Premium-Produkt: Vectoring-Chef der Telekom lobt Fiber To The Home
Selbstverständlich sei der FTTH-Ausbau (Fiber To The Home) das Premiumprodukt. Das sagte Alexander Vogler, Projektleiter Vectoring Rollout bei der Telekom Deutschland, in einem Youtube-Interview des Unternehmens(öffnet im neuen Fenster). Das könne er als Ingenieur ganz einfach sagen. "Die Frage ist nur: Wie bezahlen wir das?"
Der FTTH-Ausbau koste 70 bis 80 Milliarden Euro in Deutschland. Das viel größere Problem seien aber die Tiefbau-Ressourcen und die Zeitdauer. Mit den in Deutschland zur Verfügung stehenden Tiefbau-Ressourcen brauche man für einen FTTH-Ausbau 15 Jahre. Damit würden die Bürger nicht glücklich. Der FTTC Ausbau lasse sich bis zum Jahr 2018/2019 abschließen.
Vogler: "Ich kann mit Super-Vectoring dann die Bandbreite auf 250 MBit/s erhöhen. Ich habe dann einfach Zeit, über bestehende und laufende Baumaßnahme wie Wasserleitungserneuerungen, Abwassererneuerungen, Stromkabelverlegung, Gehwegssanierung im Laufe der Zeit Leerrohre mitauszubauen und dann sukzessive auf FTTH umzuschwenken."
Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZBD) hatte im November 2016 jedoch Aussagen der Telekom widersprochen, nach denen es begrenzte Tiefbaukapazitäten für Glasfaser-Anschlüsse in Deutschland gebe. "Das Baugewerbe verfügt über ausreichende Tiefbaukapazitäten für den Bau von Glasfaseranschlüssen. Der ZDB begrüßt den Ausbau des Breitbandglasfasernetzes in Deutschland", sagte Verbandssprecherin Carin Hollube.
Super-Vectoring ist einfach
Der FTTC-Ausbau (Fibre To The Curb) der Telekom läuft seit vier Jahren. Die Telekom will in diesem Jahr 30.000 bis 31.000 Kabelverzweiger ausbauen. "Die Mengen werden im Jahr 2017 auf 35.000 steigen, 2018 gibt es noch einmal eine deutliche Steigerung", erklärte Vogler.
Super-Vectoring sei sehr einfach machbar: In den bestehenden MSAN (Multi Service Access Node), "der von Glasfaser auf Kupfer umsetzt, wird nur eine zusätzliche Einschubkarte eingesetzt und administriert", und schon seien 250 MBit/s verfügbar.
Der Netzwerkausrüster Huawei hatte erklärt, dass die Technik eine Downstream-Rate von bis zu 300 MBit/s innerhalb eines Radius von 300 Metern unterstützt. Bisher sind VDSL/2-Vectoring-Datenraten von 50 bis 100 MBit/s möglich. "Momentan wird SuperVector bereits in Ländern wie Deutschland und Italien kommerziell genutzt", hatte Huawei bekanntgegeben, ohne jedoch Namen zu nennen.
Super Vectoring weitet die spektrale Bandbreite von 17 MHz auf 35 MHz aus. Die Ausrüstung sei kompatibel mit bestehenden ADSL2+/VDSL2/Vectoring-Terminals. Mit "Anpassung des Produktportfolios" könnte auch gemeint sein, dass die Telekom nicht so schnell Super Vectoring anbieten will, um die bestehenden Investitionen in Linecards und Router beim Endkunden erst zu amortisieren. Fehlende Endgeräte sind dagegen ein triftiger Grund.
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