Prime Air: Amazons Drohnenprojekt soll an schlechter Führung leiden

Ein Bericht beschreibt Amazons Versuche, in Großbritannien Pakete per Drohne auszuliefern, als überschätzt und hoch problematisch.

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Mit diesem Multicopter will Amazon Pakete ausliefern.
Mit diesem Multicopter will Amazon Pakete ausliefern. (Bild: Amazon)

Ein Bericht von Wired hat dem Versuch Amazons, in Großbritannien Pakete mit Drohnen auszuliefern, ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Wie The Verge unter Berufung auf Wired berichtet, soll das Projekt bereits über 100 Mitarbeiter verloren haben und "kollabieren".

Ehemaligen Angestellten zufolge sollen die verantwortlichen Manager zu wenig Kenntnis von der Materie haben. Zudem sollen die Mitarbeiter zu viele Aufgaben aufgetragen bekommen haben. Bei dem Projekt soll Amazon sich grundsätzlich übernommen haben, so der Grundtenor.

Andere ehemalige Mitarbeiter beschreiben eine schlechte Arbeitskultur und Überlastung. Amazon soll eine Arbeitsgruppe geschlossen haben, die Bildmaterial der Drohnen auswertete, nur um einige Monate später wieder eine vergleichbare Gruppe zu gründen.

Bier am Arbeitsplatz und festgeklebte Bestätigungstasten

Ein Mitarbeiter soll bereits in den Morgenstunden Bier an seinem Schreibtisch getrunken haben. Ein anderer soll die Bestätigungstaste für die Auswertung des Videomaterials festgeklebt haben, so dass das gesamte Material durchgewunken wurde. Eigentlich sollten die Aufnahmen auf Gefahren ausgewertet werden.

Amazons Drohnen sollen nämlich ohne Sichtkontakt zum Piloten geflogen werden. Entsprechend verlassen sich die Drohnenpiloten auf das Videomaterial, bei dem Menschen, Tiere und Gefahren mithilfe von Computern automatisch erkannt werden sollen.

Amazon hatte seine Drohnenauslieferungen bereits 2013 angekündigt und mitunter sehr gewagte Zeitrahmen für einen Start genannt. Bislang konnte der Onlinehändler aber noch keine Bestellungen regelmäßig und durchgehend mit unbemannten Drohnen ausliefern.

Dabei hat Amazon im Spätsommer 2020 die Erlaubnis bekommen, den Flugbetrieb in den USA mit Prime Air aufzunehmen. Ob die Probleme in Großbritannien sich auch auf andere Märkte übertragen lässt, in denen Amazon mit Drohnen starten will, lässt sich nicht sagen.

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