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Eine schwierige Linie für das Primove-System

Das alles täuscht aber nicht darüber hinweg, dass sich die BVG eine schwierige Linie für den Testbetrieb ausgesucht hat. Nur weil die Busse elektrisch fahren, heißt das nicht, dass sie pünktlicher fahren. Schon die ersten Fahrten, die wir auf der Mitte der Strecke beobachtet haben, haben innerhalb eines Umlaufs Verspätungen von 5 bis 10 Minuten angesammelt. Und das wohlgemerkt zur Mittagszeit, ohne Berufsverkehr und Fahrgastandrang sowie bei pünktlicher Abfahrt. Anwohner dieser 20-Minuten-Takt-Buslinie werden also auch weiterhin mit einem unpünktlichen Fahrtablauf rechnen müssen.

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Auch das Anzeigesystem Daisy, das erst vor kurzem für mehrere Tage wegen eines Softwareupdates ausfiel, mochte den Wechsel auf die E-Busse nicht. Wer den Anzeigetafeln glaubte, sah offiziell gestrichene Fahrten. Der Bus fuhr natürlich trotzdem. Erst später stabilisierte sich die Echtzeitanzeige.

Für den Testbetrieb ist das aber ideal. Während in Mannheim, wo Bombardier Primove entwickelt, vor allem das kurze Unterwegsladen getestet wird, ist die Berliner Strecke staugeplagt und muss mit Reserven arbeiten. Deswegen sind die Busse auch 130 Kilogramm schwerer als Dieselbusse, da der Akku in Berlin 90 statt 60 kWh Kapazität bietet.

Viel Komfort

Anders als bei bisherigen Testfahrten konnten wir uns dieses Mal ein Praxisszenario anschauen. Und hier überzeugten die Busse. Lauter als das Fahrgeräusch war die Klimaanlage, die allerdings durch Temperaturen jenseits der 30 Grad Celsius am Eröffnungstag zu kämpfen hatte. Auffallend ist die elektrische Bremse mit Energierückgewinnung, die einen ungewohnten Klang im Innenraum erzeugt. Die Nähe zu Bahnsystemen ist unüberhörbar, aber nicht störend.

  • Ein bisschen Werbung muss sein, ... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... die BVG macht mit vielen Gelbtönen auf den Bus aufmerksam. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • An der Abfahrthaltestelle am Zoo gibt es auch entsprechende Plakatwerbung. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Abfahrbereit am Morgen des 31. August 2015. Die Busse... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... wurden zunächst für eine Presse-... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... und Politikerfahrt genutzt. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Im Inneren deutet wenig auf den Elektroantrieb. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • An der für Fahrgäste nicht vorgesehenen Endhaltestelle am Zoo direkt an der TU-Berlin findet sich der Forschungshinweis... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... mit einer Grafik zur Veranschaulichung des Elektrokonzepts. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Die Anzeige flimmert, nur bei wenigen Aufnahmen haben wir deswegen die Belichtungszeit reduziert. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Vom Fahrersitz aus kann der Ladestand beobachtet werden. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Überraschend geräumig. Hinten gibt es keine Stufen, weil die Unterflurbauten fehlen. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Die BVG-Chefin Sigrid Evelyn Nikutta (in Rot) erklärt der Presse Details zum Bus. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Im Innenraum gibt es ebenfalls Werbung für den E-Bus. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Ungewöhnlich. Dort wo normalerweise der Dieselmotor und andere Mechanik Platz finden, gibt es eine Fünferreihe mit Sitzplätzen. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Abfahrt von der Endhaltestelle Zoo... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... über die Hertzallee... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... hin zu der Bushaltestellenansammlung am Zoologischen Garten. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Der 204er fährt durch die Wohnviertel in Wilmersdorf...(Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... und Schöneberg. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Am Südkreuz warteten noch mehr Gäste. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Für Doppeldecker kann Bombardier die Technik noch nicht liefern. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Denn bei Eindeckern wird fast alles... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... oben verbaut. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Das soll auch helfen, falls jemand unachtsam auf den Bus auffährt. Die Akkutechnik kann so schnell nicht von anderen Autofahrern getroffen werden. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Die Windkraftanlage am Bahnhof Südkreuz (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Detailaufnahme der Dachaufbauten (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Die Seitenverkleidung versteckt den Aufbau etwas. Dieselbusse haben diese nicht. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • BVG-Chefin Sigrid Nikutta (Mitte) und Staatsekretär Rainer Bomba (links, Verkehrsministerium) geben die Busse offiziell für den Liniendienst frei. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Der zweite Bus kann noch keine Energie laden, ist aber ohnehin noch nahezu voll gewesen. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Der Lademechanismus wird abgesenkt. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Die Technik gilt als sicher. Ein Mensch sollte nicht zwischen die Ladekomponenten passen. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Rund 7 bis 8 Minuten wird der Bus planmäßig aufgeladen. Er hat aber Reserven, um auch mal einzelne Ladevorgänge wegen Verspätungen auszulassen. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Die erste Fahrt für Fahrgäste... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... ab dem Bahnhof Südkreuz (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • An der Grenze zwischen Schöneberg und Wilmersdorf kommt uns mit leichter Verspätung der zweite Bus hinterher... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... und fährt Richtung Zoo... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... durch die Wohnviertel. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Der Bus Richtung Südkreuz....(Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... kam mit satten zehn Minuten Verspätung.... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... an der Bamberger Straße an. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Auch mit Elektromobilität werden Busse... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... nicht pünktlicher. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
Überraschend geräumig. Hinten gibt es keine Stufen, weil die Unterflurbauten fehlen. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)

