Preiserhöhung: Japans Spieleentwickler stehen vor einem Font-Problem

Das Unternehmen Monotype hat das Lizenzmodell für seine Schriften verändert und die Gebühren erhöht sowie die Bedingungen deutlich verschärft. Wie die Webseite Automaton(öffnet im neuen Fenster) berichtet, stellt das vor allem für japanische Spieleentwickler ein großes Problem dar.
Für japanische Schriftzeichen, also Kanji, Hiragana und Katakana, gibt es – anders als bei lateinischen Buchstaben – keine besonders große Auswahl an hochwertigen Fonts. Der Dienst Fontworks Lets von Monotype bietet derartige Schriften an, die Kosten lagen bisher bei 60.000 Yen pro Jahr. Das sind umgerechnet etwa 330 Euro.
Seit Ende November 2025 gilt allerdings ein neuer Preis: Um Schriften in Spielen verwenden zu können, müssen Entwickler nun 20.500 US-Dollar bezahlen, umgerechnet 17.600 Euro – also das 53-Fache. Einen Preis in Yen gibt es seit der Übernahme von Fontwork Lets durch das US-Unternehmen Monotype nicht mehr.
Maximal 25.000 Spieler pro Lizenz möglich
Zusätzlich zum Preis gibt es zudem eine neue Bedingung, die für Entwicklerstudios höchst problematisch sein dürfte: Die Schriften dürfen nur in Spielen verwendet werden, die maximal 25.000 Spieler haben. Das ist wohl für die meisten japanischen Entwickler komplett unrealistisch.
Alternative Font-Dienste mit japanischen Schriftzeichen sind rar. Der Entwickler Alwei(öffnet im neuen Fenster) hat sich entschieden, zu Dynafont zu wechseln. Allerdings kann je nach Spiel der Wechsel zu einem neuen Fontanbieter heikel sein: Bei Live-Spielen wie etwa RPGs muss der Schriftwechsel im laufenden Betrieb erfolgen – inklusive sämtlicher Tests und Fehlerbehebungen.
In Diskussionen zum Thema wird die Rolle des Mutterunternehmens Monotype kritisch bewertet. Bei Hackernews(öffnet im neuen Fenster) schreibt ein Kommentator, dass das Unternehmen schon öfter kleinere Font-Anbieter aufgekauft und anschließend die Preise erhöht habe.



