Kontrolliert tauchen mit dem Powerray

Hier stoßen wir auf das erste Problem: Für unser Android-Smartphone gibt es das Programm leider nicht im Playstore. Stattdessen müssen wir es von der Webseite des Herstellers herunterladen und selbst installieren. Für iOS ist sie hingegen im Appstore verfügbar. Sie möchte Zugriff auf Foto- und Videofunktionen, Anrufe und den Gerätestandort.

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Nachdem wir diese Hürde genommen haben, geht es raus an den See. Hier schließen wir Steuerungsmodul und Drohne an und wickeln großzügig Kabel ab, damit der Powerray auch genügend Bewegungsfreiheit hat. Wer ihn öfters einsetzt, sollte sich vielleicht eine kleine Kabeltrommel anschaffen.

Als die Drohne im Wasser ist, scheitern wir zunächst daran, sie zu starten. Der Vorgang ist im Handbuch so beschrieben: Den linken Schulterknopf des Controllers zusammen mit dem Köder-Schalter einige Sekunden gedrückt halten. Der Vibrationsmotor des Controllers summt auch - allein die Motoren bleiben still.

Hinzu kommt, dass die App nur widerwillig per WLAN mit der Basisstation Kontakt aufnimmt. Wir brauchen rund fünf Minuten, um alles in Gang zu setzen. Dann sehen wir auf dem Bildschirm des Smartphones den Videostream der Frontkamera.

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Auch wenn Controller und App denen von normalen Quadcoptern sehr ähneln, ist die Steuerung beim Powerray anders: Wir kontrollieren den Schub mit dem rechten Stick, der linke ist fürs Auf- und Abtauchen zuständig. Seitliche Bewegungen gibt es nicht, die Drohne kann sich lediglich drehen. Dafür bleibt sie schön stabil im Wasser - und kann auch nicht abstürzen. Das wäre auch fatal, denn die Kontrolle über den Powerray per Smartphone und Controller bleibt während der nächsten Minuten unseres ersten Ausflugs sehr temperamentvoll.

  • Die Unterwasserdrohne in ihrem Element. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der mitgelieferte Rollkoffer ist schick und praktisch. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Er fasst alle Komponenten ... (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • ... und sichert sie in Schaumstoff-Aussparungen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die wichtigsten Bestandteile sind neben der Drohne die Steuereinheit und der Controller. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Alles kann mit einem einzigen Netzteil geladen werden. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Per Smartphone-App lässt sich das Live-Video ansehen oder die Drohne steuern. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Videosignal ist stabil - wenn die Verbindung erst einmal steht. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das möchte man nicht lesen - diese Warnmeldung weist auf einen verstopften Propeller hin. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Die Unterwasserdrohne in ihrem Element. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Die Powerray-App verliert mitunter die Verbindung und auch der Controller setzt nicht jede unserer Steuerbewegungen zuverlässig um. Trotzdem gelingt es uns, den Powerray abtauchen zu lassen und einige Meter unter Wasser zu fahren.

Dabei sehen wir ein paar kleine Fische und lernen zu schätzen, dass die integrierte LED-Beleuchtung recht kräftig ist. Wichtig ist, den Weißabgleich der Kamera fest einzustellen, denn sonst wechseln die Farben im Video je nach Lichtsituation. Das Bildmaterial sieht ziemlich gut aus, aber sehr nahe Objekte werden nicht fokussiert. Auch Fotos konnten wir mit akzeptabler Qualität und 12 Megapixel Auflösung schießen.

Gewöhnungsbedürftige Navigation

Im Unterschied zum Kamera-Quadcopter, mit dem auch Ungeübte für wenig Geld schon sehr gute Bilder machen können, gestalten sich die Unterwasseraufnahmen schwieriger. Es ist nicht leicht, ein Motiv zu finden und im Auge zu behalten. Die Steuerung ist weniger flott als in der Luft, unser Bewegungsradius eingeschränkter. Wer also kinoreife Videos machen möchte, sollte lieber in einen Tauchkurs und eine Unterwasser- oder Actionkamera investieren.