Die Busse fahren im Betrieb ruckfrei an und bieten im Innenraum ein ungewöhnliches Bild. Normalerweise verbaut Solaris in seinen Bussen hinten stehend einen Motor, der Platz wegnimmt. Auch fehlt unter den letzten Sitzreihen so viel Technik, dass der gesamte Bus niederflurig aufgebaut ist. Die Stolperfallen typischer Eindecker in Berlin fehlen, und es gibt hinten mehr komfortable Sitzplätze. So eignen sich die hinteren Sitzplätze, die in anderen Bustypen in der Regel nur von jüngeren Fahrgästen besucht werden, für ältere oder gehbehinderte Fahrgäste.

Test mit Potenzial für die Verlängerung

Der Betrieb ist zunächst für rund ein Jahr gefördert und vorgesehen. Berlin will zudem bis 2023 das Projekt weiter unterstützen, Details stehen allerdings noch nicht fest. Doch sowohl der Senat als auch die BVG wollen die Busse anschließend weiter betreiben. Zunächst muss sich das System im Verkehr einer Großstadt aber bewähren. Vor allem in Mannheim arbeitet Bombardier schon an der nächsten Primove-Generation: Dort ist ein Vito-Transporter mit einem Primove-System bestückt. In zwei Jahren, also vermutlich 2017, will Bombardier auch diesen Markt versuchen zu erobern. Bisher ist Primove nur in Bussen und einem Straßenbahnsystem im Einsatz. Für Straßenbahnen wurde das System ursprünglich entwickelt.

Mehr Informationen zu dem Primove-System finden sich in unserem fünfseitigen Artikel Eine E-Bus-Fahrt, die ist lustig sowie dem Nachfolgeartikel Effiziente Induktion, Wasserstoff für Akkus und Schwungräder, in dem wir sowohl historische als auch aktuelle Alternativen des ÖPNV betrachten.

 Primove in der Hauptstadt: Berlin hat wieder eine E-Bus-Linie
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gollumm 05. Sep 2015

Eine Strassenbahn hat eine andere Kapazität und ist daher nicht für jede Busstrecke...

Akula 04. Sep 2015

Moderne Busse sind aber nun mal allesamt Niederflurbusse, um auch das Einsteigen für...

as (Golem.de) 02. Sep 2015

Hallo, Die ursprüngliche Frage unterstellte aber, dass wir den Wirkungsgrad verschweigen...

Madricks 01. Sep 2015

Danke

as (Golem.de) 01. Sep 2015

Hallo, da die Stadtbahn für die große Eisenbahn gerade dicht ist, ist die...


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