem iX spät um das Rennen in der elektrischen Oberklasse ein. Während die Konkurrenz von Audi schon vor drei Jahren den E-Tron präsentiert hat, produzierte BMW nur unverdrossen den Kleinwagen i3 weiter. Nun greift der Konzern aber mit dem iX und der vollelektrischen Limousine i4 die anderen Hersteller an. Beide Modelle werden vom November 2021 an verkauft.

Großer Akku mit 105 kWh

Rein technisch können die Münchner dabei durchaus mithalten. So verfügt die größere iX-Version iDrive50 über einen Akku mit einer nutzbaren Kapazität von 105,2 Kilowattstunden (kWh). Damit soll der 2,5-Tonner nach dem Prüfzyklus WLTP zwischen 549 und 630 km weit kommen. Das ist eine beachtliche Reichweite, auch wenn sie noch 150 km niedriger als bei der Luxuslimousine EQS von Mercedes-Benz liegt.

Beim iDrive40 ist der Akku mit 71 kWh erheblich kleiner. Dessen Reichweite gibt BMW mit 372 bis 425 km an. Beide Fahrzeuge haben einen Luftwiderstandsbeiwert von 0,25. Das ist besser als beim Audi E-Tron mit 0,28 oder beim Mercedes-Benz EQC mit 0,27.

Stromerregte Synchronmaschine als Antrieb

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Besonders stolz sind die BMW-Ingenieure auf die selbst entwickelten und produzierten Elektromotoren. Schließlich sei BMW noch immer die Abkürzung für Bayerische Motoren Werke. Im Gegensatz zur Oberklasse-Konkurrenz von Mercedes, Audi, Tesla oder Porsche setzt BMW weiterhin auf eine stromerregte Synchronmaschine (SSM). Diese hat zwar einen geringeren Wirkungsgrad als ein Motor, dessen Rotor-Magnetfeld durch Permanentmagnete erzeugt wird.

Allerdings lässt sich damit die abgerufene Leistung in Abhängigkeit von der Drehzahl besser steuern, was dem Motor nach Angaben der Entwickler bei Überholvorgängen eine bessere Elastizität verleiht. Zudem lässt sich der Rotor ohne die für Permanentmagnete erforderlichen Seltenen Erden herstellen. Neben BMW setzt auch Renault für den Zoe eine fremderregte Synchronmaschine ein.

Motorleistung stark gedrosselt

Beim iX iDrive50 kommen beide Motoren an Vorder- und Hinterachse zusammen auf 420 kW (571 PS). Allerdings wird die Systemleistung auf 385 kW (523 PS) begrenzt. Noch stärker fällt diese Differenz beim iDrive 40 aus. Während beide Motoren zusammen auf 390 kW kommen, liegt die Systemleistung nur bei 240 kW. Beide Modelle verfügen über den gleichen Frontmotor mit 190 kW, während beim iDrive50 der Heckmotor mit 230 kW zusätzliche 30 kW abrufen kann. Der geplante iX M60 soll auf eine Systemleistung von 440 kW (600 PS) kommen.

Elektromobilität: Grundlagen und Praxis

Während der iDrive50 in 4,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt, braucht der iDrive40 dafür 1,5 Sekunden länger. Bei beiden Fahrzeugen ist die Höchstgeschwindigkeit auf 200 km/h begrenzt.

  • Der BMW iX ist das erste vollelektrische SUV des Münchner Autoherstellers. (Foto: BMW)
  • Auffallend am Design des iX sind die markante Doppelniere und die Lufteinlässe an der Front. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Von hinten ist das SUV weniger auffällig. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Den iX gibt es vorerst in den zwei Versionen: iX iDrive50 und iX iDrive40. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der iX iDrive50 hat eine große Batterie mit rund 105 Kilowattstunden an Kapazität. Zudem ist die Motorleistung mit 385 kW fast doppelt so groß. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Beide Versionen lassen mit 11 kW an einer Wechselstromsäule oder einer Wallbox laden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der iDrive50 erreicht eine Ladeleistung von 195 kW an einem Schnelllader, der iDrive40 kommt auf 150 kW. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der BMW iX hat eine verbundene Anzeigeneinheit mit zwei Displays. (Foto: BMW)
  • Neu ist das hexagonale Lenkrad. Die Form findet sich auch im Instrumentendisplay wieder. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • BMW hat versucht, die Zahl der Schalter und Taster um 50 Prozent zu reduzieren. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Neu ist die Handy-Halterung in der Mittelkonsole. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Bedienelemente aus geschliffenem Glas können den Fahrer unangenehm blenden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Bei den Sitzbezügen verwendet BMW inzwischen Recycling-Material. (Foto: BMW)
  • Bei einem Radstand von 3 Metern ist das Platzangebot ausreichend. (Foto: BMW)
  • Eigene Displays gibt es für Passagiere im Fond nicht. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Mit umgeklappten Rücksitzen steigt das Ladevolumen auf 1.750 Liter, sonst sind es 500 Liter. (Foto: BMW)
  • Unter der Kofferraumabdeckung gibt es ebenfalls Stauraum. (Foto: BMW)
  • Das Infotainment-System verwendet erstmals das neue Betriebssystem 8 von BMW. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Routenplanung kann Ladestopps berücksichtigen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der Fahrer kann zwischen den Fahrmodi Sport und Efficient wählen. (Foto: BMW)
  • Die Einbindung des eigenen Smartphones mit Android Auto ist problemlos möglich. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der Stromverbrauch auf der Testfahrt lag bei 24,4 kWh/100 km. Das ergibt eine Reichweite beim iDrive50 von etwa 400 Kilometern. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
Der BMW iX ist das erste vollelektrische SUV des Münchner Autoherstellers. (Foto: BMW)

An den Fahreigenschaften des von uns gefahrenen iX iDrive50 gibt es entsprechend wenig auszusetzen.

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Mitlenkende Hinterachse und Luftfederung 
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Poison Nuke 16. Okt 2021 / Themenstart

Kann es sein, dass hier im Thread alles Erz-Konservative sind, denen jede Änderung zuviel...

Poison Nuke 16. Okt 2021 / Themenstart

über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, aber in so einem Artikel ein Auto so...

neocron 09. Okt 2021 / Themenstart

War wieder klar. Wenn du Geld für Schwachsinn ausgibst ist es absolut ok und...

derdiedas 05. Okt 2021 / Themenstart

Bei den Kosten dürfte Taxifahren bereits günstiger sein.

berritorre 01. Okt 2021 / Themenstart

Natürlich, da wird eine Schablone drübergelegt und wenn das da nicht 100% reinpasst, dann...

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