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Das Berliner LKA testet die Prognosesoftware Krimpro.
Das Berliner LKA testet die Prognosesoftware Krimpro. (Bild: A.Savin/CC-BY-SA 3.0)

Predictive Policing: Berliner Polizei testet selbst entwickelte Prognosesoftware

Das Berliner LKA testet die Prognosesoftware Krimpro.
Das Berliner LKA testet die Prognosesoftware Krimpro. (Bild: A.Savin/CC-BY-SA 3.0)

Der Nutzen von Predictive Policing ist umstritten. Die Berliner Polizei hofft dennoch darauf, mit einer neuen Software Einbrüche besser bekämpfen zu können.

Rote und gelbe Kästchen auf einer Stadtkarte am Computer sollen die Berliner Polizei künftig schneller auf die Spur von Serieneinbrechern bringen. Die Behörde setzt neuerdings auf eine selbst entwickelte Prognosesoftware, die Polizeipräsident Klaus Kandt und Innensenator Frank Henkel (CDU) am Mittwoch präsentierten. Ziel ist es, Einsatzkräfte schneller und gezielter an vermutlich gefährdete Orte zu schicken. Dort sollen sie entweder Täter abschrecken oder womöglich auf frischer Tat ertappen. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) zeigte sich skeptisch.

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Das neue Werkzeug mit dem Namen Krimpro wird seit Juli in zwei Direktionen getestet. Zu Beginn der dunklen Jahreszeit sollten alle Direktionen es als ergänzendes Hilfsmittel nutzen können, sagte Kandt. Dem Programm liegt etwa die Annahme zugrunde, dass professionelle Banden in kurzer Zeit mehrfach am gleichen Ort zuschlagen. Früher hatten die Beamten Karten mit bunten Stecknadeln in ihren Büros hängen, um solche Muster zu sehen, jetzt machen das Computer. Predictive Policing heißt so etwas, vorausschauende Polizeiarbeit.

Software ist keine Wunderwaffe

In anderen Bundesländern wie Bayern und im Ausland wird eine vergleichbare Software bereits seit längerem eingesetzt. Precobs ist eine Software, die die Einbruchsberichte der bayerischen Polizei durchsucht und diese mit früheren Taten vergleicht. Der Name ist eine Abkürzung für Pre Crime Observation System. Es soll professionelle Einbrecher finden, ihre Taten vorhersagen, damit die Polizei kommen kann, bevor etwas passiert. Der Nutzen solcher Programme ist umstritten.

Stephan Harnau vom LKA-Analysezentrum zog nach ersten Tests ein positives Fazit. Festnahmen auf frischer Tat gab es demnach aber noch nicht. Von einer neuen Wunderwaffe könne ohnehin nicht die Rede sein, sagte Harnau. Der PC ermögliche aber schnell einen Blick auf das große Ganze, etwa das Geschehen in der vergangenen Nacht. Menschliche Analytiker brauche die Polizei nach wie vor.

Gewerkschaft gegen Selbstentwicklung

Berlin hat sich nach anfänglichem Interesse gegen den Einkauf externer Software wie Precobs entschieden. Das hätte laut Kandt Kosten in siebenstelliger Höhe bedeutet. Stattdessen wurden bestehende Programme und Daten als Grundlage für Krimpro genutzt - laut Harnau ohne "wirkliche Extrakosten". So bleibe man selbst Herr der Daten und Algorithmen.

Die GdP begrüßt den Einsatz solcher Software grundsätzlich, hätte sich aber den Kauf eines fertigen Produkts gewünscht. Nun werde "mal wieder" auf Kosten der Sicherheit der Bevölkerung gespart. Auch nütze es wenig, wenn die Polizei zwar halbwegs von bevorstehenden Einbrüche wisse, aber nicht genug Personal für den Einsatz an Ort und Stelle habe.

Das Abgeordnetenhaus sei über die Eigenentwicklung nicht informiert gewesen, bemängelte Christopher Lauer von der Piratenfraktion. Der Deutschen Presse-Agentur sagte er, er glaube nicht an einen Nutzen des Programms. Die Erfolgsdaten der Polizei seien irreführend. Die Wahrscheinlichkeit, Täter zu fassen, sei auch mit Software verschwindend gering - genauso gut könne man würfeln oder pendeln.

Starke Zunahme bei Einbrüchen

In Berlin nahmen Einbrüche in Wohnräume vor allem zwischen 2006 und 2011 sehr stark zu. 2015 ging deren Zahl im Vergleich zum Jahr zuvor um rund drei Prozent auf 11.815 zurück. Vor allem in Wohnungen brachen Diebe seltener ein, bei Einfamilienhäusern ist die Tendenz jedoch steigend. In diesem Jahr liegen die Zahlen bislang über denen des Vorjahreszeitraums. Angesichts der wachsenden Stadt könne es keine Entwarnung geben, sagte Henkel.

Im Fokus der Ermittler stehen professionelle Tätergruppen, die vermutlich aus dem Ausland für Diebestouren nach Deutschland entsendet werden. Spreche sich Berlins neue Strategie herum, wichen Täter künftig hoffentlich weiträumig aus, sagte Kandt.


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User_x 11. Aug 2016

verständlich... der kellner grabscht dir ja auch den teller nicht während des essens...

Berner Rösti 11. Aug 2016

Prinzipiell ja, indem man einen Generalunternehmer damit beauftragt, das Bauprojekt...

User_x 11. Aug 2016

der ganze klimbatsch ist nicht notwendig. entweder a) alle einsperren oder b) von der DDR...

lyom 11. Aug 2016

Polizei wartet schon im Haus. Predictive Policing. ;)



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