Als wir uns gerade an die Steuerung gewöhnt haben - und daran, dass der Powerray nicht mehr zu sehen ist, schließlich ist er ja unter Wasser - geben die Motoren auf.

PowerVision PRW10 PowerRay Explorer Einzigartige Unterwasserdrohne weiß/grau

Da wir noch weit entfernt von der versprochenen Akkulaufzeit sind, nehmen wir an, dass sich etwas in den kleinen metallischen Schiffsschrauben verfangen hat. Als wir die Drohne vorsichtig an Land ziehen, sehen wir schon, dass die Wasserpest den vertikalen Propeller befallen hat. Dieser wirkt nämlich wie ein Staubsauger auf alles, was sich unter ihm befindet.

Das hätte sich wohl vermeiden lassen, wenn wir das separat erhältliche Schutzgitter gehabt hätten. Leider ist es nicht Teil des Lieferumfanges und wird offenbar auch nicht mehr verkauft - wir fanden es lediglich im japanischen Online-Shop von Powervision. Unsere diesbezügliche Anfrage beim Hersteller ergab allerdings, dass eine Vorlage für einen eigenen 3D-Druck per Mail versandt werden kann - darum muss man sich dann selbst kümmern.

Nicht für jedes Gewässer geeignet

Haben wir uns bei unserem Test etwas dusselig angestellt und wären besser etwas vorsichtiger gewesen? Definitiv ja. Aber sollte nicht auch der Hersteller dieses elementare und sicherlich spottbillig zu produzierende Teil einer jeden Drohne beilegen? Auch: definitiv ja.

Wir entfernten also die Wasserpest und tauchten eine Woche später noch einmal ab - dieses Mal vorsichtiger und nach erneutem Studium der Tutorial-Videos des Herstellers. Aber wir sind zu der Überzeugung gekommen, dass unsere anfänglichen Annahmen zum Powerray wohl einfach falsch waren. Diese Unterwasserdrohne ist nicht wirklich für Hobbyfilmer oder Naturfans geeignet. Sie lässt sich außerdem in heimischen Seen und Flüssen mit Grundbewuchs nur mit äußerster Vorsicht nutzen. Wofür taugt sie dann?

Sinnvoll ist der Powervision Powerray ganz sicher für ambitionierte Angler, die beispielsweise auf offener See Ausschau nach Fischen halten und diese anlocken wollen. Auch zum Begutachten von Schiffsrümpfen oder zur Suche nach Objekten unter Wasser eignet er sich vermutlich hervorragend. In der kalten Jahreszeit könnte er einen Tauchgang überflüssig machen und zumindest schnell einen Überblick über die Situation beispielsweise eines gesunkenen Gegenstandes oder Fahrzeuges geben.

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 Powervision Powerray im Test: Diese Drohne geht unterPowervision Powerray: Verfügbarkeit und Fazit 
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mwo (Golem.de) 17. Aug 2021 / Themenstart

Die Chefredaktion hat alle meine Versuche, den Test genau dorthin zu verlegen sabotiert ;-)

VilsaBrunnen 03. Aug 2021 / Themenstart

Oder einfach mit dem U-Boot wieder aufsammeln... Versteh ich nicht, dass der Autor da...

LeeRoyWyt 03. Aug 2021 / Themenstart

Aber wäre dann nicht eine Boje dem Kabel vorzuziehen, um unabhängiger vom Ufer operieren...

gelöscht 29. Jul 2021 / Themenstart

Sicher? https://www.modell-u-boote.de/sonstiges/tauchtheorie/tauchen.html

Glitti 29. Jul 2021 / Themenstart

Der hat ca. 1,5m im Durchmesser und ist 5-6m tief. Gut, dann scheidet das Teil hier auf...

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