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Prime Video mit Werbung: Kunden entladen ihren Frust in negativen App-Bewertungen

Seit Wochen gibt es zu Prime Video fast ausschließlich negative Bewertungen für die entsprechende App. Grund dafür ist die Schaltung von Werbung und die heimliche Streichung von Funktionen.

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Prime Video mit Werbung macht Zuschauer wütend. (Bild: Jonathan Raa via Reuters Connect)

Viele Amazon-Kunden sind wütend, seitdem im kostenpflichtigen Abo Prime Video standardmäßig nicht-überspringbare Werbung vor Filmen und Serienepisoden sowie mitten in Filmen und Serienfolgen enthalten ist. Ein Blick in die App-Bewertungen von Prime Video für Android sowie iOS und in Amazons eigenem App-Shop zeigt ein deutliches Bild: Bei allen neuen Bewertungen aus den zurückliegenden Wochen finden sich fast ausschließlich negative Kommentare, in denen sich Abonnenten über die Änderung an Prime Video aufregen.

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In den App-Stores von Google und Apple müssen Bewertungen mindestens einen Stern haben, so dass ein Ein-Sterne-Eintrag einer negativen Bewertung entspricht. Viele Kunden von Prime Video kritisieren Amazon dafür, dass das Unternehmen einfach so Werbung geschaltet hätte, ohne vorab darüber zu informieren.

Anfang Januar 2024 hat Amazon Abonnenten von Prime Video per E-Mail informiert, dass das bisherige Prime Video ab dem 5. Februar 2024 nicht mehr angeboten werde. Stattdessen wird Prime Video zusätzliche Werbeschaltungen erhalten. Der Betreff der E-Mail lautete: "Änderung zu Prime Video". Die in Prime Video gestrichenen Funktionen werden darin nicht erwähnt.

Kunden von Prime Video sind sauer

In den Bewertungen finden sich auch ironische Beiträge. Im App-Store von Apple heißt es in einem Kommentar, dass es "enttäuschend" gewesen sei, dass es in Prime Video keine Werbung gegeben habe "Doch jetzt schaue ich nur noch bei Prime", heißt es in ironischem Tonfall weiter. Ferner wird Amazon zu einer weiteren Preiserhöhung aufgefordert.

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Als weiteres wird eine Verbesserung für Amazon-Bestellungen gewünscht – sehr ironisch: "Was auch toll wäre: Wenn der Prime-Lieferdienst zu jeder Bestellung dem Kunden eine Kopfnuss geben würde. Einfach so." Im App Store ist das eine der wenigen Fünf-Sterne-Bewertungen aus den zurückliegenden Wochen.

Amazon informiert Kunden nicht

Nach Beobachtungen von Golem.de gab es im Vorfeld der Umstellung in der Prime-Video-App keinen Hinweis dazu, dass Prime Video in ein werbefinanziertes und kostenpflichtiges Abomodell umgewandelt wird. In vielen negativen Bewertungen beklagen sich Abonnenten darüber, dass sie für ein Videostreamingabo bezahlen und dennoch nicht-überspringbare Werbeclips sehen müssen.

Im Browser erfahren Abonnenten von Prime Video mit Werbung nur, dass die Funktion Watch Party nicht nutzbar ist. Der Button ist weiterhin vorhanden. (Bild: Amazon/Screenshot: Golem.de) [1/4]

In der Android-App erfahren Abonnenten von Prime Video mit Werbung nur, dass die Funktion Watch Party nicht nutzbar ist. Der Button ist weiterhin vorhanden. (Bild: Amazon/Screenshot: Golem.de) [2/4]

Nur in der Prime-Video-App für das iPhone erfahren Abonnenten von Prime Video mit Werbung, dass sich das Watch Party in der Werbefrei-Option noch nutzen lässt. (Bild: Amazon/Screenshot: Golem.de) [3/4]

Diese Buchungsseite für die Werbefrei-Option für Prime Video hat Amazon entfernt. (Bild: Amazon/Screenshot: Golem.de) [4/4]

Andere kritisieren, dass Amazon die Bild- und Tonqualität bei Prime Video verschlechtert und die Funktion Watch Party gestrichen hat – ohne Abonnenten jemals darüber informiert zu haben. Diese Funktionen gibt es bei Prime Video nur noch, wenn die Werbefrei-Option gegen Zahlung einer Zusatzgebühr gebucht wird. Selbst Abonnenten, die sich für die Werbefrei-Option entscheiden, erfahren nichts davon, dass sie Funktionen erhalten, die im Werbeabo von Prime Video fehlen.

Wochenlang vor der Änderung von Prime Video und auch danach hat Amazon die meisten Nachfragen der Presse rund um Prime Video nicht beantwortet. Bis heute fehlt eine offizielle Stellungnahme des Unternehmens zur Entfernung der Funktion Watch Party aus Prime Video. Bis heute ist nicht bekannt, ob in Prime Video noch mehr Funktionen fehlen.

Klagen gegen Amazon geplant

Verbraucherschützer halten die Änderung an Prime Video für rechtswidrig und bereiten in Deutschland eine Klage gegen Amazon vor. Darin soll auch berücksichtigt werden, dass Abonnenten nicht von Amazon über technische Verschlechterungen des Streamingabos nach dem 5. Februar 2024 informiert wurden. Außerdem ist mindestens eine Einzelklage eines Prime-Abonnenten gegen Amazon bekannt.

In den USA wurde eine Sammelklage gegen Amazon eingereicht. Darin werden Amazon Vertragsbruch und Verstöße gegen staatliche Verbraucherschutzgesetze vorgeworfen.