Netzwerk, Grafik, Speicher
Ein Netzwerkkabel lässt sich nur über den mitgelieferten USB-auf-Ethernet-Adapter anschließen. Den Adapter erkennt Ubuntu problemlos - vorausgesetzt, er wird erst nach dem Einschalten des Geräts eingestöpselt. Beim Aufwecken aus dem Energiesparmodus sowie bei einem Warmstart stellt Ubuntu hingegen die Verbindung über den Adapter sofort wieder her. Der Hersteller des Netzwerkchips ließ sich nicht ermitteln, unter Linux meldet sich der Adapter nur als Network Interface. Den für WLAN und Bluetooth zuständigen Baustein erkennt Ubuntu korrekt als Intel Wireless AC 7260. Er unterstützt die WLAN-Standards 802.11/a/b/g/n/ac sowie Bluetooth 4.0.
Im Testgerät steckte eine 256 GByte große SSD des Typs Sandisk X110, die Dell in nicht weniger als fünf Partitionen unterteilt: Das Root-Dateisystem liegt zusammen mit den Home-Verzeichnissen auf einer rund 200 GByte großen Partition, die Swap-Partition umfasst 31 GByte.
Neben einer etwa 500 MByte großen Partition für den EFI-Bootloader (EFI System Partition) gibt es zwei weitere mit FAT32 formatierte, aber nicht eingehängte Plattenabschnitte. Den ersten belegt bis fast an den Rand seiner rund 3 GByte ein Wiederherstellungssystem, das der Assistent auf Verlangen zurückspielt. Die zweite FAT32-Partition ist knapp 40 MByte groß, versteckt und komplett leer.
Zwei Grafikchips
Außerdem steckt im Precision M3800 der für professionelle Workstations gedachte Nvidia-Grafikchip Quadro K1100M. Für diesen installiert Dell in Ubuntu den proprietären Nvidia-Treiber in Version 340.46 vor. Zum Umschalten auf diese Grafikkarte nutzt Dell die Prime-Technik: Mit sudo prime-select nvidia wird auf den Nvidia-Chip umgeschaltet, sudo prime-select intel wählt die stromsparende Intel-Grafik aus. Der eingestellte Grafikchip bleibt auch nach einem Neustart aktiv.
Vom Einschalten bis zum Erscheinen des Login-Bildschirms vergehen im Test knapp 17 Sekunden. Ein Aufkleber auf der Verpackung unseres Testgeräts verrät handschriftlich den Benutzernamen und das Passwort. Nach dem Anmelden erscheint automatisch ein von Dell entwickelter Assistent. Mit ihm lässt sich das Notebook in seinen Auslieferungszustand zurückversetzen und vorbeugend ein Datenträger zum Wiederherstellen des Betriebssystems erstellen.
Den Firefox-Browser von Ubuntu hat Dell gegen Chromium ausgetauscht. Darüber hinaus findet sich in den Paketquellen ein spezielles, auf den Canonical-Servern beheimatetes Dell-Repository, das unter anderem eine Kamera- und eine Gallery-App ausliefert. Die Kamera-App zeigt lediglich das laufende Bild an und schießt per Mausklick ein Foto. Der Zugriff auf die Webcam gelang aber auch aus anderen Programmen, wie beispielsweise Cheese. Die Gallery-App präsentiert alle Bilder aus dem gleichnamigen Ordner. Zudem kann sie einzelne Fotos automatisch verbessern und löschen.
Der Touchscreen des Precision M3800 funktioniert zwar unter Ubuntu einwandfrei, erweist sich in der Praxis aber eher als Gimmick: Zum einen verschmieren Fingerabdrücke schnell den Bildschirm, zum anderen lässt sich mit dem Finger nur selten der gewünschte Menüpunkt treffen. Die Symbolgröße auf dem Bildschirm lässt sich in den Systemeinstellungen immerhin so vergrößern, dass sie bequemer per Touch-Eingabe zu erreichen sind.
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