Preisschwankungen im Onlinehandel: Vieles dreht sich um Amazon

Das ZDF-Wirtschaftsmagazin Wiso hat eine Studie in Auftrag gegeben, die den Preisverlauf einzelner Produkte im deutschen Onlinehandel analysieren sollte. Zum einen zeigte sich, dass es für den Kunden keinen klar ersichtlichen Zeitpunkt gibt, wann ein Produkt besonders günstig zu bekommen ist. Manche Onlinehändler ändern ihre Preise im Zweistundentakt und es scheint, dass die Konkurrenz sehr genau beäugt wird. Hierbei können Preisänderungen von Amazon großen Einfluss auf die allgemeine Preisentwicklung haben.
Manche Händler mit starken Preisschwankungen
Exemplarisch berichtet Wiso über vier Produkte(öffnet im neuen Fenster) , deren Preise im Onlinehandel in den ersten beiden Dezemberwochen des vergangenen Jahres beobachtet wurden. Immer wieder fällt dabei auf, dass einige Onlinehändler auf Preisänderungen von Amazon reagieren. Aber umgekehrt beobachtet Amazon die Konkurrenz sehr genau und passt bei Bedarf die eigenen Preise an, wenn es starke Veränderungen im übrigen Handel gibt.
Dennoch ist Amazon keineswegs immer der günstigste Anbieter. In vielen Fällen gab es die Produkte bei anderen Händlern zu einem günstigeren Preis. Teilweise boten diese Händler das betreffende Produkt dauerhaft günstiger an, ohne dass Amazon darauf reagierte.
Ein Käufer hat es dabei tendenziell schwer, den günstigsten Zeitpunkt für den Kauf eines Produkts vorauszuahnen. So mancher Händler verändert seine Preise alle paar Stunden. Bei großen Anschaffungen kann es sich also lohnen, nicht gleich zuzuschlagen, sondern die Marktentwicklung einige Stunden oder Tage zu beobachten.
Die betreffende Wiso-Sendung wird am 15. Februar 2016 um 19:25 Uhr im ZDF ausgestrahlt und steht danach üblicherweise in der ZDF-Mediathek zum Ansehen bereit.
Media-Saturn will stärker im Onlinebereich wachsen
Für die Media-Saturn-Gruppe mit den Elektronikmärkten Media Markt und Saturn ist der Onlinehandel aber nicht alles. Die Gruppe wolle zwar im Onlinegeschäft wachsen, aber auch die Anzahl der Läden erhöhen. Langfristig soll der Onlinehandel einen Anteil von 15 bis 20 Prozent des Umsatzes ausmachen, sagt der Media-Saturn-Chef Pieter Haas dem Donaukurier(öffnet im neuen Fenster) .
Zuletzt lag der Umsatzanteil des Onlinegeschäfts bei 8 Prozent, als nächstes Etappenziel sind 10 Prozent anvisiert. Haas machte keine Angaben dazu, bis wann der langfristige Anteil erreicht werden soll, Media-Saturn wolle dabei mit dem Markt Schritt halten.
Wiederauferstehung des Ladens
Für Haas gibt es derzeit eine "Wiederauferstehung des Ladens" . "Vor vier Jahren hätte man noch gesagt, dass der Onlinehandel schon bald 40 Prozent des Umsatzes ausmacht." Aber auch Online habe seine Grenzen, sagt Haas. Vor vier Jahren hörte Haas oft, Media-Saturn werde "vom Onlinehandel überrollt" , bald müssten "alle Märkte schließen" . Der Kette wurde eine "düstere Zukunft prophezeit" . Jetzt würden die Kunden wieder "gerne in die Märkte" gehen.
International wolle Media-Saturn in diesem Jahr 50 neue Märkte eröffnen, um so auf rund 1.050 Märkte zu kommen. Dabei sollen neue Konzepte wie etwa Saturn Connect erprobt werden. Unter anderem in Köln gibt es in 400 Metern Entfernung zu einer großen Media-Markt-Filiale eine Connect-Filiale mit 500 qm Einkaufsfläche - normalerweise sind die Märkte über 3.000 qm groß. In Berlin befinden sich große Märkte von Saturn oder Media Markt aber auch schon einmal gerne in direkter Nachbarschaft.



