Prism und Tempora: Nutzer haben Angst vor der Cloud

Kunden in Deutschland haben "neuerdings ein mulmiges Gefühl, wenn es darum geht, Daten in die Cloud zu verlagern", sagt Bitkom-Chef Dieter Kempf. Das liege an den jüngsten Überwachungsskandalen.

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Prism und Tempora: Nutzer haben Angst vor der Cloud
(Bild: Pawel Kopczynski/Reuters)

Laut Bitkom-Chef Dieter Kempf haben die Überwachungsskandale Prism und Tempora Folgen für die ganze IT-Branche: "Wir wissen, dass einzelne Unternehmen bereits eine gewisse Reserviertheit ihrer Kunden zu spüren bekommen. Konkrete Zahlen gibt es derzeit noch nicht, dafür ist die Sache einfach zu frisch." Das sagte Kempf im Gespräch mit der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Einige Kunden hätten "neuerdings ein mulmiges Gefühl, wenn es darum geht, Daten in die Cloud zu verlagern. Und so können wir derzeit nicht sagen, ob sich das zu Jahresbeginn prognostizierte Plus von 50 Prozent in diesem Jahr tatsächlich erreichen lässt", gab Kempf zu.

Der Bitkom, zu dessen führenden Mitgliedern die deutschen Niederlassungen von US-Konzernen gehören, warnte aber vor Überreaktionen wie einem Zwang zur EU-Cloud, den die Europäische Volkspartei (EVP) gefordert hatte. Auch Vorschläge, ein deutsches Google oder Facebook zu schaffen, erforderten Steuermittel in Milliardenhöhe und böten keine Sicherheit, "auch nur annähernd mithalten zu können. Unser Ziel kann nicht sein, die hochdynamischen IT-Anbieter aus den USA zu kopieren."

Die Washington Post und der britische Guardian hatten eine geheime Präsentation der NSA zu dem Programm Prism erhalten, über das dem Geheimdienst seit Jahren bei Firmen wie Microsoft, Yahoo, Google, Facebook, Youtube, Skype, AOL und Apple direkter Zugriff auf die Daten der Nutzer auf den Servern gewährt wird. Die NSA soll über das FBI direkten Zugang zu den Servern der Unternehmen haben. Die Firmen wiesen die Vorwürfe zurück.

Der britische Geheimdienst GCHQ (Government Communications Headquarter) soll sich mit dem Abhörprogramm Tempora heimlich Zugang zu einem Glasfaserkabelnetzwerk verschafft haben, über das der weltweite Telefon- und Internetverkehr abgewickelt wird.

Der Bundesgeschäftsführer der Linkspartei, Matthias Höhn, hat der Aussage der Bundesregierung widersprochen, wonach der deutsche Auslandsgeheimdienst BND über das britische Spähprogramm Tempora nicht informiert war. "Wer glaubt, dass der BND im europäischen Ausland Gespräche anzapft, ohne mit den dortigen Diensten Kontakt aufzunehmen und mit ihnen zu kooperieren, glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten", sagte Höhn Handelsblatt Online.

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volkerhh 11. Jul 2013

Die Bedeutung, Daten und Informationen miteinander zu teilen nimmt stetig zu. Das liegt...

volkerhh 11. Jul 2013

Kontrolle ist gut, eine ganzheitliche Verschlüsselung aber viel besser! Unter Anbetracht...

matok 28. Jun 2013

Einfach muss es sein und wenig kosten. Alles andere sind sowieso nur Themen für Menschen...

Anonymer Nutzer 28. Jun 2013

Und das verifizierst Du bei jedem einzelnen Dokument für alle Ewigkeit? Sorry, aber das...



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