Prism: Daten von IT-Firmen offenbar in Echtzeit abgehört

Offenbar geben IT-Unternehmen in den USA die Daten ihrer Kunden in größerem Ausmaß an das FBI und die NSA weiter, als sie zugeben. Bislang behaupten die Firmen, dass die Daten nur nach Anfrage übermittelt werden.

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Das Prism-Logo der NSA
Das Prism-Logo der NSA (Bild: Adam Hart-Davis/NSA)

Was IT-Unternehmen bislang vehement bestreiten, ist laut einem Artikel der Washington Post nun bewiesen: Die US-Geheimdienste greifen Daten in Echtzeit ab, darunter E-Mails und Chatprotokolle. Die Daten werden nicht von der NSA, sondern vom FBI gesammelt und dann an die NSA weitergegeben.

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Als erstes bekanntes großes Unternehmen kooperierte Microsoft, das bereits seit 2007 Daten liefert. Zuletzt reihte sich Apple in die Gruppe ein. Mit dabei ist auch der Chatservice Paltalk von AVM Software. Das belegen weitere Dokumente, die Edward Snowden an Journalisten weitergegeben hat.

Daten laufen über das FBI an die NSA oder die CIA

Das FBI sammelt Daten über eigenen Abteilungen, die auf dem Gelände der jeweiligen Firmen agieren, berichtet die Washington Post. Vermutungen darüber gibt es schon seit mehreren Jahren, etwa vom ehemaligen NSA-Mitarbeiter William Binney, der einen Aufbau eines totalitären Staates befürchtet.

Allerdings werden nicht sämtliche Daten an die NSA weitergegeben, sondern nur solche, die ein Analyst beispielsweise bei der SSO (Special Source Operations) des US-Geheimdiensts angefordert hat. Bei der Fisa müssen solche Anfragen zweimal gesondert genehmigt werden, einmal für den Überwachungsvorgang selbst und zum Zweiten für die eigentliche Speicherung der Daten. Eine weitere Abteilung beim FBI, das Targeting and Mission Management (S343), muss im Unified Targeting Tool (UTT) die Anfrage des Analysten bestätigen.

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Das Werkzeug Printaura kümmert sich um die Verwaltung der zu überprüfenden Provider, etwa Microsoft, Google oder Yahoo. Die dort gesammelten Daten gehen dann an das FBI, die sie an die NSA oder die CIA weiterleiten und durch Werkzeuge wie Nucleon analysiert werden. Gespeicherte Daten müssen zuvor noch durch eine gesonderte Abteilung des FBI dahingehend überprüft werden, ob sie nicht von US-Bürgern stammen, bevor sie an den Geheimdienst weitergeleitet werden.

Dort kümmert sich wieder Printaura zunächst um den Workflow und leitet die Daten an ein Werkzeug namens Scissors - zu Deutsch Schere - weiter. Dort werden Sprachdaten von Videodaten, Telefonverbindungsdaten oder Internetdaten getrennt und an die entsprechenden Analysewerkzeuge weitergeleitet. Videos aus Videochats werden beispielsweise an Pinwale weitergeleitet. Sprachdaten werden später von Nucleon ausgewertet. Mainway verwaltet und analysiert Telefonverbindungsdaten, während Marina Internetverbindungsdaten auswertet. Diese Daten werden offenbar zuvor von den Werkzeugen Fallout beziehungsweise Conveyance nochmals überprüft, ob sie von US-Bürgern stammen. Zusätzlich weisen die Präsentationen, die der Washington Post vorliegen, ein zusätzliches Werkzeug namens Trafficthief auf, das wenig Gutes erahnen lässt.

E-Mails, Chats, Postings, Videos

Welche Daten genau abgegriffen werden, verraten die Folien ebenfalls: Es handelt sich um Suchanfragen, Instant-Messenger-Daten, Logins und Logouts in Chats, E-Mails, Logins und Logouts bei E-Mail-Diensten sowie Informationen über verschickte E-Mails, VoIP-Daten, Einträge in Foren, Videos, Aktivitäten in sozialen Netzwerken wie Fotos, Pinnwandeinträge oder Aktivitäten - und natürlich Informationen über den jeweiligen Benutzer, die sogenannten Basic-Subscriber- Infos in den sozialen Netzwerken. All diese Daten können dann über ein Webinterface abgefragt werden. Im Header der jeweiligen Slides prangen die bekannten Logos von AOL-Mail, Hotmail, Gmail, Facebook, Google, Apple, Skype, Paltalk oder Youtube.

Die Washington Post hat auch eine Folie veröffentlicht, die anzeigt, seit wann IT-Unternehmen dem Prism-Programm Daten liefern. Bereits im September 2007 trat Microsoft dem Prism-Projekt bei. Es folgte Yahoo im März 2008 und Google im Januar 2009. Facebook trat dem Projekt ein halbes Jahr später bei. Der Chatservice Paltalk von AVM Software liefert seit Dezember 2009 Daten an die US-Geheimdienste. Auch Videos auf Youtube werden seit September 2010 und Skype-Daten seit Februar 2011 an die Geheimdienste übermittelt. AOL liefert Daten seit März 2011, während Apple seit Oktober 2012 mit von der Partie ist.

Fast der gesamte weltweite Datenverkehr geht durch die USA, heißt es auf einer Folie. Und da ein Anruf, eine E-Mail oder ein Chat immer den preiswertesten und nicht den direkten Weg nimmt, stünden die Chancen gut, dass die Kommunikation eines Überwachungsziels daher ebenfalls durch die USA läuft.

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tibrob 03. Jul 2013

...

Nocta 02. Jul 2013

Ja diese Tatsache ist auch der Hintergrund, warum ich nach der Sicherheit von SSL frage...

war:head 02. Jul 2013

Am besten gar nicht, denn der Aufwand, alles selbst zu hosten, steht in keinem...

Anonymer Nutzer 02. Jul 2013

Und Du bist 100% sicher, dass Ubuntu ohne Hintertür ist? Wer kann das bei der Massen an...



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