Prey angespielt: Das Monster aus der Kaffeetasse
Die Enterprise oder einer dieser Todessterne des Imperators? Nein – wenn wir uns auf ein Raumschiff oder eine Raumstation zaubern könnten, dann auf so eine Station wie Thalos 1 im Actionspiel Prey. Da gibt es prächtige Marmorhallen, die ausgelegt sind mit roten Teppichen, goldene Skulpturen und glitzernde Kronleuchter und holzgetäfelte Bibliotheken.

Zu gerne würden wir uns in der riesigen Lobby auf eines der bestimmt superbequemen Ledersofas setzen und durch die Panoramafenster den Blick auf den Mond direkt vor uns und die Erde ein bisschen weiter weg genießen. Selbst wenn es nur ein Spiel ist: Der Anblick ist atemberaubend.
Nur die Aliens, auf die könnten wir gerne verzichten. In Prey gehören sie natürlich zum Gesamtpaket. Allerdings: Ganz am Anfang – wir konnten die ersten zwei Stunden anspielen – ist von den Außerirdischen noch nichts zu sehen. Wir beginnen das Action-Adventure mit der Wahl zwischen einem männlichen und einer weiblichen Hauptfigur mit dem Namen Morgan Yu; auf das Spiel hat diese Entscheidung, abgesehen von einigen Grafiken, keinerlei Auswirkungen.
Anschließend erwachen wir im Jahr 2032 in unserem Apartment in San Francisco. Die Stadt ist ein bisschen gewachsen, aber noch gut wiederzuerkennen. Prey spielt, so die Entwickler der Arkane Studios(öffnet im neuen Fenster) (Dishonored), in einer alternativen Zeitlinie. Darin wurde John F. Kennedy nicht ermordet, Amerikaner und Russen arbeiten friedlich zusammen – unter anderem an der Erforschung außerirdischer Rassen.
Nach einem spektakulären Flug in einem schicken, holzgetäfelten Helikopter, landen wir in einem Forschungslabor, um als Morgan Yu an einigen dezent merkwürdigen Experimenten teilzunehmen. Das ist sehr amüsant in Szene gesetzt, bis etwas Schlimmes passiert: Einer der Wissenschaftler wundert sich plötzlich, was denn mit seinem schwarzen Kaffee los ist – da springt ihn aus der Tasse ein Alien an und tötet ihn.
Was an dieser Stelle weiter passiert, sagen wir nicht – obwohl nicht einmal Publisher Bethesda, bei dem wir den Titel anspielen konnten, etwas dagegen hätte. Aber die Handlung von Prey hat an dieser Stelle eine wirklich sehr gelungene Überraschung zu bieten, die nach Möglichkeit jeder Spieler selbst erleben soll.
Jedenfalls befinden wir uns nach dieser Wendung an Bord der Thalos 1 und genießen den Blick auf den Mond und die Erde. Die riesige Lobby dient übrigens als sogenannter Hub, also als zentraler Level, in den wir immer wieder zurückkehren.
Aliens mit vielen Möglichkeiten
Andere lebende Menschen haben wir dort nicht getroffen. Dafür aber die ersten Mimic, also die Aliens. Die erinnern mit ihrem Schattenkörper ein bisschen an eine Mischung aus Dementor und schwarzem Reiter und sie haben ein paar mindestens ebenso unschöne Eigenschaften und Fähigkeiten.

Die Mimic können ihre Figur nicht nur verändern, sondern sich auch durch Räume teleportieren und vervielfältigen. Anfangs haben wir es nur mit haushundgroßen, vierbeinigen Exemplaren zu tun, die wir zum Glück relativ einfach mit unserer Rohrzange ausschalten können.
Etwas später sind wir einem Exemplar mit ungefähr der Größe und Form eines Menschen begegnet – zum Glück hatten wir da schon Sturmgewehr und Schrotflinte. Es würde uns allerdings wundern, wenn wir im weiteren Verlauf der Handlung nicht noch deutlich größeren Monstern begegnen würden.
Eine besondere Waffe, die wir ebenfalls relativ bald bekommen, ist die Gloo Gun, die eine Art sich sofort verfestigenden Schaum verschießt. Damit können wir die Mimic vorübergehend festfrieren und so ohne Gefahr für uns in Ruhe ausschalten.
Außerdem können wir mit dem Schaum Treppenstufen bauen, um an sonst nicht erreichbare Vorsprünge zu gelangen. Laut Entwickler bietet die Gloo Gun noch ein paar mehr Möglichkeiten, die wir aber nicht herausgefunden haben.
Irgendwann in unserer Partie haben wir übrigens ein paar sogenannte Neuromods gefunden. Unter anderem damit können wir die Skills von Morgan Yu ausbauen und nach unseren Vorstellungen gestalten. Mit den Neuromods können wir die Fähigkeiten in den Talentbäumen Wissenschaft (Türen hacken), Ingenieur (Selbstschussanlage und anderes reparieren) und Security (mehr Gesundheit) ausbauen.
Später soll es dann weitere Talentbäume geben, über die wir PSI-Skills sowie Fähigkeiten der Aliens übernehmen können. Darunter auch die Fähigkeit, andere Gestalten anzunehmen. Beim Anspielen war uns das allerdings noch nicht möglich.
Die Grafik von Prey basiert übrigens auf der Cryengine und macht einen klasse Eindruck. Ein besonderes Highlight sind die schick animierten Aliens, aber auch die Umgebungen wirken schön und vor allem interessant. Unsere Erwartungen an das fertige Spiel sind gestiegen – ob sie auch erfüllt werden, wird sich ab dem 5. Mai 2017 auf Xbox One, Playstation 4 und Windows-PC zeigen.