Probefahrt im BMW iX3:Kein Elektroauto für Kurzsichtige
Mit dem iX3 startet BMW in eine neue Ära. Auf der Probefahrt auf öffentlichen Straßen zeigen sich viele Vorteile – und noch einige Schwächen des Elektro -SUV.
Aktualisiert am , veröffentlicht am / Ein Bericht vonFriedhelm Greis
Es hat wohl selten ein Elektroauto gegeben, über dessen Entwicklung Golem so ausführlich berichtet hat. Angefangen bei der Studie iVision Dee mit der Panoramaleiste über die neue E/E-Architektur bis hin zum Fahrdynamikcontroller Heart of Joy. Nun lassen sich die einzelnen Komponenten im fertigen Fahrzeug auf der Straße im Zusammenspiel testen – was bis auf kleine Ausnahmen erstaunlich gut funktioniert.
Für die Probefahrten lud BMW drei Tage lang an die südspanische Costa del Sol. Dort gibt es nicht nur sehr kurvige und enge Straßen ins Gebirge, sondern auch die private Rennstrecke Ascari(öffnet im neuen Fenster) . Während sich auf dem 5,4 km langen Parcours die Fahrdynamik in Extremsituationen testen ließ, musste der iX3 auf den Bergstrecken und der Autobahn zwischen Marbella und Gibraltar seine Alltagstauglichkeit beweisen.
Da an dem Auto, wie BMW es postulierte , alles neu ist, ist es selbst an drei Tagen kaum möglich, sämtliche Funktionen und Fahrsituationen auszuprobieren. Das betrifft beispielsweise die angegebene Ladeleistung von bis zu 400 kW. Da der Ladestand während der Testfahrten nie unter 70 Prozent sank, wäre die maximale Ladeleistung ohnehin nicht erreicht worden.
Wie gut ist die neue Panoramaleiste?
Wir konzentrierten uns bei dem Test daher auf die Fahrdynamik, die Assistenzsysteme, den Verbrauch sowie auf das Infotainmentsystem mit der Panoramaleiste unter der Windschutzscheibe. Letztere dürfte für viele traditionelle BMW-Fahrer die größte Änderung darstellen, da sie mit dem Verzicht auf die gewohnte Tachoanzeige und den iDrive-Controller einhergeht.
Doch nach den Probefahrten lässt sich Entwarnung geben: Die neue Infoleiste kann je nach Einstellung eine Fülle an Informationen liefern und ist gut positioniert. Fahrer müssen den Blick nur leicht nach unten senken und können das Fahrgeschehen weiterhin aus dem Augenwinkel verfolgen. Eine tief stehende Sonne beeinträchtigt die Wahrnehmung nicht. Zudem kann das Lenkrad nicht die Anzeige verdecken.
Die einzelnen Elemente auf dem 1,1 m langen und 5 cm hohen indirekten Display lassen sich im Infotainmentsystem nach Belieben ändern und auf die beiden Segmente in der Mitte und der Beifahrerseite verteilen. Das geht recht schnell und intuitiv. Zudem gibt es im rechten Bedienfeld des Lenkrades eine Taste, mit der sich vordefinierte Inhalte wie Fahrtdaten oder Fahrdynamikwerte direkt aufrufen lassen. Über eine weitere Taste werden Medieninhalte aufgelistet. Einzelne Musikstücke oder Sender lassen sich dann über die Steuertasten am Lenkrad durchscrollen und aufrufen.
