Abo
  • Services:
Anzeige
Google Glass ist das perfekte Agentenwerkzeug.
Google Glass ist das perfekte Agentenwerkzeug. (Bild: Scott Torborg und Star Simpson)

Privacy: Wearables als Überwachungsgeräte

In seinem Vortrag warnt Stephen Balaban vor Wearables wie Google Glass. Sie lassen sich nicht nur als Überwachungsgeräte einsetzen, mit aktueller Technik können auch Privatpersonen Massendaten leicht verarbeiten.

Anzeige

Die Wahrung der Privatsphäre steht auf dem 30C3 weit oben auf der Agenda. Stephen Balaban hat sich Gedanken über Google Glass gemacht. Das Wearable lässt sich in ein Überwachungsgerät verwandeln, auch wenn dazu Hacks nötig sind - und ein viel besserer Akku.

Nicht nur Geheimdienste, sondern auch Individuen können mit moderner Technik Daten über Dritte sammeln und vor allem verarbeiten. Wearables wie Google Glass werfen da ganz eigene Fragen zur Privatsphäre auf. Um die gesammelten Daten zu verarbeiten, wird nicht einmal mehr die Rechenleistung tausender Computer benötigt. Inzwischen reichen beispielsweise die GPUs von Grafikkarten.

Perfide Überwachungsgeräte

Inzwischen wird fast alles geloggt, wenn der Nutzer das nicht explizit verbietet, etwa Nachrichten, Standortdaten oder eben Fotos. Google Glass sei dafür ein perfektes Beispiel, sagte Balaban. Googles vernetzte Datenbrille sei nicht für Augmented Reality gedacht, vielmehr sollten Nutzer damit ihr Leben aufzeichnen (Life Logging). Die Daten werden bei Google gespeichert. Sie dienen dort unter anderem der Werbeanalyse. Google wolle mit den gesammelten Daten ja Geld verdienen, sagte Balaban. Und dann wären da noch die Geheimdienste, die sich Zugriff auf die Daten verschaffen könnten. Damit verwandelt sich der unbeholfene Nutzer sogar unfreiwillig in einen Agenten.

Balaban führte vor, wie Google Glass als besonders perfides Überwachungsgerät funktionieren kann, wenn der Nutzer unvorsichtig ist. Ist die Kamera auf ununterbrochene Aufnahme gestellt, kann ein dritter Betrachter beispielsweise das Passwort für das Smartphone des Trägers herausfinden. Der Google-Glass-Besitzer sieht bei dessen Eingabe ja auf sein Mobiltelefon.

Nummernschildererkennung

Ob gerade Fotos mit der Datenbrille aufgenommen werden, ist für Dritte nicht unbedingt erkennbar. Es gebe keine LED, die bei der Aufnahme leuchtet, kritisiert Balaban. Google selbst sagt, dass ja der Bildschirm aktiviert ist, das müsse genügen. So kann ein Nutzer fast unbemerkt Aufnahmen mit recht hoher Auflösung machen - hoch genug, um beispielsweise die Nummernschilder an Fahrzeugen auf Fahrten auf der Autobahn zu erkennen.

Hier kommt eine Erkennungssoftware ins Spiel. Sie analysiert die fotografierten Nummernschilder und gleicht sie mit einer Datenbank ab. Von dem so ermittelten Fahrzeughalter kann dann mit den zugehörigen GPS-Daten ein Bewegungsprofil erstellt werden. Eigentlich sei solche Erkennungssoftware nützlich, sagte Balaban. Etwa im Fall einer Gesichtserkennung, die dem blinden Träger einer Datenbrille mitteilt, wer gerade vor ihm steht. Die Software kann aber auch missbraucht werden.

Das Verarbeiten von großen Datenmengen schaffen inzwischen auch Heimcomputer mühelos. Und die Rechenleistung nimmt immer mehr zu. In einem Experiment haben Google und die Universität Stanford 2012 die Erkennung von Katzenbildern einer selbstlernenden künstlichen Intelligenz überlassen. Das neurale Netzwerk hatte zuvor keinerlei Informationen zu Katzen erhalten und musste zehn Millionen willkürlich ausgewählte Videos bei Youtube durchforsten. Nach drei Tagen lag die Erkennungsrate bei etwa 75 Prozent.

