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Direkterer Kontakt zur Straße

Der iX3 verfügt über eine Zweigelenk-Federbein-Vorderachse mit Zugstrebe und Stabilisator sowie über eine Fünflenker-Hinterachse mit aufgelöster Federung und Dämpfung. Ein adaptives Fahrwerk wie beim Vorgängermodell steht selbst gegen Aufpreis nicht zur Verfügung – von einer optionalen Luftfederung mit automatischer Niveauregulierung wie beim iX ganz zu schweigen. Doch typische BMW-Fahrer dürften sich über den direkteren Kontakt zur Straße eher freuen, zumal das Fahrwerk nicht unangenehm hart und unkomfortabel ist.

Der Vorteil der neuen Fahrdynamik soll sich laut BMW jedoch vor allem bei schlechteren Witterungsverhältnissen zeigen. Dann verhindere die schnelle Drehmomentverlagerung ein Über- oder Untersteuern des Fahrzeugs. In Situationen wie dem Slalom oder dem Ausweichen wechsle das Drehmoment permanent zwischen Vorder- und Hinterachse, ohne dass das für den Fahrer bemerkbar sei. Dabei würden schon Verzögerungen von 10 Millisekunden vom Fahrer wahrgenommen.

Das Beispiel macht deutlich: Der Elektroantrieb kann nicht nur dazu beitragen, das Autofahren klimafreundlicher, sondern auch sicherer zu machen. Ein Aspekt, der bei aller "Technologieoffenheit" nicht außer Acht gelassen werden sollte. Denn die Kombination der genannten Faktoren wie Rekuperation und höhere Taktfrequenz reduziert auch den Bremsweg. Auf trockenem Asphalt verkürzt sich die Strecke, um von 100 km/h zum Stillstand zu kommen, um einen Meter, bei Kopfsteinpflaster sind es laut BMW sogar 4 Meter. Das mag gering erscheinen, kann im Zweifel aber entscheidend sein.

Was den Klimaschutz betrifft, so soll der iX3 je nach Strommix schon nach rund 20.000 km seinen CO 2 -Rucksack aus der Produktion abgetragen haben . Diese Rechnung basiert jedoch auf dem Verbrauch nach dem Prüfzyklus WLTP, der mit 15,1 bis 17,9 Kilowattstunden (kWh) pro 100 km angegeben wird.

Bei unseren Testfahrten lag der Verbrauch meist etwas höher, bei Werten zwischen 18 und 19 kWh. Das ergaben auch die Durchschnittswerte ab Werk, da die Autos erstmalig für die Fahrveranstaltung bereitgestellt wurden. Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei rund 50 km/h. Die Fahrzeuge hatten zwischen 3.500 und 4.000 km zurückgelegt.

Bis zu 600 km Reichweite auf der Autobahn

Der iX3 ist damit nicht so effizient wie der neue Mercedes-Benz CLA , was aber auch am Fahrzeugtyp liegt. Der cw-Wert ist mit 0,24 höher, zudem ist die Frontfläche größer. Da der nutzbare Akkuinhalt von 108 kWh jedoch denjenigen des CLA 250+ um 23 kWh übersteigt, wird der höhere Verbrauch von rund 4 kWh pro 100 km kompensiert. In der Praxis sind daher mit dem iX3 auch Reichweiten von bis zu 600 km auf der Autobahn möglich. Allerdings wohl nur dann, wenn das Tempo nicht über 130 km/h hinausgeht.

Nicht nur die große Reichweite, auch die hohe Ladeleistung soll lange Strecken ohne ausufernde Ladepausen ermöglichen. Dabei sieht der Routenplaner häufigere Stopps vor, um die hohe Ladeleistung von bis zu 400 kW auszunutzen. Auf der 2.500 km langen Strecke von Südspanien nach München wurden sieben Stopps vorgeschlagen. Das entspricht einem Ladestopp etwa alle 350 km. Die Berechnung dauerte 14 Sekunden.

Das System gibt dabei an, ob die ausgewählten Ladepunkte verfügbar sind. Im Menü lässt sich in Fünf-Prozent-Schritten einstellen, mit welcher Akkukapazität die Ladestationen oder das Ziel erreicht werden sollen. Zudem lässt sich der Akku manuell oder automatisch für den Ladevorgang vorkonditionieren.


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