Prime Day: Amazon zahlt für Surf-Daten

Wer sich im Aktionszeitraum des Prime Day die Browser-Erweiterung Amazon Assistant installiert hat, erhält 10 Euro von Amazon. Doch die Software überwacht das Surf-Verhalten des Kunden.

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Amazon interessiert sich für die Surf- und Shopping-Gewohnheiten seiner Kunden.
Amazon interessiert sich für die Surf- und Shopping-Gewohnheiten seiner Kunden. (Bild: Tumisu/Pixabay)

Mit dem Aktionstag Prime Day wirbt Amazon mit Sonderangeboten für seine Abokunden. Mit einer weiteren Aktion versucht der Onlinehändler, an den Surf-Verlauf seiner Kunden zu kommen: Wer sich im Aktionszeitraum die Tracking-Software von Amazon installiert hat, erhält einen Gutschein über 10 Euro beziehungsweise 10 US-Dollar in den USA. Dieser kann bei Bestellungen über 25 Euro beziehungsweise 50 US-Dollar eingelöst werden.

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Die Gutscheine erhalten Prime-Kunden, wenn sie im Aktionszeitraum zwischen dem 1. und 14. Juli die Browsererweiterung Amazon Assistant neu installiert haben. Diese überwacht und verarbeitet die vom Nutzer aufgerufenen Webseiten - auch wenn die Erweiterung gerade nicht benutzt wird. Neben den URLs würden auch die Seitenmetadaten sowie zum Teil die Seiteninhalte erfasst, schreibt Amazon in den Datenschutzbedingungen. Zudem würden Browser und Betriebssystem des Nutzers erfasst.

Die Daten werden laut dem Versandhändler an Amazon.com und seine Tochterunternehmen gesendet und zu Marketingzwecken sowie zur Verbesserung der Dienste und Produkte des Unternehmens verwendet. Mit dem Nutzerkonto würden sie nur verknüpft, wenn der Kunde mit dem Assistant interagiere, erklärte Amazon. Zudem könne der Kunde einzelne Funktionen der Erweiterungen abstellen. "Die Informationen werden oft als Trainingsdaten für maschinelles Lernen verwendet, um beispielsweise Werbung gezielter ausspielen zu können", sagte Bennett Cyphers von der Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) der Nachrichtenagentur Reuters.

In die besuchten Webseiten werden Produkt- und Serviceempfehlungen von Amazon eingeblendet. Schaut sich ein Nutzer beispielsweise ein Produkt bei einem Onlinehändler an, kann der Amazon Assistant ein passendes Angebot von Amazon einblenden. Über sieben Millionen Nutzer hat die Erweiterung in Chrome und Firefox. Die Daten werden auch gesammelt, wenn der Nutzer kein Prime-Kunde ist, den Gutschein nicht rechtzeitig einlöst oder die Erweiterung außerhalb des Aktionszeitraums installiert. Bei einer ähnlichen Aktion zum Prime Day 2018 bot Amazon 5 US-Dollar für die Installation des Amazon Assistant.

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Zum diesjährigen Prime Day gab es nicht nur Datenschutzbedenken, es wurde zudem im Rahmen des Amazon-Aktionstages gestreikt und die Umweltschutzorganisation Greenpeace protestierte auf dem Dach eines Amazon-Lagers gegen die Vernichtung von Retouren.

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decaflon 22. Jul 2019

Und dann kaufst Du für für >50¤ bei Amazon ein, um den Gutschein einzulösen und hast...

decaflon 22. Jul 2019

Was macht man "auch", wenn man Android benutzt? Sich überwachen lassen? Android...

bummelbär 19. Jul 2019

Allerdings waren es damals noch eigene Programme, die auch Werbung beispielsweise in...

User_x 18. Jul 2019

Was erhofft man sich bitte, wenn man ein Produkt einblendet, während man sich ein anderes...



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