Abo
  • IT-Karriere:

John McAfee Privacy Phone: Ein bisschen Hardware soll das Smartphone sicher machen

John McAfee ist mit einem neuen Projekt zurück - und will dieses Mal den Smartphonemarkt revolutionieren. Sein Privacy Phone soll Nutzer mit Hardwareschaltern für WLAN, Bluetooth und GPS vor Angriffen durch Hacker schützen. Die wichtigsten Fragen für ein sicheres Smartphone lässt McAfee allerdings offen.

Ein IMHO von veröffentlicht am
Stolz zeigt John McAfee das neue Schlangenöl.
Stolz zeigt John McAfee das neue Schlangenöl. (Bild: John McAfee)

Er war schon Präsidentschaftskandidat der Cyber-Partei, auf der Flucht durch Mittelamerika und wollte supersichere Passwortspeicher entwickeln und alle IT-Sicherheitsprobleme lösen: John McAfee ist ohne Frage eine schillernde Gestalt. Jetzt will der Gründer des Sicherheitsunternehmens McAfee ein neues Projekt wagen und sichere Smartphones bauen. Dabei setzt er nach eigener Aussage vor allem auf Hardwareschalter. Für das Projekt will er zu diesem frühen Zeitpunkt bereits Geld sammeln, wichtige Fragen dazu beantwortet er allerdings nicht. Von einem Investment ist vorerst abzuraten.

Die Software ist an allem schuld

Inhalt:
  1. John McAfee Privacy Phone: Ein bisschen Hardware soll das Smartphone sicher machen
  2. Was nützt der Schalter?
  3. Widersprüchliche Angaben auf der Webseite

McAfee argumentiert: Smartphones sind unsicher, weil die wichtigsten Kontrollinstanzen aller Smartphones in Software implementiert und damit inhärent unsicher und anfällig für Hacker sind. Diese Argumentation klingt zunächst schlüssig. Denn wenn das Smartphone per Softwarebefehl heruntergefahren würde, könnte dieses Kommando durch Malware gekapert werden und das Smartphone nur den Bildschirm ausschalten und weiter als Wanze arbeiten.

McAfee will das Problem unsicherer Smartphones daher ­mit einer ganzen Reihe an Hardwareschaltern lösen. Einer für WLAN, einer für den Akku, einer für GPS, für Bluetooth, die Kamera und für das Mikrofon. Investoreninformationen zufolge will er dafür kein gänzlich neues Smartphone entwickeln, sondern ein OEM-Gerät einkaufen und die Hardwareschalter nachträglich integrieren. Allerdings ist der praktische Nutzen zweifelhaft.

Denn zwar sind die oben erwähnten Angriffe via Software technisch möglich, die Gefahr einer gezielten Spionageattacke gegen normale Smartphone-Nutzer dürfte allerdings nicht die wichtigste sein. In allen Statistiken zur Bedrohungslage von Smartphones tauchen andere Sicherheitsgefahren weit vorne auf: Sicherheitslücken wie Stagefright, Ransomware, Passwortstehler und Apps mit bösartigen Werbeeinblendungen.

"Das Niveau von Selbsttäuschung ist erstaunlich"

Stellenmarkt
  1. S&G Automobil AG, Karlsruhe-Knielingen
  2. Kratzer EDV GmbH, München

In einem Blogbeitrag zitiert McAfee einen Vanity-Fair-Artikel (er bezeichnet das Magazin irrtümlich als "Variety") zur Begründung, warum die Welt reif sei für sein neues Gerät. Das Magazin hatte über den Hacker und Aktivisten Bill Marczak berichtet, der mit Kollegen die iOS-Malware Pegasus entdeckt hat, den vermutlich am besten entwickelten Trojaner für iOS. McAfee bezeichnet Marczak und die Journalisten letztlich als Naivlinge, die so tun würden, als ob Malware für Smartphones etwas gänzlich Neues sei. Er schreibt: "Das Niveau von Selbsttäuschung ist erstaunlich" und kritisiert den Autor des Artikels, weil er seine Story als "Scoop" bezeichnet hätte. Die Entdeckung der Sicherheitsforscher setzt er in Anführungszeichen.

