Preisvergleich: Idealo verklagt Google auf rund eine halbe Milliarde Euro

Google missbraucht seine marktbeherrschende Stellung - findet zumindest der Preisvergleichsdienst Idealo und verklagt den Konkurrenten auf rund eine halbe Milliarde Euro. Die Summe könnte im Verlauf des Rechtsstreits sogar noch steigen.

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Idealo und Google stehen vor einem langen Rechtsstreit.
Idealo und Google stehen vor einem langen Rechtsstreit. (Bild: Golem.de/Peter Steinlechner)

Die Betreiber des Preisvergleichsdienstes Idealo haben beim Landgericht Berlin eine Klage gegen Google eingereicht. Sie fordern rund eine halbe Milliarde Euro Schadensersatz, weil Google - behauptet Idealo - seine marktbeherrschende Stellung als Suchmaschinenbetreiber missbrauche. Das mehrheitlich zum Axel-Springer-Konzern gehörende Unternehmen erwarte einen Rechtsstreit, der sich "über mehrere Jahre und Instanzen erstreckt". Sobald Google innerhalb des Verfahrens einer Auskunftserteilung - etwa mit internen Markt- oder Geschäftsdaten - nachkomme, behält sich Idealo eine Erhöhung der Schadensersatzsumme vor.

Das Unternehmen stört vor allem, dass Google seinen eigenen Preisvergleichsdienst Google Shopping bevorzugt in Suchergebnissen anzeigt. Nach Auffassung von Idealo verschafft sich der Konzern damit einen unrechtmäßigen Vorteil. Und das, obwohl der Preisvergleich von Google "aufgrund seiner geringen Qualität und dem Fehlen eigener Inhalte legal keine Chance hätte, in den auf Relevanz basierten Suchergebnissen von Google eine Top-Platzierung zu erlangen", schreibt Idealo.

Bei seiner Klage bezieht sich das Unternehmen ausdrücklich auf die Strafen, mit denen die EU gegen die Marktmacht von Google vorgeht. Vor allem geht es laut Idealo um das Verfahren, bei dem Google im Jahr 2017 zur Zahlung von 2,42 Milliarden Euro an die EU verurteilt wurde. Damals wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Wettbewerber Schadensersatz vor den nationalen Gerichten einfordern können - was Idealo nun versucht.

"Ein fairer Wettbewerb im Internet ist nur möglich, wenn Monopolisten wie Google andere Marktteilnehmer nicht zugunsten eigener Angebote benachteiligen dürfen", kommentiert Philipp Peitsch, Geschäftsführer von Idealo. "Das Verhalten von Google gefährdet die Angebotsvielfalt und Innovation im Internet und missbraucht das Vertrauen der Verbraucher." Idealo hat seinen Sitz in Berlin, das Unternehmen beschäftigt rund 800 Mitarbeiter. Google hat sich bislang nicht öffentlich zu der Klage geäußert.

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Orius 15. Apr 2019

Mir wird inzwischen übel, wenn ich schon Axel Springer höre... Versuchen mit allen...

Orius 15. Apr 2019

Nachdem die Eyeo vergebens erneut versuchen platt zu drücken, machen die sich daran nun...

flasherle 15. Apr 2019

okay, das hatte ich tatsächlich noch nie...

hansenhawk 15. Apr 2019

https://www.idealo.de/preisvergleich/AGB.html Der erste Geschäftsführer ist Anwalt, daher...



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