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Ein Auto, das selbst gefahren werden will

Die Steuerung der Assistenzfunktionen erfolgt über das linke Bedienfeld am Lenkrad. Die Tasten geben haptisches Feedback und sind gut zu bedienen, was auch für das rechte Bedienfeld gilt. Die einzelnen Felder sind beleuchtet, wobei die Funktion nur dann sichtbar ist, wenn sie auch genutzt werden kann.

So verfügt der iX3 über einen Limiter, der sich mit einer eigenen Taste aktivieren lässt. Allerdings lässt sich die Funktion im Infotainmentmenü komplett deaktivieren, so dass das entsprechende Feld nicht mehr beleuchtet ist.

Es gibt jedoch keine Tasten, um den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug einzustellen. Das ist nur im Menü möglich, wobei eine "situative Abstandsregelung" aktiviert werden kann. Zudem lässt sich einstellen, ob das Überholen auf der rechten Seite vermieden werden soll.

BMW übertreibt es mit dem Verzicht auf Bedienelemente aber nicht. Der iX3 hat weiterhin haptische Schalter für Scheibenwischer, Blinker, Seitenspiegel, Lautstärkeregelung, Gangwahl oder die Defrost-Funktion.

Der "normale" Tempomat funktioniert auch auf Landstraßen und steuerte den iX3 zuverlässig und recht präzise über die kurvigen Bergstraßen im Hinterland der Costa del Sol. Als angenehm erwies sich dabei der sogenannte Symbiotic Drive. Er sorgt dafür, dass das System sich nicht jedes Mal abschaltet, wenn der Fahrer in die Lenkung eingreift oder leicht die Bremse betätigt.

Nicht ganz so symbiotisch funktioniert hingegen das Wechselspiel zwischen Tempomat und Autobahnassistent. Wenn das System die Steuerung übernehmen will, gibt es nur einen kleinen Hinweis in der Panoramaleiste, dass der Fahrer die Hände vom Lenkrad nehmen kann. Falls das erfolgt, verschwinden zum einen die Hände am Lenkradsymbol in der Leiste, zum anderen leuchten grüne LED-Streifen im Lenkrad auf. Erst dann ist der Assistent aktiv und es lassen sich beispielsweise vorgeschlagene Überholvorgänge durch einen Blick in den Außenspiegel starten.

Auf der Testfahrt schaltete sich der Autobahnassistent jedoch häufig ab, ohne dass es aufgrund der Strecke einen nachvollziehbaren Grund dafür gab. Daher empfiehlt es sich, nicht nur die Straße, sondern auch die optischen Hinweise im Blick zu behalten. Allerdings nicht so intensiv, dass eine zu lange Blickanwendung moniert wird.

Aber, wie wir schon bei der Vorstellung des Autos zur IAA 2025 geschrieben haben : Der iX3 ist eigentlich ein Auto, das selbst gefahren werden will. Wie gut das funktioniert, ließ sich auf dem Rennparcours in Ascari ausprobieren.

Geringe Wankneigung

Zweifellos ist das Elektro-SUV keine Sportlimousine wie der M3. Der Allradantrieb mit 345 kW (469 PS) verfügt jedoch über eine vergleichbare Leistung wie der aktuelle Verbrenner-M3. Zwar ist der iX3 50 xDrive mit einem Leergewicht von 2.360 kg eine halbe Tonne schwerer als der M3, kommt aber in weniger als 5 Sekunden von null auf 100 km/h. Der kleinste M3(öffnet im neuen Fenster) braucht dafür 4,2 Sekunden.

Auf dem 5,4 km langen Kurs fasse ich als eher zurückhaltender Fahrer schnell Vertrauen in die fahrdynamischen Fähigkeiten des iX3, die BMW bereits im Juni 2025 auf dem Testgelände in Südfrankreich präsentierte . Die Wankneigung erschien mir sehr gering und ich hatte nie das Gefühl, in den engen Kurven an die Grenzen des Fahrzeugs gehen zu müssen. Das lag sicherlich auch daran, dass die Dynamische Stabilitätskontrolle (DSC) aktiviert blieb.

Beeindruckend war zudem das Verhalten bei einer Ausweichbremsung mit 120 km/h. Der iX3 ließ sich mühelos trotz Vollbremsung um das Hindernis navigieren. Allerdings waren die äußeren Bedingungen bei trockenem und kühlem Wetter wohl optimal dafür. Zudem nutzte das Testauto spezielle Michelin-Reifen. Der neue Controller, Heart of Joy genannt, arbeitet mit einer Taktfrequenz von 1 kHz und kann daher das Drehmoment an den einzelnen Rädern je nach Bedarf sehr schnell korrigieren. Selbst bei einer Vollbremsung mit ABS kommt die Motorbremse mit Rekuperation zum Einsatz.


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