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Preiswerte Batterien: 3D-gedruckte Elektrode erlaubt 4.000 Ladezyklen

Mit einem neuen, sparsamen Ansatz könnten Akkumulatoren nicht nur länger halten, sondern auch preiswerter und umweltfreundlicher hergestellt werden.
/ Mario Petzold
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Blick in die Pilotanlage von Sakuu (Bild: Sakuu)
Blick in die Pilotanlage von Sakuu Bild: Sakuu

Wie Sakuu(öffnet im neuen Fenster) , ein US-amerikanischer Entwickler von Batteriesystemen und den zugehörigen Herstellungsverfahren, mitteilt, konnten Batterien auf Basis von Nickel, Cobalt und Mangan aus einem eigenen Herstellungsverfahren auch nach 4.000 Ladezyklen noch über 80 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität aufweisen. Sollte sich diese Lebensdauer auch in der Praxis bestätigen, würde es einer Verdopplung der Nutzbarkeit im Vergleich zu etablierten Herstellungsverfahren gleichkommen.

Sakuu nutzt ein 3D-Druckverfahren für Elektroden, verzichtet dabei komplett auf Wasser und giftige Lösungsmittel. Laut einer externen Untersuchung sollen dadurch nur noch halb so hohe CO 2 -Emissionen bei der Produktion anfallen. Das geht aus einem Bericht des Time Magazines(öffnet im neuen Fenster) hervor, das die Entwicklung des Verfahrens 2024 ausgezeichnet hatte.

Standardbatterie im Einsatz

Abgesehen von der neuartigen Elektrode soll es sich bei der untersuchten Batterie um einen normalen Lithium-Ionen-Akku gehandelt haben. Es kamen weder spezielle Materialien noch andere Optimierungen zum Einsatz. Zudem wurde bei voller Leistung aufgeladen und wieder entladen.

Lassen sich diese Laborversuche in die Praxis übertragen, könnten selbst Elektroautos mit Reichweite zwischen 200 und 300 km ohne Akkutausch eine Laufleistung im Bereich der Millionenmarke überschreiten. Durch den geringeren Aufwand bei der Herstellung, weniger Platzbedarf und den fehlenden Wasserverbrauch sollen laut Sakuu nicht nur die Kosten für die Batterien sinken, auch könnten kleinere Fabriken zu einer dezentralen und lokalen Produktion beitragen.

Angaben nicht objektiv

Allerdings stammen die Angaben ausschließlich vom Hersteller selbst, der ein Interesse daran hat, sein eigenes Verfahren positiv darzustellen. Eine externe Messung der Lebensdauer gab es nicht und es ist wahrscheinlich, dass für den Langzeittest möglichst ideale Bedingungen gewählt wurden.

Zumal Labortests und Praxis häufig voneinander abweichen, wenn auch nicht immer wie erwartet. So kam eine Studie der Stanford University(öffnet im neuen Fenster) , USA, zu dem Ergebnis, dass Batterien bei gleichmäßigem Laden und Entladen schneller altern. Das unregelmäßige, teils besonders schnelle, teils minimale Entladen beim typischen Fahrverhalten führte dagegen zu einer 40-prozentigen Verlängerung der Lebensdauer.


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