Abo
  • Services:

Privatsphäre: Den Kameras das Fotografieren verbieten

Kameras sind allgegenwärtig, alles wird aufgezeichnet. Forscher und Tüftler entwickeln deshalb technische Gegenmittel, um Menschen vor ungewollten Fotos zu schützen.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Beuth/Zeit Online
Der Narrative Clip macht alle 30 Sekunden ein Foto.
Der Narrative Clip macht alle 30 Sekunden ein Foto. (Bild: Narrative)

Sie heißen Narrative Clip, Autographer oder Lifelogger: kleine Kameras, die am Hemd oder am Ohr getragen werden und automatisch alle 30 Sekunden ein Foto machen. Von allem und jedem. Sie sind die kommerziellen Varianten von Wearables, die Pioniere wie Steve Mann seit Jahrzehnten erproben. Die Grundannahme ihrer Entwickler lautet: Wir können nicht wissen, welche Momente wichtig werden - also nehmen wir vorsichtshalber jeden Augenblick mit der Kamera auf und speichern ihn.

Inhalt:
  1. Privatsphäre: Den Kameras das Fotografieren verbieten
  2. Anti-Paparazzi-Werkzeuge und Anti-Drohnen-Kleidung

Wer zum Beispiel den Narrative Clip oder Lifelogger benutzt, kann seine Bilder auf den Servern des Anbieters lagern und sie über soziale Netzwerke teilen - im Fall von Lifelogger auf Wunsch auch automatisiert. Darunter wären dann möglicherweise auch Fotos vom Toilettengang, von Passworteingaben am Computer oder Geldautomaten oder auch Bilder vom Arztbesuch. Bei Tausenden Fotos, die täglich anfallen können, kann es schwer sein, den Überblick zu behalten.

Selbst überzeugte Lifelogger, also Menschen, die ihr ganzes Leben mit Kameras und Mikrofonen festhalten, wollen aber kontrollieren können, was sie veröffentlichen. Das glauben zumindest vier Forscher von der Universität Indiana in Bloomington, USA. Sie haben ein System namens Placeavoider (PDF) entwickelt, in dem die Lifelogger eine schwarze Liste von Orten anlegen können, die ihre Kameras künftig nicht mehr automatisch fotografieren sollen. Also eine Abwehrmöglichkeit gegen die von ihnen selbst eingesetzte Technik, die Lösung für ein selbst verschuldetes Problem.

Gedacht ist Placeavoider für die Träger von Lifelogging-Kameras, aber auch von Wearables wie Google Glass, die wegen ihrer Aufnahmefunktionen zunehmend kritisch betrachtet werden.

Stellenmarkt
  1. Dataport, Altenholz bei Kiel, Bremen, Halle (Saale), Hamburg, Magdeburg, Rostock
  2. Enercon GmbH, Aurich

Wer Placeavoider nutzt, wählt ein Foto seines persönlichen Gefahrengebiets aus und markiert es. Die Software analysiert GPS-Daten, Zeitstempel und vor allem das Motiv selbst. Der sogenannte Sift-Algorithmus (Scale-invariant feature transform) erkennt Punkte auf einem Foto, die vergleichsweise unempfindlich gegen perspektivische Verzerrungen und wechselnde Lichtverhältnisse sind, zum Beispiel kontrastreiche Bereiche an Ecken und Kanten. Aus all diesen Daten erstellt Placeavoider einen digitalen Fingerabdruck des Gebiets.

Neue Fotos werden mit dem gespeicherten Fingerabdruck verglichen. Gibt es eine Übereinstimmung, meldet Placeavoider das dem Nutzer. Der kann der jeweiligen Lifelogging-Software dann den Zugriff auf das soeben geknipste Foto verbieten. In Zukunft soll Placeavoider schon die Aufnahme des Fotos selbst verhindern können.

Das System ist aber noch nicht ausgereift. Getestet hat es ein Proband an einem Smartphone, das er sich um den Hals gehängt hatte. Grundsätzlich funktioniert es aber recht gut: In immerhin 89,8 Prozent aller Fälle erkannte es einen zuvor markierten Ort wieder.