Fatale Kombination aus Hardware und Software

Das simulierte Gehirn wusste zwar nicht, dass es sich um eine Katze handelt, konnte aber anhand bestimmter Merkmale Bilder mit Katzen von anderen ohne das Tier unterscheiden und aussortieren. Bei menschlichen Gesichtern lag die Rate noch höher. Laut Google nutzte das neurale Netzwerk 16.000 CPUs. In einem ähnlichen Experiment benötigte die Universität von Toronto nur zwei GPUs, um in etwa sechs Tagen das gleiche Resultat zu erzeugen. Laut Balaban interessieren sich vor allem Google und Facebook für solche Software und kämpfen um Experten wie Geoff Hinton, der an dem Google-Experiment beteiligt war.

Die Kombination aus immer kräftiger werdender Hardware und klüger werdender Software könne zu noch mehr Missbrauch führen, wenn sie unbeobachtet eingesetzt werde, sagte Balaban. Nutzer müssten weiterhin die Möglichkeit haben, solche Funktionen auszuschalten und ihre Daten zurückbehalten zu dürfen. Und vor allem müssen Dritte erkennen können, ob sie gerade fotografiert werden.


eye home zur Startseite
Bondra 31. Dez 2013

Es ist schon ein großer Unterschied, ob man jetzt einen kurzen Blick auf den Tacho, Radio...

Bouncy 30. Dez 2013

...gibt's schon: http://www.coolstuff.de/Essbare_Unterwasche

Nephtys 29. Dez 2013

Man schaue kurz mal nach London und was CCTV dort gemacht hat. Die Anzahl der Kameras...

Smiled 28. Dez 2013

denn viele denken bei Googles Datenbrille nur an eines: das ist cool, das muss ich haben...

nieblomov 28. Dez 2013

+1



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Deloitte, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München
  2. andagon GmbH, Köln
  3. Universitätsklinikum Bonn, Bonn
  4. ZytoService Deutschland GmbH, Hamburg


Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Acer Liquid Z6 Plus für 149€)
  2. 299€
  3. 399€

Folgen Sie uns
       


  1. Diamond Mega

    Randloses Topsmartphone mit zwei Dual-Kameras für 500 Euro

  2. Adobe

    Deep Fill denkt beim Retuschieren Bildelemente dazu

  3. Elektroautos

    Tesla will Autos in China bauen

  4. Mirai-Nachfolger

    Experten warnen vor "Cyber-Hurrican" durch neues Botnetz

  5. Europol

    EU will "Entschlüsselungsplattform" ausbauen

  6. Krack-Angriff

    AVM liefert erste Updates für Repeater und Powerline

  7. Spieleklassiker

    Mafia digital bei GoG erhältlich

  8. Air-Berlin-Insolvenz

    Bundesbeamte müssen videotelefonieren statt zu fliegen

  9. Fraport

    Autonomer Bus im dichten Verkehr auf dem Flughafen

  10. Mixed Reality

    Microsoft verdoppelt Sichtfeld der Hololens



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
ZFS ausprobiert: Ein Dateisystem fürs Rechenzentrum im privaten Einsatz
ZFS ausprobiert
Ein Dateisystem fürs Rechenzentrum im privaten Einsatz
  1. Librem 5 Purism zeigt Funktionsprototyp für freies Linux-Smartphone
  2. Pipewire Fedora bekommt neues Multimedia-Framework
  3. Linux-Desktops Gnome 3.26 räumt die Systemeinstellungen auf

Verschlüsselung: Niemand hat die Absicht, TLS zu knacken
Verschlüsselung
Niemand hat die Absicht, TLS zu knacken
  1. RSA-Sicherheitslücke Infineon erzeugt Millionen unsicherer Krypto-Schlüssel
  2. TLS-Zertifikate Zertifizierungsstellen müssen CAA-Records prüfen
  3. Certificate Transparency Webanwendungen hacken, bevor sie installiert sind

Zotac Zbox PI225 im Test: Der Kreditkarten-Rechner
Zotac Zbox PI225 im Test
Der Kreditkarten-Rechner

  1. Da fällt Trump die Kinnlade runter

    Sharra | 08:17

  2. Re: Dann eben nicht

    matzems | 08:16

  3. Re: 1. Win10 Bluescreen nach Update

    otraupe | 08:13

  4. Re: Also müssen Clienten gepatched werden, nicht...

    ohinrichs | 08:06

  5. Re: Steam Link kostet gerade 1,10¤. Kein Witz

    nixidee | 08:04


  1. 07:49

  2. 07:43

  3. 07:12

  4. 14:50

  5. 13:27

  6. 11:25

  7. 17:14

  8. 16:25


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel