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Präventiv: Fusionspläne mit T-Mobile US bringen Telekom den Big Brother Award

Pläne der Telekom zur Verschmelzung mit der US-Tochter T-Mobile bergen große Gefahren für den Zugriff der US-Geheimdienste auf deutsche Daten.
/ Achim Sawall
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Die Vintage-Jazz-Band Rootbirds eröffnet dieses Jahr die Gala der Big Brother Awards. (Bild: Matthias Hornung CC-BY 4.0)
Die Vintage-Jazz-Band Rootbirds eröffnet dieses Jahr die Gala der Big Brother Awards. Bild: Matthias Hornung CC-BY 4.0

Den Negativpreis Big Brother Award in der Kategorie Präventiv hat die Deutsche Telekom erhalten, weil sie eine gemeinsame Holding mit ihrer US-Tochter T-Mobile US anstrebt. Das gab die Jury am 25. September 2026 bekannt(öffnet im neuen Fenster); sie warnte davor, dass eine solche Konstruktion – abhängig von der konkreten Ausgestaltung – dazu führen könne, dass deutsche Telekommunikationsdaten stärker dem Zugriff nach US-amerikanischem Recht ausgesetzt wären."Für T-Mobile US gibt es schon seit 2001 eine Vereinbarung mit dem FBI. Mit der geplanten Verschmelzung von Deutscher Telekom und T-Mobile US würde den US-Geheimdiensten zukünftig wohl auch noch unsere innerdeutsche Kommunikation auf dem Silbertablett serviert", erklärte Rena Tangens, Mitgründerin von Digitalcourage, einem 1987 gegründeten Verein für technik- und gesellschaftspolitisch Interessierte, mit Sitz in Bielefeld.

Eine Rolle spielen insbesondere der Foreign Intelligence Surveillance Act (Fisa) Section 702, der Cloud Act (Clarifying Lawful Overseas Use of Data Act) und die Executive Order 12333. Fisa Section 702 erlaubt US-Geheimdiensten wie der NSA die anlasslose Überwachung von Kommunikation von Nicht-US-Bürgern im Ausland. Sobald ein deutsches Unternehmen unter der Kontrolle oder Leitung einer US-Entität oder Holding steht, können US-Behörden versuchen, Anordnungen nach Section 702 auch auf Daten deutscher Tochtergesellschaften anzuwenden.

Der US-Cloud-Act verpflichtet US-Telekommunikations- und Cloud-Anbieter, US-Ermittlungsbehörden Zugriff auf Daten zu gewähren – egal, auf welchen Servern weltweit diese Daten gespeichert sind.

Greift die Konzernstruktur so ineinander, dass T-Mobile US oder eine gemeinsame Holding rechtlichen Zugriff oder Admin-Rechte auf Infrastrukturen der deutschen Muttergesellschaft hat, gilt der Cloud Act auch für deutsche Kundendaten.

"Denkt die Telekom über die Folgen nach?"

Die Executive Order 12333 ist die rechtliche Grundlage für US-Auslandsgeheimdienste für Überwachungsmaßnahmen ohne gerichtliche Genehmigung außerhalb der USA. Ein Rechtsgutachten der Universität Köln kam zu dem Schluss, dass damit US-Sicherheitsbehörden weitgehend ohne gerichtliche Überprüfung sowohl die Herausgabe von Cloud-Daten verlangen als auch ohne Mitwirkung der Anbieter auf im Ausland gespeicherte Daten zugreifen können. Das brisante Gutachten aus dem März 2025 wurde erst durch Fragdenstaat öffentlich gemacht.

Tangens fragte: "Denkt irgendjemand bei der Deutschen Telekom über all diese Folgen der Fusion für die Telekom-Kunden nach? Ist es der Führungsetage egal? Findet sie Datenschutz sowieso nur lästig? Und was ist mit der Bundesregierung? Ist sie im Tiefschlaf? Oder ist ihr die Überwachung durch US-Dienste egal?"

Die Telekom äußerte sich bisher nicht offiziell zu den Fusionsplänen.


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