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Preiserhöhung rechtswidrig: Netflix muss italienischen Kunden Geld zurückzahlen

Nutzer hätten bei Vertragsabschluss informiert werden müssen, welche Gründe Netflix für eine Preiserhöhung heranziehen kann, urteilt ein Gericht.
/ Mike Faust
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Netflix will gegen das Urteil in Italien Berufung einlegen. (Bild: Patrick T. Fallon / AFP via Getty Images)
Netflix will gegen das Urteil in Italien Berufung einlegen. Bild: Patrick T. Fallon / AFP via Getty Images

Ein italienisches Gericht hat die Preiserhöhungen von Netflix in den Jahren 2017 bis 2024 für rechtswidrig erklärt. Wie die Zeitung Il Sole 24 Ore berichtet(öffnet im neuen Fenster) , muss der Streaminganbieter alle Zahlungen zurückerstatten, die im Zuge der Preiserhöhungen von Kunden getätigt wurden.

Für das Gericht war es nicht ausreichend, dass Netflix seine Kunden in Italien 30 Tage im Voraus über die Preiserhöhungen informierte und ihnen ein Widerrufsrecht einräumte. Die Verbraucher hätten von Beginn an informiert werden müssen, welche Gründe für zukünftige Preiserhöhungen vorliegen könnten.

In den bis zum Januar 2024 gültigen Verträgen hätten diese Informationen gefehlt und auch eine von Januar 2024 bis April 2025 enthaltene Klausel habe weiterhin Änderungen ohne eine ausreichende Festlegung der Gründe ermöglicht, heißt es in dem Urteil. Erst die seit April 2025 in den italienischen Nutzungsbedingungen festgelegten Klauseln entsprächen den italienischen Gesetzen.

Netflix will Berufung einlegen

Abonnenten haben Anspruch auf die Rückerstattung der unrechtmäßig gezahlten Beträge. Für das Premium-Abo betrugen die Preiserhöhungen seit 2017 etwa acht Euro pro Monat, beim Standard-Abo waren es dem Bericht zufolge vier Euro pro Monat. Premiumkunden, deren Vertrag seit 2017 läuft, hätten somit Anspruch auf eine Rückerstattung in Höhe von 500 Euro, Standardkunden könnten 250 Euro zurückfordern.

Der Streamingdienst muss außerdem bei bestehenden Verträgen die monatlichen Kosten bei um die Summe der unrechtmäßigen Preiserhöhungen senken. Schätzungen zufolge stieg die Zahl der Netflix-Abonnenten in Italien von 1,9 Millionen im Jahr 2019 auf 5,4 Millionen im Jahr 2025.

Gegenüber Il Sole 24 Ore teilte der Anbieter mit, seine Geschäftsbedingungen hätten stets im Einklang mit italienischem Recht gestanden, und kündigte Berufung an. Im Jahr 2022 einigte sich Netflix mit der italienischen Staatsanwaltschaft auf die Begleichung von Steuerschulden in Höhe von 56 Millionen Euro.

In Deutschland verlor Netflix im Jahr 2023 einen ähnlichen Fall , bei dem es um die Klausen für Preisanpassungen ging.


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