Bild 1/41: Das iX3 ist das Einstiegsmodell von BMW in die sogenannte Neue Klasse. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 2/41: Statt mit einer protzigen Niere wartet das Elektro-SUV mit kleinen Hasenzähnen auf. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 3/41: Der iX3 ist 4,78 Meter lang, 1,9 Meter breit und 1,64 Meter hoch. Es gibt kaum Unterschiede zum Vorgänger. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 4/41: Auffallend am Heck sind die breiten, fast durchgängigen Heckleuchten. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 5/41: Der Kofferraum des iX3 hat ein Volumen von 530 Litern. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 6/41: Mit umgeklappten Rücksitzen steigt der Stauraum auf 1.750 Liter. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 8/41: Der Stauraum unter der Fronthaube fällt mit 58 Litern nicht sehr üppig aus, reicht aber für ein Ladekabel. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 9/41: Die maximale Ladeleistung beträgt 400 Kilowatt. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 10/41: Mit der Panoramic Vision hat BMW ein neues Bedienkonzept entwickelt. (Foto: BMW)
Bild 11/41: Die Leiste ist vom Fahrersitz aus gut erkennbar. Der Verkehr lässt sich gleichzeitig noch verfolgen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 12/41: Die Leiste ist rechts und in der Mitte frei konfigurierbar. Selbst Strom und Temperatur des Akkus lassen sich anzeigen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 13/41: Je nach Wunsch lassen sich Navigationshinweise einblenden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 14/41: Auf der Teststrecke Ascari ließen sich die fahrdynamischen Eigenschaften testen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 15/41: Dazu nutzten die Fahrzeuge spezielle Reifen von Michelin. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 16/41: Die Ausweichübung mit Vollbremsung meisterte der iX3 problemlos. (Foto: BMW)
Bild 17/41: Mit dem linken Bedienfeld des Lenkrades werden die Assistenzsysteme gesteuert. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 18/41: Im Menü lässt sich einstellen, ob die Limiter-Taste genutzt werden soll. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 19/41: Es gibt keine Tasten für den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug. Die Einstellung erfolgt über das Menü. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 20/41: Mit dem rechten Bedienfeld steuert man die Medieninhalte und startet die Spracherkennung. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 21/41: Der Fahrwahlhebel befindet sich in der Mittelkonsole. Den iDrive-Controller gibt es nicht mehr. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 22/41: Über die Ladeschale lassen sich induktiv zwei Smartphones aufladen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 23/41: Gegen Aufpreis verfügt der iX3 über einen Autobahnassistenten. Das grüne Lenkrad zeigt an, dass die Funktion aktiv ist. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 24/41: Eine Kamera im Innenspiegel überwacht, ob der Fahrer noch das Verkehrsgeschehen verfolgt. (Foto: BMW)
Bild 25/41: Kameras und Radare überwachen die Umgebung. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 26/41: An den Außenspiegeln befinden sich ebenfalls Kameras. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 27/41: Wird der normale Tempomat benutzt, müssen die Hände regelmäßig das Lenkrad berühren. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 28/41: Beim Autobahnassistenten wird hingegen die Aufmerksamkeit genauer überwacht. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 29/41: Bei zu häufigen Fehlermeldungen wird die Funktion für 30 Minuten oder bis zum nächsten Halt deaktiviert. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 30/41: Das automatische Einparken funktionierte gut und ist auch per Handy von außen steuerbar. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 31/41: Per Apple Carplay und Android Auto lässt sich das eigene Smartphone einbinden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 32/41: Im Menü lassen sich Routinen programmieren, die beim Fahrzeugstart ausgeführt werden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 33/41: Die Routenplanung liefert auch bei langen Strecken schnelle Ergebnisse. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 34/41: Der gewünschte Mindestladestand bei Erreichen des Ladestopps oder des Ziels lässt sich einstellen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 35/41: Der Akku lässt sich automatisch oder manuell vorkonditionieren. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 36/41: Das System zeigt an, ob Ladepunkte an einer Ladestation verfügbar sind. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 37/41: Auf den Testfahrten im Süden Spaniens lag der Verbrauch meist zwischen 18 und 19 kWh/100 km. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 38/41: Das entsprach dem Verbrauch der Testfahrzeuge ab Werk. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 39/41: Die Reichweitenanzeige differierte bisweilen jedoch stark. 671 km bei 73 Prozent Ladestand sind eher unrealistisch. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 40/41: Realistischer scheinen hingegen die 658 km bei fast vollem Akku. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 41/41: BMW schlüsselt im Menü den Verbrauch detaillierter auf. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Routinen für automatischen Start von Funktionen
Das alles funktioniert flüssig und in gut lesbarer Darstellung. Es ist während der Fahrt daher selten erforderlich, am Zentralbildschirm noch Einstellungen vorzunehmen oder Inhalte aufzurufen. Das macht den iDrive-Controller in der Tat verzichtbar. Lediglich die Klimatisierung muss über das Touchdisplay bedient werden. Das ist jedoch auch über die Sprachsteuerung möglich.
Ebenfalls auf dem Zentralbildschirm befindet sich ganz links ein kleines Symbol, um den Geschwindigkeitswarner für die jeweilige Fahrt auszuschalten. Wer auf die bisweilen nervigen Warnhinweise verzichten will, kann sich diesen Handgriff jedoch sparen. Im Menü lassen sich Routinen eingeben, um Funktionen bei Fahrtantritt automatisch zu starten.
Dazu gehören neben dem Abschalten des Tempolimitwarners bislang nur das Einschalten des Personal Mode, der Sitz- und Lenkradheizung sowie der Defrost-Funktion. Möglicherweise wird diese Liste noch erweitert. Wichtig ist dabei, den Start der Routine mit einem OK zu quittieren. Sonst würde das gegen die EU-Vorschriften verstoßen.