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Privatsphäre in Gefahr: Neue App warnt vor smarten Brillen in der Nähe

Träger smarter Brillen filmen ihre Umgebung oftmals ohne Rücksicht auf die Privatsphäre anderer. Eine neue Smartphone- App soll davor schützen.
/ Marc Stöckel
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Eine neue App warnt vor smarten Brillen, unter anderem von Ray-Ban. (Bild: JULIE JAMMOT/AFP via Getty Images)
Eine neue App warnt vor smarten Brillen, unter anderem von Ray-Ban. Bild: JULIE JAMMOT/AFP via Getty Images

Viele Menschen sind angesichts smarter Brillen wie einer Meta-Ray-Ban besorgt um ihre Privatsphäre. Schließlich filmen Nutzer damit oftmals unbemerkt und ungefragt ihre Umgebung und Mitmenschen. Eine neue App namens Nearby Glasses soll nun per Benachrichtigung davor warnen, wenn sich eine smarte Brille in der Nähe befindet, so dass Anwender dem jeweiligen Brillenträger gezielt aus dem Weg gehen können.

Die App ist im Google Play Store(öffnet im neuen Fenster) zu finden und dort seit dem 16. Februar verfügbar. Sie ist kompatibel zur Android-Version 8 oder neuer und wurde bereits mehr als 10.000-mal heruntergeladen. Es handelt sich zudem um ein Open-Source-Projekt. Den Quellcode von Nearby Glasses finden Interessierte auf Github(öffnet im neuen Fenster) .

Die Erkennung erfolgt laut Projektbeschreibung über herstellerspezifische Bluetooth-Daten. Der Entwickler betont, dass es dadurch zu Fehlalarmen kommen kann und die App teilweise auch auf VR-Headsets und andere Bluetooth-fähige Produkte von Herstellern smarter Brillen anschlägt. Ein kurzer Blick in die Umgebung dürfte solche Fehlmeldungen aber in vielen Fällen schnell auflösen.

Erkennung auf wenige Meter beschränkt

Da Nearby Glasses auf den Empfang von Bluetooth-Signalen angewiesen ist, ist auch die Erkennung auf die Reichweite dieser Signale beschränkt. Im Freien soll das auf Distanzen von 10 bis 15 Metern klappen, bei Hindernissen kann die Erkennungsreichweite aber auch auf deutlich kürzere Distanzen von lediglich drei Metern schrumpfen.

Der Nearby-Glasses-Entwickler Yves Jeanrenaud nennt auf Github mehrere Gründe für die Bereitstellung der App. Er halte smarte Brillen "für ein unerträgliches Eindringen in die Privatsphäre sowie für ein schreckliches Stück Technik, das bereits für die Erstellung verschiedener und unzähliger, ebenso widerwärtiger Inhalte genutzt wird" , so der Entwickler.

Zudem sehe er es als erhebliche Gefahr an, dass viele smarte Brillen heute über eine integrierte Gesichtserkennung verfügten und sich die kleinen LEDs, die Außenstehende eigentlich vor laufenden Aufzeichnungen warnen sollen, leicht deaktivieren ließen. Gegenüber 404 Media(öffnet im neuen Fenster) erklärte der Entwickler, er betrachte seine App als kleinen Beitrag zum Widerstand gegen Überwachungstechnologie. Eine iOS-Variante von Nearby Glasses gibt es noch nicht, laut Github-Beschreibung beschäftigt sich Jeanrenaud aber bereits damit.


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