Privatsphäre: Facebook will mehr Nutzerdaten für Werbung auswerten

Neue Datenschutzregeln bei Facebook: Das soziale Netzwerk will mehr Informationen von deutschen Nutzern auswerten, um ihnen relevantere Werbung zu zeigen. Gleichzeitig gibt Facebook seinen Mitgliedern mehr Kontrolle über die Inhalte der Anzeigen.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Das Facebook-Logo
Das Facebook-Logo (Bild: Jonathan Nackstrand/AFP/Getty Images)

Facebook will seine Werbung künftig auch in Deutschland stärker personalisieren. Dafür sollen unter anderem Informationen über besuchte Seiten und genutzte Apps ausgewertet werden. Die Nutzer könnten diese Personalisierung abschalten, was dann für alle Geräte gelte, sagte Facebooks Datenschutzbeauftragte Erin Egan. In einem neuen Bereich könnten Nutzer herausfinden, warum ihnen bestimmte Werbung angezeigt wurde und die Einstellungen verändern.

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Die Neuerungen fallen mit der ersten Aktualisierung von Facebooks Datenschutzregeln seit rund einem Jahr zusammen. Neu seien unter anderem Bestimmungen für Zahlungsdienste und Käufe auf der Facebook-Plattform, kündigte das Online-Netzwerk an.

Erklärvideos zeigen den Nutzern die Einstellungen zur Privatsphäre

Ein neuer Bereich mit dem Namen "Grundlagen zur Privatsphäre" (Privacy Basics) solle Nutzern besser erklären, wie Facebook funktioniere, sagte Egan. "Es ist hauptsächlich ein Lern-Angebot." Unter anderem solle es dort zunächst 15 Video-Anleitungen zu den am häufigsten gestellten Fragen geben, etwa wer Beiträge sehen kann oder wie man unerwünschte Nutzer blockiert.

Mit der Einrichtung des neuen Bereichs seien zugleich die eigentlichen Datenverwendungsrichtlinien verschlankt worden. "Wir haben die Informationen über einzelne Produkte in Privacy Basics verlagert", sagte Egan. "Der Großteil der Datenschutz-Regeln ist unverändert geblieben."

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Zu den wesentlichen Neuerungen gehörten Vorgaben zum Umgang mit Zahlungsinformationen bei Einkäufen auf der Facebook-Plattform. Diese Daten betreffen Kartennummern, aber auch die Einkäufe. Man werde dabei die Angaben über einzelne gekaufte Artikel löschen können, so Egan. Der Kaufen-Button, für den die Datenschutz-Bestimmungen hauptsächlich angepasst wurden, ist in Deutschland noch nicht verfügbar. Laut Medienberichten arbeitet Facebook auch an einer Bezahlfunktion für seinen Kurzmitteilungsdienst Messenger.

Facebook ebnet den Weg für ortsbasierte Werbung

Außerdem macht die Aktualisierung der Datenschutz-Regeln den Weg für ortsbasierte Werbeanzeigen frei, sofern der Nutzer seinen Aufenthaltsort mit Facebook teilt. Insgesamt soll es mehr Kontrolle darüber geben, welche Werbung dem Nutzer angezeigt wird. Neben Facebooks hauseigenem Anzeigen-Kontrollzentrum mit dem Namen Werbeanzeigen-Einstellungen gibt es auch eine ähnliche Plattform der Online-Werbebranche, die anbieterübergreifend funktionieren soll.

Das Versprechen, dass Nutzerdaten des Kurznachrichtendienstes Whatsapp nicht mit den Facebook-Informationen verknüpft werden, bleibe bestehen, versicherte Egan. Im Text der Datenschutz-Regeln wird das nicht ausdrücklich erwähnt. Dort steht aber grundsätzlich, dass Facebook Daten von Diensten bekommen kann, die unter dem Konzerndach agieren.

Die mehr als 1,3 Milliarden Facebook-Nutzer können nun zunächst eine Woche lang die geplanten Änderungen kommentieren. Die einstige Möglichkeit, über Regeländerungen abzustimmen, hatte Facebook nach schwacher Beteiligung abgeschafft. Zuletzt waren die Datenschutzregeln im November 2013 angepasst worden.

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