Abo
  • Services:

Prism und Tempora: Britische Regierung begründet Ausspähung eigener Bürger

Der britische Geheimdienste GCHQ greift im großen Stil die Internetkommunikation ab. Selbst britische Bürger sind davon nicht ausgenommen, wenn es sich um "externe Kommunikation" handelt.

Artikel veröffentlicht am ,
Das Hauptquartier des GCHQ in Cheltenham, Großbritannien
Das Hauptquartier des GCHQ in Cheltenham, Großbritannien (Bild: Ministry of Defence/Open Government Licence v1.0)

Die britische Regierung hält die Ausspähung ihrer eigenen Bürger ohne begründeten Verdacht für legitim. Dies berichten mehrere Datenschutzorganisationen, darunter Privacy International und Amnesty International, unter Berufung auf eine Stellungnahme der Regierung in einem Gerichtsverfahren. Demnach dürfen auch Daten britischer Bürger durch britische Geheimdienste erhoben werden, wenn sie über ausländische Dienste wie Google, Facebook oder Twitter laufen. Diese werden beispielsweise vom US-Geheimdienst NSA über das Spähprogramm Prism ausgewertet.

Stellenmarkt
  1. EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe
  2. BWI GmbH, Bonn, Meckenheim, Strausberg, Wilhelmshaven

Die 50-seitige Stellungnahme stammt von Charles Farr, Generaldirektor des Amts für Sicherheit und Terrorabwehr. Darin begründet er das Vorgehen damit, dass es sich bei den Kontakten über ausländische soziale Medien um "externe Kommunikation" handele. Diese dürfe auch dann abgehört werden, wenn kein Verdacht gegen die betroffene Person vorliege. Im Gegensatz dazu dürfe "interne Kommunikation" zwischen Menschen innerhalb des Landes nur im konkreten Verdachtsfall oder auf Basis eines Gerichtsbeschlusses ausgespäht werden.

Es sei nicht klar, wie weit die Regierung die Definition von "externer Kommunikation" auslege und wie viele Gerichtsbeschlüsse es zum Abhören von "interner Kommunikation" gebe, heißt es nach Angaben der New York Times, die vorab über das Dokument berichtet hatte. Der verantwortliche britische Geheimdienst GCHQ lehnte wie üblich eine Stellungnahme zu dem Bericht ab.

GCHQ hat mehr Rechte als der BND

Mit der Klage, die im vergangenen Jahr nach den ersten Enthüllungen Edward Snowdens eingereicht worden war, wollten sie die britische Regierung unter anderem dazu zwingen, keine Daten aus Prism ohne individuellen Gerichtsbeschluss zu verwenden. Zudem solle das Programm Tempora gestoppt werden, das unter anderem einen "Full take" der Internetkommunikation über transatlantische Glasfaserkabel erlaubt.

Sollte der Bericht zutreffen, würde die britische Regierung ihren Geheimdiensten deutlich mehr Befugnisse einräumen, als sie zum Beispiel der Bundesnachrichtendienst hat. Diesem ist gesetzlich verboten, im Zusammenhang mit der Auslandsaufklärung Daten deutscher Bürger abzuschöpfen. Inwieweit das technisch realisierbar ist, wird von Experten bezweifelt.



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. 3 Blu-rays für 15€, 2 Neuheiten für 15€)
  2. 5€ inkl. FSK-18-Versand
  3. 5€ inkl. FSK-18-Versand

joojak 18. Jun 2014

Ja es ist wie beim BND .. der darf 20 % abgreifen und durchsuchen .. ein geschickter...

joojak 18. Jun 2014

Die Stasi war einer der effektivsten Geheimdienst weltweit (zu ihrer zeit) ... wenn man...

joojak 18. Jun 2014

dass man fûr alles, sogar das schlimmste in der welt argumente findet ist ja bekannt...

Hawkster 17. Jun 2014

Zumindest unter den "Five Eyes" wird das doch schon seit der deren bestehen so...

FreiGeistler 17. Jun 2014

Wahrscheinlich kommt bald der BND mit der Forderung "Wir müssen mehr Rechte haben um mit...


Folgen Sie uns
       


Mac Mini mit eGPU - Test

Der Mac Mini hat zwar sechs CPU-Kerne und viel Speicher, aber nur eine integrierte Intel-GPU. Dank Thunderbolt 3 können wir aber eine externe Grafikkarte anschließen, was für Videoschnitt interessant ist.

Mac Mini mit eGPU - Test Video aufrufen
EU-Urheberrecht: Die verdorbene Reform
EU-Urheberrecht
Die verdorbene Reform

Mit dem Verhandlungsergebnis zur EU-Urheberrechtsrichtlinie ist eigentlich niemand zufrieden. Die Einführung von Leistungsschutzrecht und Uploadfiltern sollte daher komplett gestoppt werden.
Ein IMHO von Friedhelm Greis

  1. Uploadfilter Fast 5 Millionen Unterschriften gegen Urheberrechtsreform
  2. Uploadfilter EU-Kommission bezeichnet Reformkritiker als "Mob"
  3. Leistungsschutzrecht und Uploadfilter EU-Unterhändler einigen sich auf Urheberrechtsreform

Honor View 20 im Test: Schluss mit der Wiederverwertung
Honor View 20 im Test
Schluss mit der Wiederverwertung

Mit dem View 20 weicht Huawei mit seiner Tochterfirma Honor vom bisherigen Konzept ab, altgediente Komponenten einfach neu zu verpacken: Das Smartphone hat nicht nur erstmals eine Frontkamera im Display, sondern auch eine hervorragende neue Hauptkamera, wie unser Test zeigt.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Huawei Honor View 20 mit 48-Megapixel-Kamera kostet ab 570 Euro
  2. Huawei Honor 10 Lite mit kleiner Notch kostet 250 Euro
  3. Huawei Honor View 20 hat die Frontkamera im Display

Emotionen erkennen: Ein Lächeln macht noch keinen Frohsinn
Emotionen erkennen
Ein Lächeln macht noch keinen Frohsinn

Wer lächelt, ist froh - zumindest in der Interpretation eines Computers. Die gängigen Systeme zur Emotionserkennung interpretieren den Gesichtsausdruck als internes Gefühl. Die interne Gefühlswelt ist jedoch sehr viel komplexer. Ein Projekt des DFKI entwickelt ein System, das Gefühle besser erkennen soll.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Ökostrom Wie Norddeutschland die Energiewende vormacht
  2. Magnetfeld Wenn der Nordpol wandern geht
  3. Computational Periscopy Forscher sehen mit einfacher Digitalkamera um die Ecke

    •  /