Precobs: Polizei verzichtet auf Prognose-Software gegen Einbrecher

Nach sieben Jahren beendet die Polizei in Bayern die Nutzung einer Prognose-Software. Die Ergebnisse waren am Ende zu schlecht.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Die Polizei Bayern beendet ihren Einsatz der Software Precobs (Symboldbild).
Die Polizei Bayern beendet ihren Einsatz der Software Precobs (Symboldbild). (Bild: CHRISTOF STACHE/AFP via Getty Images)

Gut sieben Jahre nach dem Start stellt die bayerische Polizei den Betrieb der Software Precobs gegen Einbrecher ein. Weil im Freistaat immer weniger Einbrüche gemeldet worden seien, habe das Prognose-Programm zuletzt mangels Daten zu selten Alarm geschlagen, teilte das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) am 27. Oktober in München mit. Zudem habe man Precobs nicht wie anfangs angedacht zur Bekämpfung anderer Verbrechen verwenden können.

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Mithilfe des Computer-Programms wollte das LKA in den Ballungsräumen München und Nürnberg Kriminalitätsschwerpunkte besser herausfiltern, um vor allem bei Einbrüchen professioneller Täter schneller am Tatort zu sein. Bayern hatte im Jahr 2014 als erstes deutsches Bundesland testweise mit dem Einsatz der Software begonnen.

Die Stadtpolizei Zürich hatte im Juli 2014 entschieden, die Prognosesoftware Precobs des Instituts für musterbasierte Prognosetechnik (IfmPt) aus Deutschland dauerhaft im Tagesbetrieb einzusetzen. Nach Bayern folgten daraufhin auch einige andere Polizeien, die die Software im Einsatz testen wollten, darunter auch in Berlin. Dort entschieden die Verantwortlichen sich letztlich aber auch für Tests einer selbst entwickelten Prognose-Software.

Zweifel und Kritik an Predictive Policing

Diesen Software-Systemen zugrunde liegt die Idee des sogenannten Predictive Policing, bei dem davon ausgegangen wird, dass durch eine große Datenanalyse Verbrechen verhindert werden können. Daran, dass dies wirklich funktioniert, gibt es seit Jahren große Zweifel.

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Letztlich stellt nun auch die Polizei in Bayern die Nutzung der Software ein, weil diese offenbar nicht das erwartete Ergebnis liefert. Darüber hinaus gibt es auch weiter Kritik an einer automatisierten Datenauswertung durch die Polizei.

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