Abo
  • Services:

Privatsphäre: Verschleiern der MAC-Adresse bei WLAN ist fast nutzlos

Die eigene MAC-Adresse beim WLAN zu verschleiern, gilt als eine der zentralen Funktionen zum Schutz der Privatsphäre. Auf mobilen Geräten ist dieser Schutz weitgehend nutzlos.

Artikel veröffentlicht am ,
Die WLAN-MAC-Adresse wird auf den meisten mobilen Geräten freizügig preisgegeben.
Die WLAN-MAC-Adresse wird auf den meisten mobilen Geräten freizügig preisgegeben. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Über die MAC-Adresse eines WLAN-Moduls lässt sich ein Gerät eindeutig identifizieren. Um für mehr Schutz der Privatsphäre zu sorgen, wurde in Android ab Version 6.0 und in Apples iOS ab Version 8 zumindest beim Ermitteln von WLAN-Zugangspunkten eine Randomisierung eingeführt, die die eigentliche MAC-Adresse verschleiern soll. Erst wenn sich ein mobiles Gerät mit einem Access Point verbindet, wird die echte MAC-Adresse übermittelt, so zumindest die Theorie. Das Verschleiern wird aber nicht nur unzureichend umgesetzt, sondern lässt sich auch durch Schlupflöcher aushebeln. Das haben Forscher der Marine-Akademie in den USA ermittelt.

Inhalt:
  1. Privatsphäre: Verschleiern der MAC-Adresse bei WLAN ist fast nutzlos
  2. Randomisierung umgangen

Auf der Suche nach Access Points in der Umgebung funken mobile Geräte bei aktiviertem WLAN unentwegt auch die MAC-Adresse des WLAN-Moduls. So lässt sich zumindest ein Bewegungsprofil einzelner Nutzer erstellen. Ein mögliches Szenario: Solche MAC-Adressdaten werden in Kaufhäusern erhoben; wenn das gleiche Gerät in einer anderen Filiale der Kaufhauskette auftaucht, könnten Nutzer gezielt verfolgt werden. Loggt sich ein Anwender dann auch noch bei einem Access Point samt eigenem Namen ein, entstehen wertvolle Daten. Werden diese Informationen von Dritten mit anderen MAC-Adressdaten abgeglichen, etwa aus öffentlichen Verkehrsmitteln, könnten Nutzer fast lückenlos verfolgt werden.

Zuerst der Zufall

Um dem entgegenzuwirken, haben Hersteller mobiler Betriebssysteme damit begonnen, Funktionen einzubauen, die zunächst die eigentliche MAC-Adresse mit Zufallszahlen ersetzen sollen. Öffentliche Access Points verlangen aber die eindeutige MAC-Adresse, etwa um eine zeitliche Begrenzung für einzelne Geräte umzusetzen oder ein mehrmaliges Einloggen zu verhindern. In der Theorie soll die eigentliche MAC-Adresse daher nur dann übermittelt werden, wenn sich ein Gerät tatsächlich bei einem WLAN-Zugang einloggt. Bei Android wurde die Funktion ab Version 6.0 bereitgestellt.

Zur Erinnerung: Die ersten drei Bytes der MAC-Adressen können aus einem Organizationally Unique Identifiers (OUI) bestehen, der die Hardware einem Hersteller zuordnet. Solche OUIs können beim Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) erworben werden. Die verbleibenden drei Bytes werden dann vom Hersteller mit beliebigen Zahlen aufgefüllt. Die sechs Bytes ergeben zusammen dann eine für jede Hardware eindeutige 48-Bit-MAC-Adresse, die auf Schicht 2 des OSI-Modells übertragen wird. Das IEEE bietet auch private OUIs an, die nicht mit einem Hersteller in Verbindung stehen und so zur Verschleierung einer MAC-Adresse beitragen können. Solche privaten OUIs werden aber von keinem der großen Hersteller verwendet, monieren die Forscher. Alternativ bietet das IEEE sogenannte Company Identifier (CID) an. CIDs können aber nicht verwendet werden, um eindeutige MAC-Adressen zu generieren und eignen sich daher ebenfalls zur Verschleierung. Sie werden von einigen Herstellern bei Abfragen eingesetzt.