Die vier Placeavoider-Entwickler weisen auch darauf hin, dass Lifelogger nicht nur die eigene Privatsphäre im Griff haben sollten, sondern auch die von anderen Menschen. Sie schlagen vor, dass jeder seine eigenen schwarzen Listen zur Verfügung stellen könnte, damit dort keine Kamera automatisch fotografiert. Sie müssten dafür aber wiederum eigene Daten ihrer geschützten Lebensbereiche mit anderen teilen - wenn auch nur in Form eines abstrakten Fingerabdrucks.

Anti-Paparazzi-Werkzeuge und Anti-Drohnen-Kleidung 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. 0,00€
  2. (heute u. a. Be quiet Dark Base 900 139,90€, Intenso 960-GB-SSD 149,90€)
  3. (u. a. Far Cry 5, Skyrim Special Edition, Tekken 7, The Witcher 3, Ghost Recon Wildlands...

Kondom 02. Apr 2014

Wie nennt sich das System? Kann nichts dazu finden. Wahrscheinlich ist das System auch...

milande11 02. Apr 2014

Hö hö, englendisch... Den hab ich noch nie gehört... ^^

motzerator 01. Apr 2014

Das Recht auf das eigene Bild endet in dem Moment, wo die abgelichtete Person nicht das...

wombat_2 01. Apr 2014

Oder die US-Version: Mit Schrottgewehr - trifft sicher jemanden! :P


Folgen Sie uns
       


Lenovo Thinkpad T480s - Test

Wir halten das Thinkpad T480s für eines der besten Business-Notebooks am Markt: Der 14-Zöller ist kompakt und recht leicht und weist dennoch viele Anschlüsse auf, zudem sind Speicher, SSD, Wi-Fi und Modem aufrüstbar.

Lenovo Thinkpad T480s - Test Video aufrufen
Lenovo Thinkpad T480s im Test: Das trotzdem beste Business-Notebook
Lenovo Thinkpad T480s im Test
Das trotzdem beste Business-Notebook

Mit dem Thinkpad T480s verkauft Lenovo ein exzellentes 14-Zoll-Business-Notebook. Anschlüsse und Eingabegeräte überzeugen uns - leider ist aber die CPU konservativ eingestellt und ein gutes Display kostet extra.
Ein Test von Marc Sauter und Sebastian Grüner

  1. Thinkpad E480/E485 im Test AMD gegen Intel in Lenovos 14-Zoll-Notebook
  2. Lenovo Das Thinkpad P1 ist das X1 Carbon als Workstation
  3. Thinkpad Ultra Docking Station im Test Das USB-Typ-C-Dock mit robuster Mechanik

Grafikkarten: Das kann Nvidias Turing-Architektur
Grafikkarten
Das kann Nvidias Turing-Architektur

Zwei Jahre nach Pascal folgt Turing: Die GPU-Architektur führt Tensor-Cores und RT-Kerne für Spieler ein. Die Geforce RTX haben mächtige Shader-Einheiten, große Caches sowie GDDR6-Videospeicher für Raytracing, für Deep-Learning-Kantenglättung und für mehr Leistung.
Ein Bericht von Marc Sauter

  1. Tesla T4 Nvidia bringt Googles Cloud auf Turing
  2. Battlefield 5 mit Raytracing Wenn sich der Gegner in unserem Rücken spiegelt
  3. Nvidia Turing Geforce RTX 2080 rechnet 50 Prozent schneller

Zukunft der Arbeit: Was Automatisierung mit dem Grundeinkommen zu tun hat
Zukunft der Arbeit
Was Automatisierung mit dem Grundeinkommen zu tun hat

Millionen verlieren ihren Job, aber die Gesellschaft gewinnt dabei trotzdem: So stellen sich die Verfechter des bedingungslosen Grundeinkommens die Zukunft vor. Wie soll das gehen?
Eine Analyse von Daniel Hautmann

  1. Verbraucherschutzminister Kritik an eingeschränktem Widerspruchsrecht im Online-Handel
  2. Bundesfinanzminister Scholz warnt vor Schnellschüssen bei Digitalsteuer
  3. Sommerzeit EU-Kommission will die Zeitumstellung abschaffen

    •  /