Preissenkung für lange Taxifahrten: München beschließt Mindestpreise für Uber, Bolt und Co.
In München sollen ab dem 1. Juli 2026 Mindestpreise für Fahrten mit Anbietern wie Uber oder Bolt gelten. Das hat der Kreisverwaltungsausschuss des Stadtrates beschlossen(öffnet im neuen Fenster). Die Preise für Fahrten im Münchner Stadtgebiet müssen sich demnach künftig am "Grund- und Kilometerpreis des Taxitarifs" orientieren.
Dieser Grundpreis liegt derzeit bei 5,90 Euro, der Kilometerpreis bei 2,70 Euro. Für Uber, Bolt und Co. sollen die "für Taxen obligatorischen Zuschläge nicht berechnet" werden. Nach Angaben der Grünen ergibt sich für diese dadurch ein Grundpreis von künftig 5,13 Euro. Bis einschließlich sieben Kilometern beträgt der Kilometerpreis 2,43 Euro, für Strecken darüber hinaus sind es 2,25 Euro.
Die Taxipreise sollen in Zukunft außerdem flexibler werden und beispielsweise mit zunehmender Fahrdistanz weniger stark steigen. Eine Fahrt vom Münchner Hauptbahnhof zum Münchner Flughafen kostet dann 10 Euro weniger als bislang. In Kraft treten sollen die Regelungen am 1. Juli 2026.
Fahrdienste verstoßen gegen Vorschriften
Schon seit Längerem gibt es in München einen Streit über Geschäftspraktiken der Fahrdienste, deren Fahrerinnen und Fahrer die Passagiere nach Angaben der Stadt im Schnitt rund 40 Prozent günstiger transportieren als herkömmliche Taxen.
Allerdings verstoßen sie nach Erkenntnissen des Hauptzollamtes München "fast flächendeckend gegen arbeits- und sozialrechtliche Vorschriften". Auch das Mindestlohngesetz werde regelmäßig missachtet. Die Taxibranche hatte deshalb demonstriert und einen fairen Wettbewerb und Mindestpreise verlangt.
Nach Angaben der Stadt München gab es Versuche, die Betreiber dazu zu bewegen, einen Mindest- und Maximalpreis für das Münchner Stadtgebiet und den Flughafen festzulegen, der sich an den gültigen Taxitarifen orientiert. Diese Versuche scheiterten zuvor. Das Gleiche gilt für die Einführung von Mindesthonoraren.
Wie mehrere Stadträte mitteilten, waren sie von den Anbietern zuletzt regelrecht mit E-Mails bombardiert worden. Diese forderten darin, die Entscheidung zu vertagen und weiter zu verhandeln. Dazu kommt es nicht.
Der Anbieter Bolt hatte die nun beschlossene Regelung als faktische "Taxi-Steuer" kritisiert. Es handle sich um "eine politisch verordnete Preiserhöhung für alltägliche Mobilität, die vor allem Verbraucher trifft und eine einzelne Branche vor Wettbewerb schützen soll", hieß es vom Anbieter vor der Entscheidung.