Dabei untersuchen Marczak und seine Kollegen vom Citizen Lab wie der Gründer von Security Without Borders, Claudio Guarnieri, und Morgan Marquis-Boire nicht die übliche Feld-Wald-und Wiesen-Malware, sondern hochentwickelte, spezialisierte Malware, die viele Staaten auf der Welt von Unternehmen mit fragwürdigem Geschäftsmodell, wie Hacking Team, der NSO-Group und Finfisher kaufen. Für die IT-Sicherheit von Dissidenten weltweit dürfte kaum jemand mehr getan haben.

Wie dem auch sei - McAfees Pläne haben einen deutlichen Haken.

Was nützt der Schalter? 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Lenovo Y25f-10 144 Hz für 159€)
  2. (u. a. Anno 1800 - Sonderausgabe für 33€ und Fast & Furious 6 Steelbook für 4,99€)
  3. 249,99€ + 5€-Versand (USK 18) - Bestpreis!
  4. (aktuell u. a. Corsair T1 Race 2018 in diversen Farben für 229,90€ + Versand. Bestpreis!)

jude 04. Mai 2017

Bin gespannt was aus dem Unsinn wird.

Anonymer Nutzer 04. Mai 2017

Jeder Nutzer bei jedem Gerät? Am besten das Werkzeug und einen Vorzugsschein auf den...

Ach 02. Mai 2017

Mit Hardwareschaltern werden Programmierer, Hacker, Kriminelle, Big Data- wie auch IT...

Anonymer Nutzer 02. Mai 2017

Der Hardwareschalter kann sehr wohl tatsächlich etwas auf dieser Ebene ein- und...


Folgen Sie uns
       


Smarte Wecker im Test

Wir haben die beiden smarten Wecker Echo Show 5 von Amazon und Smart Clock von Lenovo getestet. Das Amazon-Gerät läuft mit dem digitalen Assistanten Alexa, auf dem Lenovo-Gerät läuft der Google Assistant. Beide Geräte sind weit davon entfernt, smarte Wecker zu sein.

Smarte Wecker im Test Video aufrufen
Geothermie: Wer auf dem Vulkan wohnt, muss nicht so tief bohren
Geothermie
Wer auf dem Vulkan wohnt, muss nicht so tief bohren

Die hohen Erwartungen haben Geothermie-Kraftwerke bisher nicht erfüllt. Weltweit setzen trotzdem immer mehr Länder auf die Wärme aus der Tiefe - nicht alle haben es dabei leicht.
Ein Bericht von Jan Oliver Löfken

  1. Nachhaltigkeit Jute im Plastik
  2. Nachhaltigkeit Bauen fürs Klima
  3. Autos Elektro, Brennstoffzelle oder Diesel?

Elektrautos auf der IAA: Die Gezeigtwagen-Messe
Elektrautos auf der IAA
Die Gezeigtwagen-Messe

IAA 2019 Viele klassische Hersteller fehlen bei der IAA oder zeigen Autos, die man längst gesehen hat. Bei den Elektroautos bekommen alltagstaugliche Modelle wie VW ID.3, Opel Corsa E und Honda E viel Aufmerksamkeit.
Ein Bericht von Dirk Kunde

  1. Elektromobilität Stromwirtschaft will keine Million öffentlicher Ladesäulen
  2. Umfrage Kunden fühlen sich vor Elektroautokauf schlecht beraten
  3. Batterieprobleme Auslieferung des e.Go verzögert sich

Dick Pics: Penis oder kein Penis?
Dick Pics
Penis oder kein Penis?

Eine Studentin arbeitet an einer Software, die automatisch Bilder von Penissen aus Direktnachrichten filtert. Wer mithelfen will, kann ihr Testobjekte schicken.
Ein Bericht von Fabian A. Scherschel

  1. Medienbericht US-Regierung will soziale Netzwerke stärker überwachen
  2. Soziales Netzwerk Openbook heißt jetzt Okuna
  3. EU-Wahl Spitzenkandidat Manfred Weber für Klarnamenpflicht im Netz

    •  /