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Prada x Axiom: Mondastronauten tragen ein Unterkleid von Prada

Prada und Axiom entwickeln den neuen Raumanzug für die Mond-Mission. Doch Experten der Nasa halten den Zeitplan bis 2028 für zu optimistisch.
/ Patrick Klapetz
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Screenshot aus dem Werbevideo von Prada für das Liquid Cooling and Ventilation Garment. (Bild: Prada)
Screenshot aus dem Werbevideo von Prada für das Liquid Cooling and Ventilation Garment. Bild: Prada

Auf dem Weg zum Mond tragen die Artemis-Astronauten ein Unterwäsche-Set vom italienischen Designer-Modehaus Prada(öffnet im neuen Fenster). Das Set ist mit Flüssigkeitskühlung und Belüftungssystem ausgestattet. Es ist ein wichtiger Bestandteil für den Mondraumanzug der nächsten Generation, den Axemu-Raumanzug, der gemeinsam von Prada und dem US-Raumfahrtunternehmen Axiom(öffnet im neuen Fenster) für die US-Raumfahrtbehörde Nasa produziert wird.

Die Kleidung soll bei zukünftigen Mondspaziergängern getragen werden – somit frühestens bei Artemis IV um das Jahr 2028 herum. Zuvor finden Tests an Bord der Internationalen Raumstation ISS sowie während der Artemis-III-Mission im Erdorbit statt.

Die Nasa trägt auf dem Mond Prada

Bei der Präsentation am 7. Juni 2026(öffnet im neuen Fenster) wurde das entsprechende Liquid Cooling and Ventilation Garment (kurz LCVG) erstmals vorgestellt. Auf den ersten Blick wirkt das LCVG wie ein Sportoutfit: V-Ausschnitt, Ärmel mit Daumenlöchern, das Logo von Axiom sowie die charakteristischen roten Streifen von Prada, Schläuche – die von den Beinen über den Rücken zu den Armen reichen und am Bauch enden, wo sie später verbunden werden – und Retro-Steghosen.

"Es kommt nicht oft vor, dass die Astrophysik [und] die Luftfahrt Dinge entwickeln, die ästhetisch ansprechend sind", sagte Jonathan Cirtain, CEO und Präsident von Axiom Space, während der Veranstaltung. "Obwohl es ästhetisch ansprechend ist, handelt es sich um einen Schutzanzug."

Das Kleidungsstück verfügt über integrierte Kanäle, in denen kleine Schläuche verlegt sind, die Kühlflüssigkeit transportieren. Diese Schläuche zirkulieren die Flüssigkeit im Anzug und ermöglichen so die Temperaturregulierung. Dieses Design soll eine Weiterentwicklung früherer Entwürfe sein, bei denen solche Schläuche durch Netzgewebe geführt wurden – was die Fertigstellung laut Unternehmensangaben zu einer zeitaufwendigen Aufgabe macht. Aufgrund des ballistischen Materials an der Außenseite bewahrt der Anzug seine Integrität und reißt in der einzigartigen Mondumgebung nicht.

Überdies verfügt der Anzug über größere, schwarze Schläuche, die Luft zunächst über das Gesicht des Trägers und dann um den Körper herumleiten. Das beim Ausatmen entstehende Kohlendioxid wird damit "abgeführt und beim Einatmen Sauerstoff an die Astronauten zurückgeführt", teilte Cirtain mit.

Der Fortschritt ist maßgeschneidert

Das LCVG sowie einige modifizierte Versionen des Unterkleides und des Raumanzugs wurden bereits diversen Temperatur-, Schwerkraft- und anderen Umwelttests unterzogen. Neben möglichen Testphasen auf der ISS wird der Anzug wahrscheinlich auch im Neutral Buoyancy Laboratory der Nasa getestet, wo sich ein riesiges Schwimmbecken befindet, in dem Astronauten für den Weltraum trainieren.

Abseits der technischen Entwicklungen werden die Mondastronauten von Artemis IV am Südpol des Mondes landen, an dem es weitaus kälter ist als zuvor erkundete Regionen. Zudem wurde die Passform optimiert. Einzelne Komponenten können sowohl individuell angepasst als auch ausgetauscht werden.

Ob 2028 zu halten ist, bleibt fraglich: Laut einem Bericht des Nasa Office of Inspector General (OIG)(öffnet im neuen Fenster) ist dieser Zeitplan überoptimistisch. Basierend auf historischen Projektdauern halten die Prüfer eine Einsatzbereitschaft erst im Jahr 2031 für realistisch.


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