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Privatsphäre: Bildungsrechner spionieren Schüler aus

Computer in der Schule können den Schülern beim Lernen helfen. Sie spionieren die Schüler aber auch aus, wie die US-Bürgerrechtsorganisation EFF herausgefunden hat.
/ Werner Pluta
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Schüler mit Laptops (Symbolbild): Daten standardmäßig und automatisiert in der Cloud gespeichert (Bild: Eric Thayer/Reuters)
Schüler mit Laptops (Symbolbild): Daten standardmäßig und automatisiert in der Cloud gespeichert Bild: Eric Thayer/Reuters

Immer mehr Schüler in den USA nutzen einen Computer im Unterricht. Das berichtet die US-Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation(öffnet im neuen Fenster) (EFF) in der aktuellen Studie Spying on Students: School-Issued Devices and Student Privacy(öffnet im neuen Fenster) .

Danach nutzen etwa ein Drittel der Schüler in den USA Computer, die die Schule ihnen zur Verfügung stellt. Etwa die Hälfte dieser Geräte sind Google Chromebooks, die mit spezieller Lernsoftware ausgestattet sind.

Lernsoftware sammelt Nutzerdaten...

Rechner für Schüler und Lernsoftware seien oft sehr günstig, in manchen Fällen sogar kostenlos. Das Problem sei jedoch, dass in diesen Programmen wenig Wert auf Datenschutz gelegt werde, kritisiert die EFF. Sie sammeln "mehr Daten über die Kinder als nötig und speichern diese Daten auf unbegrenzte Zeit."

Hinzu komme, dass die Programme personenbezogene Daten wie Name und Geburtstag mit Nutzungsdaten wie dem Browser-Verlauf, Suchbegriffen oder Standortdaten korrelierten. Die Schlimmsten von ihnen speicherten Daten von den Schulrechnern standardmäßig und automatisiert in die Cloud.

... ohne zu fragen

Eltern und Schüler wüssten oft gar nichts von der Datensammlung, eine Zustimmung werde nicht verlangt. Die Möglichkeit für ein Optout böten diverse Programme gar nicht erst, was ein Problem sei, wenn es für die Anwendung keine Alternative gebe.

"Unsere Studie zeigt, dass die Überwachungskultur bereits in der Grundschule anfängt, was dazu führen kann, dass die kommende Generation eine digitale Welt für normal hält, in der Nutzer fraglos ihre Daten für kostenlose Dienste herausgeben - eine Welt, in der weniger Privatsphäre nicht nur Standard, sondern Absicht ist" , resümiert Gennie Gebhart(öffnet im neuen Fenster) , eine der Autorinnen des Berichts.


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