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Preiswerte Drohnen: Rheinmetall-CEO vergleicht ukrainische Drohnen mit Spielzeug

Für den Vergleich ukrainischer Drohnen mit Legosteinen erntet Rheinmetall-CEO Papperger viel Kritik, auch aus der Ukraine.
/ Oliver Nickel
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Ukrainische Drohnen sind aktuell eine effiziente Waffe gegen teure Panzer und Fahrzeuge. (Bild: Skyfall)
Ukrainische Drohnen sind aktuell eine effiziente Waffe gegen teure Panzer und Fahrzeuge. Bild: Skyfall

Der Rheinmetall-CEO Armin Papperger steht aktuell wegen einiger Aussagen in der Kritik. Er redete vor allem die Leistung ukrainischer eigens entwickelter Drohnen klein. "So spielt man mit Legosteinen" , sagt der Manager in einem Interview mit dem Magazin The Atlantic(öffnet im neuen Fenster) . Er ergänzt: "Worin besteht die Innovation der Ukraine? Sie haben keinen technischen Durchbruch erreicht."

Der Rheinmetall-CEO vergleicht die günstigen Drohnen der Ukraine dabei mit Innovationen großer Konzerne wie Lockheed Martin, General Dynamics und dem eigenen Rheinmetall-Konzern. All diese Unternehmen bauen größtenteils komplexe und sehr teure Waffensysteme, Panzer und Flugzeuge – Kriegsgerät, das im Ukrainekrieg von ukrainischen Drohnen effektiv und überwältigend kosteneffizient ausgekontert wird. Das berichtet auch der Interviewpartner, der laut eigenen Aussagen bereits selbst an der Front in der Ukraine war.

Kritik von ukrainischem Politiker

Der ukrainische Geschäftsmann und Minister für Industrie Oleksandr Kamyshin äußerte auf X(öffnet im neuen Fenster) bereits harte Worte gegenüber der Einstellung des Rheinmetall-CEOs. "Rheinmetall sagt, dass unsere Legodrohnen von Hausfrauen in der Küche gebaut werden. Derweil haben unsere Legodrohnen bereits mehr als 11.000 russische Panzer verbrannt." In einer Antwort meldet sich auch der offizielle Rheinmetall-Account zu Wort und drückt Solidarität gegenüber dem ukrainischen Volk aus, ohne dabei jedoch auf die Aussagen des CEOs einzugehen.

Der hatte im Interview mit The Atlantic auch ukrainische Drohnenhersteller kleingeredet und stattdessen gemeint, Hausfrauen würden mit 3D-Druckern in ihren Küchen die Drohnen bauen. Das ist teilweise auch der Fall. Allerdings bauen Unternehmen wie Fire Point und Skyfall tausende Drohnen monatlich zur Abwehr gegen die russischen Invasoren – sprich auf einem industriellen Level.


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