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Daten zur Infrastruktur, zum Einkommen, zum Wasserverbrauch

In Nürnberg haben sie beispielsweise viele Einbrüche beobachtet, die Precobs nicht vorhergesehen hatte. Die Einbrecher suchten neue Gegenden heim und verhielten sich auch sonst nicht so wie gedacht, obwohl es offensichtlich Serientäter waren. Es brauchte in diesem Moment die Erfahrung der Polizisten, um die Software neu zu justieren.

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Unklar ist auch, ob die Kriminellen nicht einfach ausweichen - auf andere Gegenden oder andere Taten. "Die Täter reagieren natürlich auf polizeiliche Maßnahmen und könnten beispielsweise in andere Regionen ausweichen", sagt Eschemann. "Wenn ich das nicht im Blick habe, erzeuge ich einen Scheinerfolg, der aus polizeilicher Sicht gar keiner ist."

Könnten mehr Daten die Prognosen der Software vielleicht besser machen? Precobs sei "datensparsam", versichern die Entwickler und die damit befassten Beamten. Es nutze nur die Adresse des Tatortes, die Beute und das Vorgehen der Täter. Die Entscheidung, was nach einer Analyse passiere, treffe immer ein erfahrener Polizist, nie der Computer. Der bayerische Datenschutzbeauftragte hat es geprüft und für unbedenklich befunden. "Das derzeit verwendete Analysesystem ist in der aktuellen Ausgestaltung datenschutzrechtlich nicht zu beanstanden", erklärte die Behörde.

Internet der Dinge bietet massenhaft Informationen

Aber Precobs ist nur der Anfang. Dieter Schürmann würde am liebsten noch viel mehr Daten in solche Systeme speisen. Schürmann ist Landeskriminaldirektor im Innenministerium von NRW, der höchste Kriminalbeamte in Nordrhein-Westfalen. Seine Ideen zu Vorhersageprogrammen gehen genau in die Richtung, vor der sich Datenschützer und Bürgerrechtler fürchten.

Beim Europäischen Polizeikongress sagte er Ende Februar in Berlin, das Ziel müsse sein, möglichst viele Informationen aus Polizeidatenbanken in Echtzeit zu nutzen. Jede Strafanzeige, jeden Tatortbericht, jede Fallanalyse will Schürmann automatisch durchforstet sehen. Außerdem gebe es noch viel mehr Daten, die interessant sein könnten, sagte er: Daten zur Infrastruktur, zum Einkommen, zum Wasserverbrauch, zur Auslastung von Kommunikationsnetzen, zum Stromverbrauch, zum Wetter, Daten zur Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs oder auch aus der Konsumforschung.

Schürmann sah darin kein Problem: "Das alles geht ohne personenbezogene Daten und dazu werden auch keine neuen Daten erhoben, sondern nur bereits vorhandene genutzt." Das Internet der Dinge werde solche Informationen in Zukunft massenhaft zur Verfügung stellen.

"Wir schauen, ob sich aus unseren polizeilichen Daten in Kombination mit statistischen Daten zur Bevölkerungsstruktur oder zur Infrastruktur Korrelationen erkennen lassen, die darauf hindeuten, dass in bestimmten Gebieten zu bestimmten Zeiten und bei bestimmten Umständen die Wahrscheinlichkeit eines Einbruchs höher ist", sagt LKA-Abteilungsleiter Eschemann. Er soll erforschen, welche Zusammenhänge es zwischen Kriminalität und äußeren Umständen gibt. "Wenn ich weiß, dass viele Menschen bei einer Großveranstaltung sind, kann ich als Täter hoffen, dass niemand zu Hause ist", sagt er. Warum also nicht auch Daten über Veranstaltungen in der Stadt nutzen?

Kritiker fürchten Rasterfahndung

Kritiker sehen darin den Ansatz für eine flächendeckende Überwachung. Vor allem, da es bereits Überlegungen gibt, auch Echtzeitdaten aus sozialen Netzwerken in die Analysen einzubeziehen.

Und schließlich sind die Analysen auch eine Form der Rasterfahndung - eine anlasslose und automatisierte Suche in beliebigen Daten, um bestimmte Verhaltensmuster zu finden und zu hoffen, dass diese Muster für einen Tätertyp stehen.

Eben das, was Schürmann sich vorstellt. Dafür aber gibt es enge rechtliche Grenzen. Das Bundesverfassungsgericht fordert in einem Urteil aus dem Jahr 2006, die Polizei dürfe nur rastern, wenn eine "konkrete Gefahr für hochrangige Rechtsgüter wie den Bestand oder die Sicherheit des Bundes oder eines Landes oder für Leib, Leben oder Freiheit einer Person gegeben" sei.

Bei Precobs geht es um Orte, nicht um Personen. Andere Systeme wie Blue Crush oder Predpol jedoch suchen bereits gezielt nach bestimmten Menschen oder Menschengruppen. Das gibt es noch nicht in Deutschland, aber in den USA. In Chicago werden so beispielsweise Menschen identifiziert, die in nächster Zeit an einem Gewaltverbrechen beteiligt sein könnten. Heat List heißt die Sammlung der Gefährder. Sie werden anschließend gezielt von der Polizei angesprochen.

Der Beratungskonzern Accenture hat für die Londoner Polizei nach Gangmitgliedern gesucht. Anhand von mehr als 20 verschiedenen Faktoren sollten gewalttätige "Hoch-Risiko-Mitglieder" identifiziert werden. Eine Liste mit 300 Namen erstellte Accenture, sechs davon kannte die Polizei bis dahin nicht. Von diesen sechs hätten fünf in den kommenden Wochen Gewalttaten begangen, sagte ein Vertreter von Accenture auf dem Polizeikongress.

Hierzulande glaubt die Polizei nicht an solche Ansätze, noch nicht. Eschemann sagt: "Dem sind natürlich Grenzen gesetzt. Die Annahme, man könnte konkrete Taten vorhersagen, also vor dem Täter am Tatort sein, erachte ich als illusorisch."

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 Precobs allein verhindert keine Verbrechen
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Anonymer Nutzer 31. Mär 2015

Kannst Du Dir bitte mal ein Mindestmaß von Ahnung anlesen, bevor Du Dich so weit aus dem...

SelfEsteem 31. Mär 2015

So einfach ist das nicht. Du kannst nicht so einfach SciFi nehmen und in die Gegenwart...

SelfEsteem 31. Mär 2015

Du hast voellig recht und umso lustiger finde ich es. Man wuerde wohl keinem Arzt...

Qbit42 30. Mär 2015

Diese Aber-Sätze können wirklich gefährlich sein. Echt zum fremdschämen manche Aussagen...

Qbit42 30. Mär 2015

Ja sicher. Einige Erweiterungen sind sicher nicht so dramatisch und teilweise auch...


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