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System erkennt Unaufmerksamkeit, wo keine ist

Laut BMW ist der iX3 das erste Serienfahrzeug, das eine DCAS-Zulassung erhalten hat. Daher müssen sämtliche Vorgaben der neuen Regelung erfüllt werden. Sie betreffen unter anderem die Fahrerüberwachung sowie das Verhalten des Fahrzeugs, wenn Fahrer trotz Aufforderung nicht die Hände ans Lenkrad legen oder den Blick auf die Straße richten. Aktuell ist der Autobahnassistent im iX3 in neun europäischen Ländern verfügbar, weitere sollen folgen.

Laut BMW ist der Assistent "schärfer" als bei den bisherigen Modellen eingestellt. Das heißt, die Warnungen kommen schneller und in kürzeren Abständen. Die Konsequenzen für unaufmerksame Fahrer sind härter. So schreibt die aktuelle DCAS-Regelung vom September 2025 vor(öffnet im neuen Fenster) : "Das System ist bei aktivem Antriebsstrang für einen Zeitraum von mindestens 30 Minuten zu deaktivieren, wenn eine nachlassende Beteiligung des Fahrzeugführers festgestellt wird."

Um die Funktion vorher wieder zu aktivieren, ist ein kompletter Halt erforderlich. Die Regelung nennt drei konkrete Bedingungen, die zur vorübergehenden Abschaltung führen können. Dazu gehören neben der Einleitung eines Nothaltes "höchstens zwei DCA-Warnungen aufgrund einer anhaltenden unzureichenden Beteiligung des Fahrzeugführers" oder "höchstens drei Eskalationen der Aufforderung zur Wiederaufnahme der Beteiligung" .

Auf unserer Testfahrt kam es leider regelmäßig zu solchen Abschaltungen. Offenbar hatte das System Probleme damit, meine Augenbewegungen zu erkennen. In meinem Fall traten die Probleme in drei verschiedenen Testautos auf. Laut BMW dürfte dies an der Stärke der Brillengläser und dem schmalen Gestell liegen. Dadurch würden die Pupillen von der Kamera kleiner erfasst oder verdeckt.

Allerdings bedingen beide Faktoren einander. Eine stark kurzsichtige Person wird schmale, ovale Gestelle bevorzugen, um nicht mit Glasbausteinen auf der Nase herumzurennen. Das führte in meinem Fall dazu, dass folgende Fehlermeldung häufig im Display erschien: "Blickabwendung erfasst. Aufmerksam bleiben." Als wäre die Autobahnfahrt ein schlecht laufendes Date oder ein langweiliges Online-Meeting.

Bei einem Kollegen funktionierte der Autobahnassistent im selben Auto auf derselben Strecke hingegen zuverlässig. Bis zur ersten Auslieferung des iX3 an die Kunden im kommenden Frühjahr hat BMW noch die Möglichkeit, die Software zu verbessern. "Wir arbeiten natürlich daran, auch hier eine Lösung anzubieten" , sagte ein Firmensprecher.

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Keine Tempo-Abweichung möglich

Die DCAS verbietet zudem die Möglichkeit, die Geschwindigkeit in Abhängigkeit vom erkannten Tempolimit automatisch um bestimmte Werte zu erhöhen. "Das System darf es dem Fahrzeugführer nicht ermöglichen, eine Standardabweichung einzustellen, um die die aktuelle Höchstgeschwindigkeit die vom System ermittelte Höchstgeschwindigkeit überschreiten soll" , heißt es in der Regelung.

Fällt der Autobahnassistent aus, steht jedoch weiterhin der normale Abstandsregeltempomat mit Lenkassistent zur Verfügung – Driving Assistant Plus genannt. Er unterliegt der UN/ECE-Regelung 79, so dass der iX3 über zwei unterschiedliche Genehmigungen verfügt. Der Driving Assistant Plus ist serienmäßig vorhanden, während der Autobahn- und City-Assistent zusätzliche 1.450 Euro kostet. Allerdings muss die Laufzeit nach vier Jahren verlängert werden. Eine Preisangabe gibt es dazu nicht.


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