Preisanstieg: Deutschlandticket soll bald 64 Euro kosten
Die Verkehrsminister der Länder bereiten eine weitere Preiserhöhung für das Deutschlandticket vor. Nach Informationen aus der vorbereitenden Konferenz der Verkehrs- und Straßenbauabteilungsleiter könnte der monatliche Preis bereits 2026 auf 62 oder 64 Euro steigen, wie der Tagesspiegel berichtet(öffnet im neuen Fenster) . Derzeit kostet das bundesweite Nahverkehrsticket 58 Euro pro Monat.
Die Pläne sehen vor, dass die Finanzierungslücke durch höhere Nutzerpreise geschlossen werden soll. Weder Bund noch Länder zeigten sich bereit, ihre jährlichen Zuschüsse von jeweils 1,5 Milliarden Euro zu erhöhen. Nach Berechnungen des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen fehlen für das kommende Jahr etwa 400 Millionen Euro.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) führte dem Bericht nach in den vergangenen Tagen intensive Gespräche mit den Ländervertretern. Er äußerte die Hoffnung, bis zur Sondersitzung der Verkehrsministerkonferenz am Donnerstag in München eine tragfähige Lösung zu finden. Die Finanzierung des Flatrate-Fahrscheins steht dabei im Mittelpunkt der Beratungen.
Automatische Preisanpassungen geplant
Ab 2027 soll ein Kostenindex eingeführt werden, der den Ticketpreis automatisch anpasst. Dieser Index berücksichtigt insbesondere Personal- und Energiekosten und wird nach Anhörung der Verkehrsbranche festgelegt. Eine Überprüfung des Mechanismus sei nach drei Jahren vorgesehen, heißt es in dem Bericht.
Die SPD-Bundestagsfraktion hatte ursprünglich Widerstand gegen weitere Preiserhöhungen angekündigt. Die verkehrspolitische Sprecherin Isabel Cademartori stellte im Juli 2025 klar, dass eine Preiserhöhung nicht mitgetragen werde. Der Koalitionsvertrag sah vor, dass Preisanpassungen erst ab 2029 erfolgen sollten.
Die Bundesländer drängen auch auf eine Neuverteilung der Bundesmittel. Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg würden dabei den größten Anteil erhalten, gefolgt von den Stadtstaaten Berlin und Hamburg. Das Saarland bildet erwartungsgemäß das Schlusslicht bei der Mittelverteilung.
Als Gegenleistung für die langfristige Finanzierung erwarten die Verkehrsminister von den Verkehrsunternehmen Effizienzsteigerungen in Verwaltung, Betrieb und Vertrieb. Diese Forderung hatte bereits der vorherige Verkehrsminister Volker Wissing erhoben. Die verbesserte Planungssicherheit soll auch bei anstehenden Ausschreibungsverfahren im Schienennahverkehr helfen.
Die endgültige Entscheidung über die vorgeschlagenen Preiserhöhungen fällt bei der Sondersitzung der Verkehrsministerkonferenz am Donnerstag. Dabei wird sich zeigen, ob die Länderchefs den Empfehlungen ihrer Fachleute folgen und wie der Bund auf die Vorschläge reagiert.
Nutzer sind preissensibel
Die bereits erfolgte Preiserhöhung von 49 auf 58 Euro im Januar 2025 führte zu einem spürbaren Rückgang der Nutzerzahlen : Von 14,5 Millionen Abonnenten im Dezember 2024 sanken die Zahlen auf 13,5 Millionen im ersten Quartal 2025 – ein Verlust von etwa sechs Prozent. Besonders drastisch reagierten junge Menschen zwischen 14 und 29 Jahren mit einem Rückgang von über 36 Prozent, während auch Jobtickets um 16 Prozent auf 2,2 Millionen Nutzer einbrachen.
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