Prestigeprojekt: 76 Interessenten für den Bau von KI-Gigafactories in der EU

Bei der EU-Kommission sind 76 Interessenbekundungen für KI-Gigafactories eingereicht worden. Das gab die EU-Kommission am 30. Juni 2025 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Vorgeschlagen wurde die Einrichtung von KI-Gigafactories an 60 verschiedenen Standorten in 16 Mitgliedstaaten.
Zu den Interessenten gehören große europäische Rechenzentrumsbetreiber, Telcos, Energieversorger und Finanzinvestoren. Sie sehen insgesamt den Kauf von mindestens drei Millionen GPUs vor. In drei bis vier Jahren sollen 230 Milliarden Euro investiert werden.
Geplant ist, im vierten Quartal 2025 über das Gemeinschaftsunternehmen Euro HPC eine offizielle Aufforderung zur Einrichtung der KI-Gigafactories herauszugeben. Die Bewerbungen sind jedoch nicht verbindlich und verpflichten nicht zum Ausbau.
Deutsche Bewerber können sich nicht einigen
Die Planung der EU sieht bis zu fünf solcher Rechenzentren in Europa vor und fördert bis zu 35 Prozent der geschätzten Kosten in Höhe von drei bis fünf Milliarden Euro. Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung ist festgehalten, dass Deutschland Standort für mindestens eines der geplanten KI-Zentren sein solle. Eine KI-Gigafactory ist 10- bis 100-mal größer als eine normale KI-Fabrik.
Zu einer gemeinsamen Bewerbung aus Deutschland kam es nicht, weil sich die Deutsche Telekom, der Cloudanbieter Ionos (United Internet), Siemens und die Schwarz Gruppe (Lidl, Kaufland) nicht einigen konnten. Ionos wollte sich danach zusammen mit dem Baukonzern Hochtief bewerben. Die Schwarz Gruppe bewarb sich mit ihrer Tochter Schwarz Digits zusammen mit dem staatlichen Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart.