Preempt-RT: Echtzeit-Kernel soll Option für Linux werden

Seit mehreren Jahren pflegt der Entwickler Thomas Gleixner Patches, um dem Linux-Kernel Echtzeitfähigkeiten zu geben. Bisher werden jedoch viele Teile des Codes außerhalb des Hauptzweigs gepflegt, was Gleixner und seine Mitstreiter mittelfristig ändern wollen. Und das Projekt steht nun vor einem sehr wichtigen Zwischenziel: Der Linux-Kernel soll die Konfigurationsoption CONFIG_PREEMPT_RT für die Echtzeitfähigkeiten erhalten, was die Integration des noch ausstehenden Codes erleichtern soll.
Gleixner schreibt dazu in einer E-Mail(öffnet im neuen Fenster) , dass die Beteiligten in den vergangenen Jahren viel dafür gearbeitet hätten, dass die Patches deutlich weniger Einfluss auf den Rest des Kernels haben als bisher. Erreicht worden sei das durch einen Umbau der Kernel-Infrastruktur, die eben nicht nur den Echtzeitpatches zugutekomme, sondern auch dem Rest des Kernels.
Für die Integration der noch ausstehenden Patches treffe dies aber nicht zwingend zu, so Gleixner, da diese oft nur spezifische Echtzeitfunktionen betreffen. Das Projekt steht damit vor dem Problem, dass die Änderungen am Kernel nur dann sinnvoll sind, wenn auch der gesamte Rest der Echtzeit-Patches ebenfalls in den Kernel integriert wird. Die Konfigurationsoption soll ein klares Zeichen dafür sein, dass diese künftig geschehen wird.
Das Echtzeit-Linux-Projekt wird von einer Vielzahl Unternehmen unterstützt und als kollaboratives Projekt der Linux Foundation betreut. Und einige Distributionen liefern die Patches standardmäßig mit aus. So ist es wenig überraschend, dass der aktuelle Vorstoß Gleixners auch von Red Hat und Suse unterstützt wird. Ob der Plan aufgeht, muss sich jedoch noch zeigen. Denn Linux-Chefentwickler Torvalds hat den Patch bisher noch nicht in den Hauptzweig eingepflegt.



