Pro Bahn: Internet in Regionalzügen ist ein Problem

Nicht nur im Fernverkehr, sondern auch auf den Regionalbahnstrecken wollen die Kunden surfen. Vor allem in der Fläche hakt es oft, kritisiert der Fahrgastverband Pro Bahn.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Regionalzug am Hauptbahnhof Frankfurt/Main
Regionalzug am Hauptbahnhof Frankfurt/Main (Bild: Thomas Lohnes/Getty Images)

Der Fahrgastverband Pro Bahn hat die Verfügbarkeit von kostenfreiem WLAN im deutschen Schienen-Regionalverkehr als unzureichend kritisiert. "Besonders in der Fläche ist das zum Teil ein großes Problem", sagte der Ehrenvorsitzende Karl-Peter Naumann der Deutschen Presse-Agentur. Das liege vor allem an den sogenannten Weißen Flecken, also der mangelhaften Abdeckung mit Sendemasten der Mobilfunkanbieter. "Da muss noch viel passieren", verlangte Naumann. Andere Länder seien deutlich weiter.

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Aus Naumanns Sicht ist WLAN auch im Regionalverkehr ein wichtiges Qualitätsmerkmal. "Das gehört für einen großen Teil der Reisenden dazu", sagte er. "Wenn auch nicht für 100 Prozent." Auf einer halbstündigen Zugfahrt kämen Fahrgäste zwar nicht auf die Idee, einen Film zu gucken. "Sie genießen es aber natürlich, ihre Mails abzuarbeiten oder Nachrichten zu sehen."

Der Meinung sind auch diejenigen, die für den Regionalverkehr zuständig sind. Die Bundesländer betrauen mit dieser Aufgabe in der Regel Verkehrsverbünde oder andere Träger. Insgesamt 27 sogenannte Besteller kümmern sich in den einzelnen Bundesländern um den Regionalverkehr. Sie ordern die Kapazitäten bei den Eisenbahn-Unternehmen und geben unter anderem vor, wie die Züge ausgestattet sein müssen.

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr etwa ist einer von drei Bestellern im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen. Bis Ende 2020 soll in dessen Bereich nahezu die Hälfte aller Linien mit WLAN ausgestattet sein. Bei den Kollegen im Rheinland soll der WLAN-Anteil am Gesamtnetz bis Mitte 2020 bei 17 Prozent liegen.

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Die vier wichtigen Regional-Express-Linien 1 (zwischen Aachen und Hamm), 4 (Aachen-Dortmund), 5 (Emmerich-Koblenz) und 6 (Minden-Köln/Bonn) werden dann entsprechend ausgestattet sein, wie ein Sprecher des zuständigen Verkehrsverbunds Rhein-Sieg mitteilte.

In Niedersachsen wiederum liegt der WLAN-Anteil am Streckennetz laut Landesnahverkehrsgesellschaft bei 42 Prozent. Nicht erfasst sind dabei die Region Hannover sowie der Großraum Braunschweig.

Deutlich höher liegt die Quote in Sachsen-Anhalt. Mehr als 60 Prozent aller Linien haben dort inzwischen WLAN. "Ziel des Landes ist, alle Fahrzeuge im Eisenbahnnahverkehr in Sachsen-Anhalt mit WLAN auszurüsten", teilte ein Sprecher des Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt mit. In Bayern wiederum wurde erst im Herbst beschlossen, bei Neubestellungen auf WLAN zu setzen. Ältere Fahrzeuge sollen nachgerüstet werden.

Anders als im Fernverkehr, der in Eigenregie von der Deutschen Bahn betrieben wird, gibt es im Nahverkehr Verträge zwischen den Eisenbahnunternehmen und den Bestellern. Dort ist neben der Ausstattung der Züge auch festgelegt, wie oft und auf welchen Strecken wie viele Züge mit wie vielen Sitzen fahren sollen. Verspätungen und Zugausfälle gelten als nicht erbrachte Leistungen. Die Zugunternehmen müssen in diesem Fall Strafzahlungen leisten, die ebenfalls in den Verträgen geregelt sind.

Auch so ist es zu erklären, dass die Pünktlichkeitswerte im Nahverkehr bei den angefragten Verkehrsverbünden deutlich über denen im Fernverkehr liegen. In der Regel sind mehr als 90 Prozent aller Züge im Nahverkehr pünktlich.

Die Wahrnehmung sei oft eine andere, sagte der Pro-Bahn-Ehrenvorsitzende Naumann. "Im Nahverkehr sind die Ansprüche an Pünktlichkeit ganz andere", sagte er. Eine Verspätung von zehn Minuten mag bei einer ICE-Fahrt noch tolerierbar sein. Beim täglichen Pendeln sei das aber schon ganz anders - vor allem, wenn man im Anschluss eine U-Bahn oder den Bus erwischen will. "Je häufiger das stattfindet, umso ärgerlicher wird es", sagte Naumann.

Allein die Deutsche Bahn registriert im Regionalverkehr jeden Monat rund 780.000 Fahrten. Zum Vergleich: Im Fernverkehr sind es 20.000.

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krakos 16. Jan 2020

Es wird auch bei dir darauf hinauslaufen. Weils genauso bei der großen DB ist. WLAN...

mifritscher 13. Jan 2020

Genug - nach dem Autofahren. Nämlich wenn man statt 1 Stunde mit den Öffis nur 20...

HeroFeat 13. Jan 2020

Naja für 50 MB die mit < 0,5 Mbit/s (die ersten Sekunden, dann wir es noch weitaus...

konglumerat 13. Jan 2020

Die Hoch- und vor allem Tiefbau-kapazitäten sind furchtbar dünn in Deutschland, nicht nur...

frostbitten king 12. Jan 2020

Jep. Sogar Ungarn ist besser ausgestattet was mobiles Netz angeht. Deutschland ist was...



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