Kaum verschleiert

Stellenmarkt
  1. Bayerischer Verwaltungsgerichtshof, München
  2. Berufsförderungswerk München gemeinnützige Gesellschaft mbH, Kirchseeon

Die "überwältigende Mehrheit" der von den Forschern getesteten Android-Geräte verzichtet komplett auf eine Verschleierung der MAC-Adresse. Warum das so ist, darüber können die Forscher nur spekulieren. Ein Grund könnten Inkompatibilitäten zwischen der WLAN-Hardware und der Firmware sein. Denn sowohl Betriebssystem als auch Treiber müssen diese Funktionen unterstützen. So sind zumindest fast alle Geräte eindeutig identifizierbar. Wer manuell seine MAC-Adresse verschleiern will, muss sein Gerät rooten, was aber die Sicherheit des Geräts ebenfalls aushebeln kann.

Apple hat die Randomisierung der kompletten MAC-Adresse bereits in iOS 8 umgesetzt. Interessanterweise nutzt Apple auch CIDs fremder Hersteller. Allerdings fügt iOS seit Version 10 den WLAN-Pakten ein eindeutiges Information Element (IE) hinzu. Damit ließen sich trotz Verschleierung iOS-10-Geräte wieder identifizieren, schreiben die Forscher.

Randomisierung umgangen 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. (Anime-Blu-rays, Anime-Boxen, DVDs, Limited Edition)
  2. (u. a. WD My Book 3 TB 87,99€, WD My Book Duo 16 TB 424,99€, Sandisk 128 GB microSDXC-Karte 31...
  3. (u. a. Canon Pixma iP7250 42,99€)

mnementh 16. Mär 2017

"Auf der Suche nach Access Points in der Umgebung funken mobile Geräte bei aktiviertem...

Spaghetticode 16. Mär 2017

Ich habe keine Ahnung, warum bei den 08/15-WLANs technisch notwendig sein soll, dass das...

afrika_boy20 16. Mär 2017

nicht nur Service Set ID ist nutzlos, WLAN Managementpakete sind unverschlüsselt und...

amagol 15. Mär 2017

Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher warum die Mac-Adresse jetzt so geheim sein soll. Klar...

xSynth 15. Mär 2017

Lt. Beitrag klingt das nach einem automatisierten Verfahren. Für Android 6 gibt es das...


Folgen Sie uns
       


Acer Spin 13 - Fazit

Das Spin 13 von Acer ist ein hochwertig verarbeitetes, gut ausgestattetes Chromebook. Nach dem Test fragen wir uns aber, ob wir wirklich mindestens 900 Euro für ein Notebook mit Chrome OS ausgeben wollen.

Acer Spin 13 - Fazit Video aufrufen
Alienware m15 vs Asus ROG Zephyrus M: Gut gekühlt ist halb gewonnen
Alienware m15 vs Asus ROG Zephyrus M
Gut gekühlt ist halb gewonnen

Wer auf LAN-Partys geht, möchte nicht immer einen Tower schleppen. Ein Gaming-Notebook wie das Alienware m15 und das Asus ROG Zephyrus M tut es auch, oder? Golem.de hat beide ähnlich ausgestatteten Notebooks gegeneinander antreten lassen und festgestellt: Die Kühlung macht den Unterschied.
Ein Test von Oliver Nickel

  1. Alienware m17 Dell packt RTX-Grafikeinheit in sein 17-Zoll-Gaming-Notebook
  2. Interview Alienware "Keiner baut dir einen besseren Gaming-PC als du selbst!"
  3. Dell Alienware M15 wird schlanker und läuft 17 Stunden

Begriffe, Architekturen, Produkte: Große Datenmengen in Echtzeit analysieren
Begriffe, Architekturen, Produkte
Große Datenmengen in Echtzeit analysieren

Wer sich auch nur oberflächlich mit Big-Data und Echtzeit-Analyse beschäftigt, stößt schnell auf Begriffe und Lösungen, die sich nicht sofort erschließen. Warum brauche ich eine Nachrichten-Queue und was unterscheidet Apache Hadoop von Kafka? Welche Rolle spielt das in einer Kappa-Architektur?
Von George Anadiotis


    Mac Mini mit eGPU im Test: Externe Grafik macht den Mini zum Pro
    Mac Mini mit eGPU im Test
    Externe Grafik macht den Mini zum Pro

    Der Mac Mini mit Hexacore-CPU eignet sich zwar gut für Xcode. Wer eine GPU-Beschleunigung braucht, muss aber zum iMac (Pro) greifen - oder eine externe Grafikkarte anschließen. Per eGPU ausgerüstet wird der Mac Mini viel schneller und auch preislich kann sich das lohnen.
    Ein Test von Marc Sauter

    1. Apple Mac Mini (Late 2018) im Test Tolles teures Teil - aber für wen?
    2. Apple Mac Mini wird grau und schnell
    3. Neue Produkte Apple will Mac Mini und Macbook Air neu auflegen

      •  /