Werbeclips können den Streaming-Genuss unterbrechen

Amazon beteuert, es gebe generell keine Unterbrecher-Clips. Nach unserer Beobachtung werden die Clips zwar nur vor einem Spielfilm oder einer Folge einer Fernsehserie gebracht. Allerdings wird die Werbung eben auch mitten in Serien gesendet - direkt zwischen zwei Episoden. Damit unterscheidet es sich nur in der Länge von Unterbrecherwerbung im normalen Fernsehprogramm und widerspricht Amazons Zusicherung.

Amazon schweigt zur Cliphäufigkeit

Zur Häufigkeit der Werbeclip-Auslieferungen pro Kunde machte Amazon Golem.de nur eine sehr vage Andeutung: Die Menge der Werbeclips sei sehr limitiert, weil Amazon das Streaming-Erlebnis nicht stören wolle. Dazu passt aber nicht, dass der Abokunde lästigerweise die Werbeclips immer bis zum Ende laufen lassen muss. Erst dann startet die betreffende Serienfolge oder der ausgewählte Film. Es ist nicht möglich, den Werbeclip vorzuspulen oder zu überspringen - einen Grund dafür wollte Amazon auf Nachfrage nicht nennen.

Nach unseren Beobachtungen geht Amazon derzeit behutsam mit der Auslieferung der Werbeclips vor. Mehr als ein Werbeclip pro Tag ist die Ausnahme, selbst wenn der Dienst mehrere Stunden in Anspruch genommen wird. Je nach Medienkonsum ist es auch möglich, dass der Kunde nur alle paar Tage einen Werbeclip zu Gesicht bekommt. Im Vergleich zu Werbeschaltungen im klassischen Fernsehen ist das also sehr wenig.

Außerdem gibt es derzeit keine Werbeschaltungen für Nicht-Amazon-Produkte. Wie es mit den Werbeschaltungen bei Prime Video weitergeht, lässt sich noch nicht sagen. Aber es erscheint nicht abwegig, dass Amazon die Werbeschaltungen intensivieren wird. Zum Vergleich: Abonnenten des Pay-TV-Angebots von Sky erhalten trotz Bezahlung ebenfalls keinen komplett werbefreien Dienst. Auch hier gibt es zwischen den einzelnen Sendungen Werbeclips.

Derzeit ist Amazons Hauptkonkurrent Netflix frei von Werbeclips, allerdings kostet der Dienst mindestens doppelt so viel wie das Amazon-Angebot, das noch weitere Dienstleistungen enthält, die es so für Netflix-Kunden nicht gibt.

Ein Blick in die Zukunft

Möglicherweise ist es bald gang und gäbe, dass bei Video-Streaming-Abos Werbung geschaltet wird, damit der Kunde den Dienst zu einem vergleichsweise günstigen Monatspreis nutzen kann. Wenn es so weit ist, können Kunden dann nicht mehr ausweichen und zu einem anderen Anbieter wechseln.

Speziell bei Amazon sind enge Verknüpfungen zwischen den jeweiligen Bereichen denkbar. Vielleicht ist es in einigen Jahren ganz normal, dass Amazon-Kunden passend zu dem in einem Spielfilm zu sehenden Produkt Werbung erhalten, um das betreffende Produkt noch beim Filmschauen bei Amazon zu bestellen.

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 Prime Video: Will Amazon Abokunden an Werbung gewöhnen?
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baltasaronmeth 03. Apr 2016

Solange es keine Norm für Geschwätz gibt, das man nach dem Betrachten eines Films von...

neocron 29. Mär 2016

Meine Aussage war ein Widerspruch zu dessen, was der Vorredner allgemeingueltig...

The_Soap92 28. Mär 2016

statt der [...], da ich zugegebenermassen einen doofen vergleich gemacht habe...

The_Soap92 27. Mär 2016

Offiziell zahl ich auch keine Steuern ausser durch Mehrwertsteuer und trotzdem...



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