Primove in der Hauptstadt: Berlin hat wieder eine E-Bus-Linie

Viel Komfort, weniger Stolpergefahr und eine betrieblich herausfordernde Linienführung: Nach mehreren Jahrzehnten hat Berlin wieder eine rein elektrisch betriebene E-Bus-Linie. Wir haben erste Erfahrungen im Linienbetrieb mit den per Induktion ladenden Bussen gesammelt.

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Die Linie 204 wird ab sofort in Berlin mit elektrischen Bussen betrieben.
Die Linie 204 wird ab sofort in Berlin mit elektrischen Bussen betrieben. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)

Seit dem 31. August 2015 fahren in Berlin wieder E-Busse im Linienbetrieb. Ganz neu ist die E-Mobilität für die Stadt nicht, denn vor einigen Jahrzehnten besaß Berlin nicht nur ein weit ausgebautes Straßenbahnnetz, sondern auch ein ausgedehntes O-Bus-Netz mit Trolleybussen, die dank Stromabnehmer elektrisch fahren konnten. Im Zuge der Priorisierung des Autoverkehrs wurde allerdings beides stark verkleinert beziehungsweise sogar abgeschafft.

Inhalt:
  1. Primove in der Hauptstadt: Berlin hat wieder eine E-Bus-Linie
  2. Eine schwierige Linie für das Primove-System

Jetzt, im neuen Jahrtausend, ist Elektromobilität im Busverkehr in Deutschland wieder angesagt. Vor allem Bombardier will mit seinem Akku- und teils auch dem Antriebssystem hier größere Marktanteile erobern. Nach Mannheim und Braunschweig ist Berlin die dritte Stadt, die nun mit dem System experimentiert. In anderen Städten ist die Konkurrenz unterwegs.

Am Eröffnungstag tauschte die BVG die Busse der Linie 204, die zwischen den Bahnhöfen Berlin-Südkreuz und Zoologischer Garten verkehrt, im laufenden Betrieb aus. Zunächst wurden zwei der vier Busse für die Presse- und Politikerfahrt verwendet, die gegen Mittag in den normalen Linienbetrieb überführt wurden. Am Südkreuz wechselten die Fahrer der Dieselbus-Schicht dann auf die E-Busse, so dass wir innerhalb einer Stunde einen reinen E-Bus-Betrieb beobachten konnten. Änderungen im Takt gab es dafür nicht, allerdings ein leichtes Verkehrsproblem.

  • Ein bisschen Werbung muss sein, ... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... die BVG macht mit vielen Gelbtönen auf den Bus aufmerksam. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • An der Abfahrthaltestelle am Zoo gibt es auch entsprechende Plakatwerbung. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Abfahrbereit am Morgen des 31. August 2015. Die Busse... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... wurden zunächst für eine Presse-... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... und Politikerfahrt genutzt. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Im Inneren deutet wenig auf den Elektroantrieb. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • An der für Fahrgäste nicht vorgesehenen Endhaltestelle am Zoo direkt an der TU-Berlin findet sich der Forschungshinweis... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... mit einer Grafik zur Veranschaulichung des Elektrokonzepts. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Die Anzeige flimmert, nur bei wenigen Aufnahmen haben wir deswegen die Belichtungszeit reduziert. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Vom Fahrersitz aus kann der Ladestand beobachtet werden. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Überraschend geräumig. Hinten gibt es keine Stufen, weil die Unterflurbauten fehlen. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Die BVG-Chefin Sigrid Evelyn Nikutta (in Rot) erklärt der Presse Details zum Bus. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Im Innenraum gibt es ebenfalls Werbung für den E-Bus. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Ungewöhnlich. Dort wo normalerweise der Dieselmotor und andere Mechanik Platz finden, gibt es eine Fünferreihe mit Sitzplätzen. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Abfahrt von der Endhaltestelle Zoo... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... über die Hertzallee... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... hin zu der Bushaltestellenansammlung am Zoologischen Garten. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Der 204er fährt durch die Wohnviertel in Wilmersdorf...(Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... und Schöneberg. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Am Südkreuz warteten noch mehr Gäste. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Für Doppeldecker kann Bombardier die Technik noch nicht liefern. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Denn bei Eindeckern wird fast alles... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... oben verbaut. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Das soll auch helfen, falls jemand unachtsam auf den Bus auffährt. Die Akkutechnik kann so schnell nicht von anderen Autofahrern getroffen werden. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Die Windkraftanlage am Bahnhof Südkreuz (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Detailaufnahme der Dachaufbauten (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Die Seitenverkleidung versteckt den Aufbau etwas. Dieselbusse haben diese nicht. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • BVG-Chefin Sigrid Nikutta (Mitte) und Staatsekretär Rainer Bomba (links, Verkehrsministerium) geben die Busse offiziell für den Liniendienst frei. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Der zweite Bus kann noch keine Energie laden, ist aber ohnehin noch nahezu voll gewesen. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Der Lademechanismus wird abgesenkt. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Die Technik gilt als sicher. Ein Mensch sollte nicht zwischen die Ladekomponenten passen. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Rund 7 bis 8 Minuten wird der Bus planmäßig aufgeladen. Er hat aber Reserven, um auch mal einzelne Ladevorgänge wegen Verspätungen auszulassen. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Die erste Fahrt für Fahrgäste... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... ab dem Bahnhof Südkreuz (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • An der Grenze zwischen Schöneberg und Wilmersdorf kommt uns mit leichter Verspätung der zweite Bus hinterher... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... und fährt Richtung Zoo... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... durch die Wohnviertel. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Der Bus Richtung Südkreuz....(Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... kam mit satten zehn Minuten Verspätung.... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... an der Bamberger Straße an. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Auch mit Elektromobilität werden Busse... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... nicht pünktlicher. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
Ein bisschen Werbung muss sein, ... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)

Die BVG beanspruchte nämlich den ihr zustehenden Platz, was zusammen mit Taxi- und Pkw-Fahrern, die am Südkreuz trotz eigener Aufstellfläche gerne Bushaltestellen blockieren, etwas schwierig war. Zudem waren mehrere Limousinen der Gäste auf den Busparkplätzen, was die Situation nicht vereinfachte. Die Aktion fiel also auf, was sogar dazu führte, dass ein Fernbusfahrer spontan seine Fahrgäste eine Minute warten ließ, damit er ein Foto von den E-Bussen machen konnte.

"Gelb stinkt nicht"

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Zusammen mit den Bussen hat die BVG ein paar Kleinigkeiten entwickelt, die entlang der Strecke Aufmerksamkeit erregen sollen. Zum einen sind die Bushaltestellen mit den Anzeigetafeln für die Linien in gelber Farbe ausgestattet. Das soll auf den E-Bus hinweisen. Zum anderen wurde für den Eröffnungstag der Boden mit E-Bus-Werbung besprüht. Besonders offensichtlich sind jedoch die markigen Sprüche um und in dem Bus. "Gelb stinkt nicht", heißt es etwa auf einem der Fahrzeuge und im Inneren erinnert ein "Gib' mir deinen Saft" an einen alten Hip-Hop-Song.

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Eine schwierige Linie für das Primove-System 
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Anonymer Nutzer 15. Apr 2019

Hier wird aber einiges durcheinander gebracht. Natürlich gibt es auch bei Strom...

gollumm 05. Sep 2015

Eine Strassenbahn hat eine andere Kapazität und ist daher nicht für jede Busstrecke...

Akula 04. Sep 2015

Moderne Busse sind aber nun mal allesamt Niederflurbusse, um auch das Einsteigen für...

Madricks 01. Sep 2015

Danke



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