Ein großer Schritt nach vorne
Eine solche Route lässt sich auch vom heimischen Sofa aus über die BMW-App planen. Die App zeigt sogar Fotos der Ladestationen, so dass man seine Route entsprechend anpassen kann. Denn längst nicht alle Ladestopps sind bekanntlich einladend . Die fertige Route lässt sich dann ins Auto übertragen und bei Beginn der Fahrt aufrufen.
Eine bessere Integration zwischen App und Fahrzeug verspricht BMW bei Funktionen wie dem selbstständigen Einparken oder dem Öffnen und Schließen der Fenster. So lässt sich der komplette Parkvorgang von außen über die App steuern, wenn das zuvor im Fahrzeug aktiviert wurde. Ebenfalls lässt sie der iX3 aus engen Parklücken per App heraus- oder hineinfahren – Funktionen, die inzwischen nicht nur bei Teslas schon zum Standard zählen.
Noch nicht ganz serienreif wirkte die Spracherkennung auf den Testfahrten. Zum einen ließ sie sich nur auf Englisch nutzen, zum anderen mussten die Anweisungen teils sehr präzise erfolgen. So wurde "activate massage function" nicht verstanden, "activate seat massage" hingegen schon. Gut funktionierte hingegen die Suche nach Musiktiteln auf Spotify oder Amazon Music.
BMW kooperiert bekanntlich mit Amazon bei der Spracherkennung. Die Nutzung eines LLM dürfte das Verständnis verbessern, ist aber zunächst nur für den Navigationsbereich vorgesehen und soll zur Produkteinführung nur in den USA verfügbar sein. Hier ist die Konkurrenz von Mercedes beim neuen CLA schon deutlich weiter.
Einstiegspreis noch vertretbar
Insgesamt macht BMW mit dem iX3 in Sachen E-Mobilität einen großen Schritt nach vorn. Reichweite und Ladeleistung setzen Maßstäbe. In Sachen Fahrdynamik gibt sich der iX3 mit dem neuen Controller keine Blöße. Das Bedienkonzept mit der Panoramaleiste hinterließ ebenfalls einen guten Eindruck. Einige Softwareschwächen sollten bis zur Auslieferung der Fahrzeuge an die Kunden noch ausgebügelt werden.
Der Einstiegspreis von 68.900 Euro ist nicht gerade wenig, aber vertretbar. Sinnvolle Extras sind neben der Anhängerkupplung der Autobahnassistent für 1.450 Euro, der Parking Assistant Plus für 550 Euro, die Multifunktionssitze für 860 Euro und die Lenkradheizung für 320 Euro. Digitale Funktionen sind aber auch nachträglich noch buchbar.
Der Preis für das M Sportpaket Pro (6.500 Euro), die Sonderlackierung (960 Euro), das Innovationspaket (1.900 Euro), das Panoramadach (1.420 Euro) und weitere Extras trieben den Preis für unser Testfahrzeug auf 85.260 Euro. Das sind 5.000 Euro mehr als ein vollausgestatteter Xpeng 9, der über mehr Motor- und Ladeleistung verfügt.
Warum BMW auf Technologieoffenheit setzt, erschließt sich nicht
Bislang kann sich der Münchner Hersteller über mangelnde Bestellungen wohl nicht beklagen. Firmenchef Oliver Zipse bezeichnete zuletzt das Lob für die Neue Klasse(öffnet im neuen Fenster) nicht nur als "sehr positiv" , sondern als geradezu "beglückend" . Das dürfte in der Tat für Erleichterung in der Konzernzentrale sorgen, denn das Bedienkonzept mit der Panoramic Vision soll schließlich in allen neuen BMW-Modellen Einzug finden, auch bei Verbrennern.
Zweifellos wirkt es erstaunlich, dass die BMW-Entwickler in gut vier Jahren nicht nur ihr erstes softwaredefiniertes Auto, sondern auch ein neues Bedienkonzept auf die Räder gestellt haben. Und nebenher den Elektroantrieb auf 800 Volt und höhere Effizienz umstellen konnten.
Warum ausgerechnet BMW auf Technologieoffenheit setzt, erschließt sich daher nicht wirklich. Das beste und effizienteste BMW-Auto in zehn Jahren wird sicherlich keinen Verbrennungsmotor und keinen Wasserstoffantrieb haben.
Nachtrag vom 4. Dezember 2025, 12:54 Uhr
Wir haben die Passage zur Abschaltung des Autobahnassistenten ergänzt und auf die aktuell gültige DCAS-Regelung vom September 2025 verwiesen.
Offenlegung: Die Kosten für die Reise nach Südspanien hat BMW übernommen. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben seitens Dritter.



